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Ein kleiner Wald mit großer Bedeutung

Ende Februar dieses Jahres besetzten UmweltaktivistInnen den Steinhausener Wald in Halle Westfalen, der sich in der Nähe des Storck-Werkes befindet. Das zu den größten Süßwarenherstellern der Welt gehörende Unternehmen August Storck KG möchte sein Werk in Halle vergrößern und dafür 22 Hektar Wald versiegeln. Als Erstes soll dafür der verrohrte Laibach über die Erde geholt und renaturiert werden.
Zu diesem Thema gab es heftige Diskussionen und auch Waldbesetzungen, weshalb wir euch in dieser Ausgabe eine Pro- und eine Contra-Argumentation präsentieren möchten.
Foto: Tobias Rüter

Wenn wir die Natur zerstören, zerstören wir uns selbst

Ein Schritt, der auf den ersten Blick positiv erscheint, für den jedoch um die 100 Bäume gefällt werden sollen, obwohl es laut BUND andere Möglichkeiten gibt. Für mich jedoch ist es ein klarer Ökozid, denn die Fällung des Waldes würde das lokale Ökosystem durcheinanderbringen. Ein gesunder Misch- und Laubwald würde zerstört werden, in dem über 200 Jahre alte gesunde Bäume stehen. Des Weiteren würde eine Vielzahl von Tieren ihren Lebensraum verlieren, darunter Vögel aus 40 verschiedenen Vogelarten, von denen sechs geschützt sind, sowie 14 Fledermaussorten und viele andere Tiergattungen. Zwei bestehende Teiche sollen zudem trockengelegt werden, was insbesondere die heimischen Amphibien treffen würde.
Für die Stadt Halle hätte dieses Vorhaben ebenfalls negative Folgen, denn der Wald speichert 13 bis 15 Tonnen CO2 im Jahr. Auch dient er als Kaltluftentstehungsfläche und schluckt großenteils die Geräuschkulisse, die Emissionen und den Staub der dahinterliegenden Autobahn.
Außerdem wird durch die Bodenversiegelung die Fläche vermindert, auf der Regenwasser in den Boden versickern kann. Dies führt dazu, dass weniger Grundwasser gebildet werden kann, denn die Bodenfunktionen werden zerstört. In Anbetracht der Wasserknappheit in der Hochsommerzeit und des massiven Wasserverbrauchs Storcks ist die Bodenversiegelung aus meiner Sicht als risikoreich zu bewerten.
Storck versprach Aufforstungen als Ausgleich, jedoch sind diese im Umkreis Halle nicht realisierbar, da schlichtweg Fläche dieser Größe fehlt. Außerdem braucht ein neu angepflanzter Wald 50 bis 60 Jahre, um die Funktionen eines intakten Waldes zu erfüllen und 2050 ist bereits das Jahr, für das WissenschaftlerInnen gravierende Umweltprobleme prophezeien, wenn die Menschheit ihr Verhalten nicht ändert.
Befürworter des Vorhabens argumentieren damit, dass es sich um vergleichsweise wenige Bäume handelt, aber ich bin der Meinung, dass in Zeiten der Klimakrise jeder Baum zählt. Auch dürfen wir nicht nur die lokalen Folgen betrachten, sondern müssen das Problem in einem größeren Zusammenhang sehen.
Seit vielen Jahren gibt es den Konkurrenzkampf zwischen der Umwelt und der Wirtschaft, für den die Situation in Halle nur ein Beispiel ist und bei dem die Umwelt immer den Kürzeren ziehen musste. Und obwohl die Warnungen der WissenschaftlerInnen zur Klimakrise in den letzten Jahren immer lauter wurden, entscheiden wir Menschen uns immer noch in den meisten Fällen für die Wirtschaft. Unser wichtigstes Ziel scheint ein Streben nach stetiger Verbesserung und Erhöhung des Profits zu sein – nach einer unendlichen Expansion in einer endlichen Welt.
Bereits 1820 beschrieb Jean-Baptiste de Lamarck das menschliche Verhalten in Bezug auf die Umwelt folgendermaßen: „Mit seinem im Hinblick auf seine eigenen Interessen wenig hellsichtigen Egoismus, mit seinem Hang, alles ihm zur Verfügung Stehende auszukosten, kurzum durch seine Sorglosigkeit gegenüber der Zukunft und seinesgleichen scheint der Mensch auf die Vernichtung seiner Mittel zur Selbsterhaltung und auf die Zerstörung seiner eigenen Art hinzuarbeiten.“
Kurz gesagt: Wir streben mit einem unendlichen Wachstum unsere eigene Zerstörung beziehungsweise die Zerstörung der eigenen Art an.
Und damit ist klar: Die Begründung, dass Storck durch den expandierenden Weltmarkt zu einer Expansion gezwungen wird, ist für mich nicht akzeptabel, sondern ein egoistisches Argument für eine Erweiterung der Firma.
Und auch das Argument, man müsse die Arbeitsplätze erhalten beziehungsweise neue schaffen, ist nicht wirklich nachvollziehbar, denn wer soll denn in dem Werk arbeiten, wenn sich die Menschheit selbst auslöscht?
Mir ist selbstverständlich klar, dass die Firma wahrscheinlich woanders expandieren wird, wenn die Erweiterung in Halle gestoppt wird. Das wussten auch alle Beteiligten der Waldbesetzung. Mir ist auch bewusst, dass eine Expansion an einem anderen Standort möglicherweise noch negativere Auswirkungen für die Umwelt mit sich bringen könnte. Dennoch geht es darum, Zeichen für die Umwelt und gegen den Klimawandel zu setzen, und das ist mit der Aktion geschehen, denn die Besetzung des Steinhausener Waldes war die erste Waldbesetzung mit Erfolg.
Ich sehe das Anliegen der Firma Storck nicht als das eigentliche Problem an, sondern verurteile das Prinzip der Wirtschaftspolitik von einem ständigen Wachstum. Wir müssen aufhören, die Natur als Objekt zu betrachten und wir müssen aufhören die Wirtschaft über unseren Lebensraum zu stellen. Wir müssen aufwachen aus dem Traum von einer unendlichen Welt mit unendlichen Ressourcen und uns den Umweltproblemen stellen, die wir Menschen selbst zu verantworten haben.
Denn wir brauchen die Natur zum Überleben, der Mensch ist Teil der Natur und wenn wir die Natur zerstören, so zerstören wir uns selbst. Und ohne menschliches Leben wird es auch keine Wirtschaft mehr geben.

Anna Kötter, Q1

Storck Abholzung – mehr Chancen als Gefahren

Zunächst einmal möchte ich klarstellen, dass ich nicht für rücksichtslose Abholzungen bin, die Fällung der Bäume aber in diesem Fall für alternativlos halte, denn das Unternehmen muss expandieren, um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben, und dafür muss nun einmal der Wald gerodet werden.
Das Unternehmens Storck ist für unsere Region von großer Bedeutung: Zurzeit arbeiten in dem Werk in Halle 3200 Mitarbeiter und nach der Expansion werden bis zu 1700 weitere Arbeitskräfte benötigt. Dies ist ein Segen für unsere recht kleine Region, denn so viele Arbeitsplätze in einem Topunternehmen versprechen für die zukünftigen Generationen die Möglichkeit, Karriere in einem Unternehmen zu machen, das zu den besten Deutschlands gehört.
Hinzu kommen noch die Arbeitsplätze bei Unternehmen, die mit Storck kooperieren wie Logistikunternehmen, Handwerks- oder Zulieferbetriebe, die durch die Erweiterung gesichert werden. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Bedeutung für die umliegenden Hotels und die Gastronomie, die von auswärtigen MitarbeiterInnen oder KundInnen profitieren, die vorübergehend in dem Werk in Halle beschäftigt oder zu Besuch sind.
Lassen wir uns doch einmal auf das Gedankenspiel ein, Storck dürfe den Wald nicht roden. Was wäre die Alternative? Man könnte das Werk dort bauen, wo es keiner Rodung bedarf, also an einem Standort, der entfernt von der Firma in Halle liegt. Das hätte zur Folge, dass etliche Produkte zwischen den Werken transportiert werden müssten.
Der dadurch entstehende Querverkehr an Lkws, die zwischen den Standorten pendeln, würde auf langer Sicht ein hohes Maß an Emissionen und Umweltverschmutzung verursachen. Das wäre meiner Meinung nach schädlicher für die Klimabilanz, als wenn man sich auf die Rodung einlassen würde.
Eine weitere Möglichkeit, nämlich die Produktion ins Ausland zu verlagern, kann ich noch weniger befürworten. Hierzu könnte ein Land gewählt werden, in dem die Arbeitsschutzrichtlinien und Umweltschutzrichtlinien weniger streng sind als bei uns. Und was das bedeutet, muss ich nicht weiter ausführen.
Hinzu kämen die steuerlichen Verluste. Nicht nur Storck zahlt Steuern, sondern auch die MitarbeiterInnen. Wird das Werk woanders errichtet, fehlen dem Staat die Steuern des Arbeitgebers und ArbeitnehmerInnen.
Storck ist eine Firma, für die der ökologische Gedanke von großer Bedeutung ist, wie schon ein Rundgang über das Gelände zeigt, denn zwischen den Hallen sind viele Grünflächen angelegt und Bäume gepflanzt.
Außerdem sehe ich die Abholzung in Deutschland nicht wirklich als großes Problem an, denn es gibt große Maßnahmen zur Aufforstung. Jährlich werden 76 Millionen Kubikmeter Holz geerntet und es wachsen 122 Millionen Kubikmeter nach. Somit wächst einiges mehr nach, als gerodet wird. Deutschlands Gesamtvorrat an Holz beträgt 3,7 Milliarden m³, was im EU-Vergleich ein Spitzenwert ist.
Natürlich ist es um die Abholzung der Bäume schade, aber diese ist sicherlich verkraftbar, wenn man zum Beispiel Storck verpflichtet, sich bei der regionalen Aufforstung zu beteiligen. Meiner Meinung nach fehlte bei den Protesten die Weitsicht der Beteiligten, denn die von mir beschriebenen Auswirkungen und Alternativen wurden nicht in den Blick genommen. Daher möchte ich abschließend feststellen:
Die Welt wird nicht unbedingt im „Steini“ gerettet, nur weil das Abholzen einiger Bäume verhindert wird!

Bennet de Boer, Q2

Die AFS soll grüner werden

Hey Leute, hier ist wieder unser SV-Update. 😊

Dieses Mal etwas ausführlicher, denn wir haben euch von einer tollen Neuigkeit zu berichten.

Als SV sehen wir schon lange die Notwendigkeit, dem Thema Umwelt mehr Aufmerksamkeit an unserer Schule zukommen zu lassen. Nur haben unsere zeitlichen Kapazitäten bis jetzt nicht ausgereicht, um dem Thema genügend Beachtung zu schenken. Uns war klar, dass für ein umfassendes Thema wie dieses eine extra Gruppe gegründet werden muss. Durch Corona ist unser Vorhaben leider etwas in den Hintergrund gerückt, was sich nun jedoch ändert.

Wir dürfen euch verkünden, dass wir zusammen mit Frau Wenzel in der Planung zu einer Umwelt-AG stehen. Mithilfe dieser AG soll es viele coole Aktionen rund um die Gestaltung einer umweltfreundlicheren Schule geben, durch die wir euch und uns alle für ein nachhaltiges Verhalten sensibilisieren wollen.

Wie ist es zu der Idee einer AG gekommen?

Angefangen hat es mit der Teilnahme am Klimagipfel in Köln 2020, zu dem vier SchülerInnen aus der Q1 mit Frau Wenzel und Frau Prüßner gefahren sind. Dort wurden unter anderem Aktionsideen zu der Gestaltung einer umweltfreundlichen Schule gesammelt. Alle Ideen wurden uns vorgestellt, was wir so interessant fanden, dass wir den Beschluss fassten, eine Klima- und Umwelt-AG ins Leben zu rufen, um einige der Ideen umzusetzen. Als Leiterin gewannen wir Frau Wenzel und so konnten wir schon im April 2021 die Planung starten.

Unser Ziel ist es, das Umweltbewusstsein an unserer Schule zu steigern und die AFS umweltfreundlicher zu gestalten. Um dies zu erreichen, möchten wir eine Arbeitsgemeinschaft aus SchülerInnen verschiedener Jahrgänge und aus Lehrkräften einrichten, in der sich alle auf Augenhöhe begegnen. Jede/r aus der Schulgemeinschaft solle sich deshalb eingeladen fühlen, an der AG teilzunehmen. Alle Interessierten können sich gerne bei Frau Wenzel über Teams melden. Wir freuen uns auf euch!

Abschließend möchten wir auch noch einmal für unsere SV-Treffen werben, zu denen alle herzlich willkommen sind. Wir treffen uns momentan immer donnerstags in der Mittagspause, meistens über Teams. Wer gerne teilnehmen möchte, melde sich bitte über unseren Instagram-Account @sv.afs.gt oder über eine Nachricht bei Teams an eine unserer SV-Lehrkräfte (Frau Görlich, Frau Beil oder Herr Acar).

Eure SV 😉

Foto: Elke Wenzel

Informationen zur WP-Wahl in Jahrgang 7

Liebe Eltern, liebe Schülerin, lieber Schüler!

In Klasse 7 erscheint ein neues Fach im Stundenplan, das bis zum Ende des 10. Schuljahres bleiben wird: der Wahlpflichtunterricht, kurz WP genannt. Aus vier angebotenen Wahlpflichtbereichen wählst Du einen Bereich aus. 

Zur Wahl stehen:

  • Arbeitslehre (AL)
  • Darstellen und Gestalten (D&G)
  • Naturwissenschaften (NW)
  • Fremdsprachen (Französisch, Spanisch)

Aus diesen vier Bereichen wählst du einen, 

  • der dich am meisten interessiert,
  • der dir am meisten Freude macht und
  • den du am besten kannst.

Diese Entscheidung ist für dich nicht ganz einfach, weil du noch nicht alles weißt, worauf es bei dieser Wahl ankommt. Du solltest daher sehr sorgfältig und gut überlegen, denn diese Entscheidung gilt für vier Jahre.

Deshalb lass dich von deinen Eltern und deinen Lehrer*innen gut beraten. Wir unterstützen Dich und Deine Eltern zusätzlich mit einer WP-Informations-Broschüre und Selbstdiagnose-Bögen zu den Bereichen, um Dir bei der Entscheidung zu helfen. Die Materialien findest du hier auf der Homepage und unter MS Teams.

Wie läuft das Wahlverfahren ab?

1.    Im zweiten Schulhalbjahr werden Eltern und Schüler*innen von den Klassen- und Fachlehrer*innen

ausführlich beraten. Letztendlich entscheidest Du als Schüler*in selbst, in welchem Bereich Du in den nächsten vier Jahren verstärkt lernen möchtest.

2.     Besprich die Wahl zuvor ausführlich mit deinen Eltern und auch mit deinen Klassenlehrer*innen!

3.      Am Mittwoch, den 26.05.21 findet ab 18:00 Uhr online ein Elternabend statt, bei dem sich Deine Eltern über die unterschiedlichen Bereiche noch einmal ganz genau informieren können. Bis

4.      Bis Mittwoch, den 03.06.2021 musst du deinen Wahlbogen bei deiner Klassenleitung abgeben.

Es grüßt herzlich die Abteilungsleitung Jg. 5-7      

Linda Garic

Gütersloh, Mai 2021, Didaktische Leitung Elke Wenzel     

Der ökologische Fußabdruck der AFS

Neben einer weltweiten Pandemie erwähnte er auch den Klimawandel. Während wir vorerst der Gefahr zu entgehen scheinen, durch das Coronavirus vernichtet zu werden, hat der zweite Faktor, der Klimawandel, auch zukünftig ein großes zerstörerisches Potenzial.

Der berühmte Physiker Stephen Hawking hat vor vielen Jahren mehrere Faktoren genannt, durch die die Menschheit ausgelöscht werden könnte.

Insbesondere wir Jugendlichen werden sehr darunter leiden, denn wir sind die Generation, die die Auswirkungen unseres heutigen Handelns spüren wird. Deswegen ist es Zeit, den Klimawandel aufzuhalten. Dazu kann nicht nur jede/r Einzelne beitragen, sondern auch alle Institutionen sollten den Verbrauch ihrer Ressourcen im Blick haben.

Ich möchte in meinem Text die Institution unter die Lupe zu nehmen, die einen großen Anteil an unserer persönlichen Entwicklung hat: Es ist Zeit, die Klimabilanz der AFS zu untersuchen.

Im Zusammenhang mit dem Thema spricht man oft vom ökologischen Fußabdruck, der angibt, wie sehr die Verhaltensweisen und der Ressourcenverbrauch einer Person oder einer Organisation sich auf das Klima auswirken. Dabei werden viele Kategorien berücksichtigt, von denen ich in meinem Artikel einige wie den Strom- und Papierverbrauch sowie das Abfallaufkommen beleuchten möchte.

Foto: FlöF

Die AFS bezieht ihr Papier von der Steinbeis Papier GmbH. Das deutsche Unternehmen schöpft sein Papier aus recyceltem Altpapier und spart somit viel CO2 ein, weshalb das Papier mit den Umweltlabeln EU Ecolabel und dem Blauen Engel ausgezeichnet wurde.

Insgesamt hat die AFS im Jahr 2019 1.060.00 DIN A4-Blätter sowie 20.000 DIN A3-Blätter verbraucht. Im Jahr darauf sank der Papierverbrauch von DIN A4-Papier um 31 % auf 740.000 Blätter und bei den DIN A3-Blättern sogar um die Hälfte, was hauptsächlich auf den Lockdown und das damit zusammenhängende Homeschooling zurückzuführen ist.

Der Einsatz von recyceltem Papier wirkt sich positiv auf die Umwelt aus. So verbrauchen die  1.060.000 DIN A4-Blätter insgesamt 47.071 Liter Wasser und es werden 2.998 kg CO2 produziert. Das ist deutlich weniger als bei nicht-recyceltem DIN A4 Papier, welches bei der gleichen Menge ca. 275.000 Liter Wasser verbraucht und rund 6.400 kg CO2 ausstößt.

Dafür, dass unsere Schule Recyclingpapier benutzt und für die gesunkenen Zahlen kann man die AFS beglückwünschen. Allerdings bleibt die Frage, ob es diesen Trend auch ohne Corona und das Homeschooling gegeben hätte.

Und wie sieht es mit dem Abfall aus? Der Mensa und der Schule stehen 18 Mülltonnen mit einem Fassungsvermögen von je 1000 l zur Verfügung, jeweils sechs Tonnen für jede Abfallkategorie, organische Abfälle, Papiermüll und Restmüll. Alle Tonnen sind bei der wöchentlichen Leerung durch die Abfallwirtschaft GT komplett gefüllt sind.

Man könnte denken, dass man an einer Schule mehr Papier- als Restmülltonnen brauchen würde, da aber leider viele SchülerInnen Papier in den Restmüll werfen, ist das nicht der Fall.

Ein anderer wichtiger Faktor für das Klima ist der Stromverbrauch. Normalerweise liegt er an der AFS In einem Jahr bei circa 453.000 kWh, aber auch hier hat sich der Lockdown bemerkbar gemacht, denn im Frühjahr 2020 sank der Verbrauch stärker als in anderen Jahren. Leider hat diese Entwicklung nur einen geringen Einfluss auf die Zahlen, da circa zwei Drittel des Stroms von Oktober bis April verbraucht werden.

Wichtig ist noch zu sagen, dass es auf dem Dach der AFS zwei Photovoltaikanlagen gibt, die von einem gemeinnützigen Verein kontrolliert werden und jährlich insgesamt 90.000 kWh Strom produzieren. Allerdings profitiert nicht die Schule von dieser Solarenergie, denn der erzeugte Strom wird zu den Stadtwerken geleitet und kommt somit allen Stromkunden zugute. Das führt im Umkehrschluss dazu, dass der Stromverbrauch der AFS nur zu einem winzigen Teil aus ihren eigenen Solarzellen kommt und der Rest wird auch nur teilweise mit CO2-armen Methoden produziert.

Ein weiterer Aspekt ist die Wärmeerzeugung für unsere Heizungen und das Warmwasser. Die  Heizwasserkessel werden mit Gas und Holzpellets betrieben, wobei mehr Pellets als Gas zum Einsatz kommen.  Beide Methoden sind sehr CO2-lastig und produzieren Feinstaub, wobei eine Gasheizung mehr CO2 ausstößt und eine moderne Pelletheizung mehr Feinstaub produziert. Da der Lockdown eher in den wärmeren Monaten des Jahres 2020 lag, hatte er keine merklichen Auswirkungen auf die Verbrauchszahlen.

Zuletzt soll noch der Faktor Wasser beleuchtet werden. Im Jahr 2018 lag der durchschnittliche Wasserverbrauch bei 300.000 Litern; der größte Anteil wird dabei im Winter für das Warmwasser genutzt. In kalten Wintern kann es vorkommen, dass der Verbrauch extrem ansteigt, so etwa im Winter 2019, als wir circa 500.000 Litern verbrauchten.

Ich habe viele Zahlen aufgelistet, aber was heißt das jetzt für unsere Schule und für uns? In welchem Maße wirkt sich der normale Schulbetrieb negativ auf das ökologische Gleichgewicht aus?

Unsere Schule versucht in manchen Bereichen einen grünen Weg zu gehen, zum Beispiel durch das Nutzen von recyceltem Papier und CO2-armen Heizmethoden. Auch der Solarförderverein, der mit der Schule zusammenarbeitet und in dem ehemalige und aktuelle Lehrer, SchülerInnen und Eltern vertreten sind, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Jedoch gibt es in manchen Bereichen noch deutlichen Verbesserungsbedarf. So muss die Schule die Digitalisierung weiter vorantreiben, damit der Papierverbrauch stärker reduziert wird, zum Beispiel, indem die Lehrer dazu angehalten werden, weniger Arbeitsblätter auszudrucken und digitale Endgeräte zu benutzen.

Auch könnte man das Thema Solarenergie stärker in den Unterricht einbinden, zum Beispiel in den Technik- oder Physikunterricht, um SchülerInnen zu motivieren sich damit auseinanderzusetzen.

Um den ökologischen Fußabdruck in Bezug auf das Thema Stromverbrauch zu verringern, sollte der auf dem Dach der Schule produzierte Strom weitgehend der Schule zugeführt werden. Außerdem sollte man die Anlage vergrößern und weitere Solarzellen auf die Sporthalle und die Fachräume der MINT-Fächer bauen. Mit einer großen Menge an Strom könnte die Schule dann elektrisch heizen.

Und auch in allen anderen Bereichen sollten darüber nachgedacht werden, wie man noch mehr Ressourcen schonen kann, damit die Schule in der nahen Zukunft klimaneutral wird. Das muss das Ziel von Institutionen wie Schulen sein, in denen wir für das Leben in der Zukunft vorbereitet werden.

Ich danke dem Hausmeister und dem Sekretariat der AFS für ihre Unterstützung bei meinen Recherchen.

Thore Brandau

Gemeinsames Bürgerforum von Anne-Frank-Gesamtschule und Volkshochschule Gütersloh anlässlich des Europatages

Schüler*innen der Anne-Frank-Gesamtschule diskutieren mit Bundestagskandidat*innen digital über aktuelle Herausforderungen für Europa

Artikel von Michael Schüthuth

Was läuft gut in Europa? Was könnte besser laufen? Unter dieser Fragestellung fand in Kooperation mit der Volkshochschule bereits zum wiederholten Mal ein Europadialog in der Anne-Frank-Gesamtschule statt. Schüler*innen des 11. Jahrganges diskutierten untereinander und mit Politiker*innen verschiedener Parteien vor allem drei Fragen: Welche Rolle spielt Europa in meinem Alltag? Welche sind im europäischen Kontext zurzeit die größten Herausforderungen? Wie könnte eine Lösung dieser Probleme aussehen? Gefragt waren die persönlichen Ansichten, Wünsche, Ideen und Meinungen der Schüler*innen, aber auch ihre Bedenken und Sorgen. Das Besondere an dieser Veranstaltung: Sie musste erstmals vollständig online ablaufen.

Jan Rüter begrüßte alle Teilnehmer*innen und Henrike Dulisch organisierte den inhaltlichen Ablauf.

Die Gruppe der mitdiskutierenden Politiker*innen war dabei hochkarätig besetzt. Für Bündnis 90 / Die Grünen beteiligte sich Bundestagsdirektkandidat Sebastian Stölting an der Veranstaltung, die FDP war durch ihren Direktkandidaten Patrick Büker ebenso prominent vertreten. Direkt aus Berlin war Elvan Korkmaz zugeschaltet, die seit 2017 für die SPD einen Sitz im Bundestag hat. Wegen der parallel stattfindenden Bundestagssitzung konnte sie jedoch nicht durchgängig an der Veranstaltung teilnehmen. Sie wurde daher zeitweise von dem Juso-Kreisvorsitzenden Matthis Haverland vertreten. Birgit Ernst, die sich vor zwei Jahren für die CDU um einen Sitz im Europäischen Parlament beworben hatte, musste ihre Teilnahme kurzfristig absagen.

Dagmar Klein (Jahrgangsbetreuerin) und Michael Schüthuth (Koordinator für Gesellschaftswissenschaften).

„Wir brauchen eine der CO2-Steuer vergleichbare Abgabe für Plastikmüll. Wenn man dann noch die Menge an Plastikverpackungen, die ein Unternehmen produzieren darf, durch entsprechende Zertifikate begrenzt, dann ist ein wirksamer Schritt zur Vermeidung des Plastikmülls getan.“ Dies war nur ein Vorschlag, den Schüler*innen der Anne-Frank-Gesamtschule am vergangenen Donnerstag im Rahmen des in Kooperation mit der Volkshochschule veranstalteten Europadialogs machten, um den Klima- und Umweltschutz in Europa voranzutreiben. Derweil beschäftigten sich andere mit der wichtigen Frage, wie nach der Corona-Pandemie die Wirtschaft nachhaltig gefördert werden könne. Für sie stand völlig außer Frage, dass Unternehmen, die unter den Anti-Corona-Maßnahmen besonders gelitten haben, finanzielle Unterstützung erhalten müssten. Dies gelte auch und gerade für den Kulturbereich, dem die öffentliche Hand auch durch Initiierung und Ausrichtung eigens dazu ins Leben gerufener kultureller Veranstaltungen unter die Arme greifen solle. Im Bereich der Bildung mahnten die Jugendlichen bezahlbare Hardware für Kinder aus sozial schwächer gestellten Familien an. Es könne nicht sein, dass die individuellen Bildungschancen noch immer sehr stark davon abhängen, aus welcher gesellschaftlichen Schicht man stamme. Jeder dieser Vorschläge wurde zum Teil heftig unter den teilnehmenden Schüler*innen und auch mit den anwesenden Politiker*innen aus SPD, FDP und von Bündnis 90 / Die Grünen diskutiert.

Dr. Mariella Gronenthal moderierte die Konferenz.

Die Themen hatten die Jugendlichen dabei selbst gesetzt. Gespannt verfolgten die Schüler*innen, was die Teilnehmenden aus der Politik dazu zu sagen hatten. Dabei mussten sie feststellen, dass beispielsweise die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens von den Anwesenden zwar als interessant angesehen wurde, doch müsse es eher darum gehen, Arbeit so zu gestalten, dass man von ihr leben könne. „Es war sehr interessant und hat richtig Spaß gemacht, mit den Politikern zu diskutieren“ war das Fazit von Johanna Löhr zu der Diskussion.

Politiker*innen und Schüler*innen in der Online-Diskussion.

Viel Lob kam von den Politprofis für die engagierte Mitarbeit der Schüler*innen in den Diskussionsrunden. Diese wussten umgekehrt sehr zu schätzen, dass sie mit den prominenten Gästen auf Augenhöhe sprechen konnten. Manche hätten sich sogar noch mehr Zeit mit den Politiker*innen gewünscht. „Ich habe heute sehr viel über Politik gelernt“, so Linus Fortenbacher nach der Veranstaltung. „Vor allem aber hat mir gefallen, dass die Politiker*innen unsere Meinung sehr ernst genommen haben und sich ganz offensichtlich sehr für die Belange von uns Schüler*innen interessieren.“ Und Fawaz Othman sekundierte: „Ich fand sehr spannend, zu sehen, wie die Politiker*innen trotz Meinungsverschiedenheit in der Sache sehr wertschätzend miteinander umgegangen sind. Andererseits haben sie sich immer wieder auch gegenseitig Recht gegeben.“ Viele Schüler*innen gaben später an, nun viel besser zu wissen, wofür die einzelnen Parteien eigentlich einstünden.

Fabian Flöper, Dagmar Klein, Henrike Dulisch, Dr. Mariella Gronenthal und Michael Schüthuth organisierten das gemeinsame Bürgerforum anlässlich des Europatages.

Sicherlich nicht ungehört blieb das einmütige Plädoyer von Patrick Büker, Sebastian Stölting und Matthis Haverland ganz am Schluss: „Wahrscheinlich geht bei der kommenden Bundestagswahl noch niemand von euch wählen. Aber macht von dieser Chance Gebrauch, sobald ihr die Gelegenheit dazu habt. Dabei ist nicht wichtig, ob ihr eure Stimme nun der CDU oder der SPD, der FDP oder den Grünen gebt. Wichtig ist nur, dass ihr eine demokratische Partei wählt.“ Der Europadialog wurde im Rahmen einer sehr erfolgreichen Kooperation durchgeführt, die die Anne-Frank-Gesamtschule vor bereits vor drei Jahren Volkshochschule Gütersloh eingegangen ist. Moderiert und geleitet wurde die Veranstaltung ebenso kompetent wie engagiert von der stellvertretenden Leiterin der Volkshochschule, Dr. Mariella Gronenthal. Schon einmal vor zwei Jahren war ein ähnliches Bürgerforum durchgeführt worden. Neu aber war diesmal, dass wegen der Corona-Pandemie die komplette Veranstaltung online als Videokonferenz durchgeführt wurde. Auch die Politiker*innen waren per Videostream zugeschaltet. Die einzelnen Diskussionsrunden wurden in sogenannten Breakout Rooms durchgeführt. Alle Beteiligten waren gespannt, ob das wirklich funktionieren würde. Am Ende aber waren sie sich einig: Der technische Aufwand hatte sich gelohnt. Schon jetzt steht fest, dass es im nächsten Jahr wieder ein Europaforum geben soll, dann aber hoffentlich wieder in Präsenz.

Fotos: Fabian Flöper