Hallo, liebe Leserinnen und Leser!

Hallo, liebe Leserinnen und Leser!

Kurz vor den Weihnachtsferien haben wir wieder eine neue Ausgabe der Virus für euch, um euch die Ferien zu versüßen.

Unser cooles Cover wurde passend zu einem Bericht über den Hambacher Forst von einer unser Redakteurinnen selbst gemalt. Weitere Themen sind die Feierlichkeiten zum Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren, die Fahrt des „European Studies“ – Kurses nach Brüssel, die Roberta-AG, ein Auslandsaufenthalt in Australien, die aktuelle Formel Eins Saison, das Leben als Transgender und vieles mehr. Außerdem erfahrt ihr, was in der SV zur Zeit passiert, bekommt wieder einen Buchtipp und natürlich fehlt auch nicht  der Psychotest. Dieses Mal könnt ihr herausfinden,  ob ihr ein guter Lehrer wäret oder nicht. Wir wünschen euch weiße Weihnachten und schöne Ferien! Viel Spaß beim Lesen! Eure Virusredaktion

Beendigung des Ersten Weltkrieges vor hundert Jahren

Am 11.11 2018 trafen sich mehr als 60 Staats- und Regierungschefs, unter anderem Angela Merkel, Donald Trump, Emmanuel Macron und Wladimir Putin in Paris, um dem Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren  zu gedenken.

Bei diesem Treffen rief Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dazu auf, für eine bessere Welt und für den Frieden zu kämpfen. Auch zündete er die ewige Flamme unter dem Pariser Triumphbogen an, die 1923 das erste Mal im Gedenken an den unbekannten Soldaten angezündet wurde.  In der Grabstelle am Triumphbogen liegt einer von vielen toten Soldaten, die nach dem Ersten Weltkrieg nicht  identifiziert werden konnten; erinnern soll dieses Denkmal allerdings an alle toten Soldaten, die anonym begraben wurden.

Nachdem Angela Merkel 2009 als deutsche Kanzlerin zum ersten Mal an diesem gemeinsamen Gedenken teilgenommen hatte – vor ihr war kein deutscher Kanzler zu der Feier eingeladen  – , vertrat sie jetzt zum zweiten Mal die Bundesrepublik Deutschland bei dieser wichtigen Zeremonie.

Doch worum geht es eigentlich genau?

Am 11.11.1918 wurde nach einem vierjährigen grausamen Krieg der Waffenstillstand zwischen Deutschland auf der einen und  Frankreich, Großbritannien und Russland auf der anderen Seite geschlossen.  Aus diesem Grund läuten seitdem am 11.11. um 11 Uhr in Frankreich die Glocken läuten. Und auch in vielen anderen Ländern  weltweit  läuteten in diesem Jahr die Glocken um 13:30 Uhr, um an das Kriegsende zu erinnern.

Auslöser des Krieges war am 28. Juni 1914 ein Attentat eines 19-jährigen bosnisch-serbischen nationalistischen Attentäters namens Gavrilo Princip. Er erschoss den  österreichisch-ungarischen  Thronfolger Erzherzog Franz-Ferdinand und seine Ehefrau Sophie,  da er für die Unabhängigkeit von der sogenannten  k. und k. – Monarchie (kaiserlich und königlich) eintreten wollte.

Als Folge dieses Attentats erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg und Russland, ein Bündnispartner Serbiens, erklärte Österreich-Ungarn den Krieg.

Anschließend trat das Deutsche Kaiserreich als  Bündnispartner Österreich-Ungarns in das Kriegsgeschehen ein sowie wenig später Großbritannien und Frankreich, die einen Beistandspakt mit Russland hatten. Der Erste Weltkrieg hatte begonnen.

Doch auch schon vor dem Attentat stritten sich die Länder um die Vormachtstellung, weshalb es früher oder später wahrscheinlich sowieso zum Krieg gekommen wäre.  Das Attentat war also nur ein Auslöser, der  bereits vorhandene Probleme zum Eskalieren brachte.

Im Ersten Weltkrieg, in Frankreich auch der „Große Krieg“ genannt, starben über 17 Millionen Menschen, wobei es 9,7 Millionen tote Soldaten und rund sieben Millionen Tote unter den Zivilisten gab. Nie zuvor hatte es einen Krieg mit so schrecklichen Folgen gegeben und es ist zu hoffen, dass es nie wieder zu einem solchen Krieg kommen wird.

Es ist absolut notwendig, immer wieder der Opfer des Ersten Weltkrieges zu gedenken und das jährliche Treffen der Nationen ist ein wichtiges Ereignis , damit viele Staatsoberhäupter gemeinsam für den Frieden einstehen.

Joy Louice Köntges, Jg 8

Das große Bewerbungstraining

Das große Bewerbungstraining

Am 12.09 fand an unserer Schule das große Bewerbungstraining statt, bei dem alle Zehntklässler erste Einblicke in ein echtes Bewerbungsgespräch bekommen konnten, um sich auf zukünftige Bewerbungsgespräche vorzubereiten.

Das Projekt wurde von den für die Berufsvorbereitung zuständigen Lehrerinnen organisiert, die von Mitarbeitern der Caritas, des Klinikums Gütersloh, der Volksbank, der Sparkasse, den Stadtwerken und den Firmen Pfleiderer, Huga, Lidl und Teckentrup unterstützt wurden.

Zur Vorbereitung hatten alle Schüler bereits im Vorfeld ihre Bewerbungsmappen mitsamt Lebenslauf und Anschreiben fertiggestellt und in Rollenspielen im Unterricht die Gespräche geübt. Jeder Schüler hatte sich für ein Unternehmen entschieden und musste selbstständig zu einer bestimmten Zeit den Unterricht verlassen und sich zu dem für ihn vorgesehenen Raum begeben, in dem ein zwanzigminütiges Bewerbungstraining bei dem Personalleiter der jeweiligen Firma stattfand – das natürlich genauso ablief, wie ein echtes Bewerbungsgespräch.

Nachdem die Schüler sich präsentiert hatten, wurden sie auf eventuelle Fehler hingewiesen und bekamen Tipps für die Zukunft.

Das Projekt zu organisieren, war aufwändig, aber die Arbeit hat sich gelohnt, denn die Schüler waren begeistert und äußerten, das Training habe ihnen viel Spaß gemacht. Frau Klein als Zuständige für die Berufsorientierung an unserer Schule lobte das Projekt und sagte, dass es sehr erfolgreich gewesen sei.

Ich als Elftklässler finde es schade, dass wir im letzten Jahr so etwas noch nicht durchgeführt haben, freue mich aber für alle kommenden Zehntklässler darüber, dass sie die Chance auf so ein effektives Bewerbungstraining haben.

Linus Martinschledde, EF   Fotos von Sebastian Schmeding

Der Bürgerdialog

Der Bürgerdialog

Bürgerdialog – habt ihr dieses Wort schon einmal gehört? Und könnt ihr euch darunter etwas vorstellen? Wahrscheinlich nicht, daher möchte ich euch an einem konkreten Beispiel beschreiben, was ein Bürgerdialog ist.

Am 02.10. habe ich gemeinsam mit einigen anderen Schülern in der Volkshochschule Gütersloh an einem  Bürgerdialog zum Thema „Europa“ teilgenommen. Dort trafen wir uns mit anderen Gütersloher Bürgern verschiedener Altersstufen, um über Europa und die Bedeutung der Europäischen Union für unser Leben zu sprechen.

Anwesend war bei diesem Gespräch auch der ostwestfälische Europaabgeordnete Elmar Brok, der uns sehr kompetent alle Fragen beantworten konnte, die wir zu diesem Thema hatten.

Aber noch interessanter als die Informationen war der Diskurs mit unseren Mitbürgern an unseren einzelnen Gruppentischen. Als Diskussionsimpuls dienten drei Fragen: Welchen Einfluss hat die Europäische Union auf unser tägliches Leben? Worin sehen wir in Zukunft die größten Herausforderungen für die Europäische Union? Welche Vorschläge haben wir zur Lösung dieser Herausforderungen?

Diese Fragen haben wir an jeweils drei verschiedenen Gruppentischen diskutiert und dabei ist schnell aufgefallen, dass auch die jüngsten Teilnehmer an unserem Tisch meist eine sehr konkrete Meinung zu Europa hatten und auch konstruktive Kritik an der Umsetzung des europäischen Gedankens üben konnten.

Interessant war es, zu beobachten, wie unterschiedlich die verschiedenen Generationen aufgrund ihrer verschiedenen Biographien die europäische Verbundenheit betrachten wertschätzen. So sprachen die  älteren Mitbürger immer wieder von der Bedeutung der EU für den Frieden, da Jahrhunderte alte Konflikte aus der Welt geschafft wurden, wohingegen wir Jüngeren oftmals die Bedeutung der offenen Grenzen für die Reisefreiheit betonten.

Die Gespräche waren sehr spannend und ich kann es nur jedem ans Herz legen, an einem Bürgerdialog, egal zu welchem Thema teilzunehmen, weil jeder zu jedem Thema eine bestimmte Meinung hat und diese in diesem Rahmen kundtun kann.

Auch kann ein Bürgerdialog Menschen zum Umdenken bewegen, da die Meinungen und Vorschläge anderer Menschen häufig von den eigenen Gedanken abweichen. Genau dieses Aufeinandertreffen von verschiedensten Menschen und Meinungen macht den Bürgerdialog so reizvoll, denn nur so kann man lernen in angemessener Weise seine Überzeugungen zu verteidigen oder sich gar zu ändern, indem man sich von anderen überzeugen lässt.

Im Anschluss an die Veranstaltung nahm Elmar Brok unsere Vorschläge mit nach Brüssel und Straßburg, damit sich dort die unterschiedlichen Gremien damit befassen. Und wer weiß, ob nicht demnächst sogar im Europäischen Parlament über unsere Ideen diskutiert wird. Dann wäre unser Bürgerdialog tatsächlich ein erster Schritt zu gelebter direkter Demokratie.

Aleksandar Mitrovic, Q2

Fotos: Rolf Jostkleigrewe

Abseits der Schule – Wo Engagement mehr Wert hat als Noten

Meine Erfahrungen bei der 61. young leaders Akademie in Strausberg bei Berlin

Nun sitze ich gerade im ICE nach Berlin und werde als Teilnehmer der 61. Young leaders Akademie eine Woche (24.07. bis 29.07.2018) in Strausberg im Zentrum für Informationsarbeit der deutschen Bundeswehr verbringen. Mit rund einhundert weiteren Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland werde ich polit-aktuelle Fragen zu Globalisierung, Ethik, Medien und Fortschritt diskutieren.

Wir alle opfern für dieses Event gern eine Woche unserer heiligen Sommerferien, denn soziales Engagement, welches uns alle in dieser Sache verbindet, ist das Standbein einer zukunftsfähigen Gesellschaft.

Uns erwarten in dieser Akademie spannende und vielseitige Workshops und Diskussionen mit Wissenschaftlern, Professoren, Diplom-Pädagogen, Geschäftsführern und Referenten verschiedenster Unternehmen aus aller Welt. Dazu zählen Professor Nicanor Austriaco aus den USA, Chefreporter Stephan Mayer des Bayerischen Rundfunks und andere mehr.

Wir alle wurden wegen unseres sozialen Engagements, das unterschiedlicher nicht hätte sein können, zu dieser Akademie eingeladen. Wir sind Klassensprecher, Schülerzeitungsredakteure, Schulsanitäter und vieles mehr.

Endlich angekommen in Berlin hieß es erst einmal einander kennenlernen. Wir alle waren so verschieden und hatten doch irgendwie etwas, das uns verband.

Es folgte ein Tag der grundsätzlichen Fragen. Professor Nicanor Austriaco (Provodence College, Rhode Island; Fachgebiet: Bioethik) leitete philosophische Diskussionen zu „human dignity“ (menschliche Würde), „Freedom“ (Freiheit), „responsibility“ (Verantwortung)„Bioethics“(Bioethik) und „the proof of God“ (Beweis der Existenz Gottes).

Der folgende Tag war ethischen Fragen in der Bundeswehr gewidmet. Offiziere mit Auslandseinsatzerfahrung in Mali und Afghanistan berührten dabei auch aktuelle Fragen wie das Friedensverständnis des Islam: Kann es einen Frieden in allen Religionen geben? Kann ich von Menschenrechten sprechen oder muss ich von Gruppierungsrechten sprechen?

All das zeigte uns, wie wichtig es ist, im kulturellen Austausch zu stehen und zu versuchen, Meinungen und Weltanschauungen anderer zu verstehen. Der

Der Freitag hob sich von den anderen Tagen ein wenig ab. In das Akademieprogramm war ein Jugend-Presse-Kongress eingebettet, ganz im Rahmen „Jugend macht News“. Der ganze Tag war überschrieben mit der eigenen Produktion und Publikation eines TV-Magazins, einer offiziellen Zeitung und eines eignen Webmags.

Wir lernten also in Workshops und Kleingruppen, was es heißt, ein Journalist zu sein und wie es sich dabei mit Medienpublikationen und Recherche verhält. Wir klärten Fragen zu allgemeinen Themen wie:  „Wie recherchiere ich richtig?“ und „Braucht es Profijournalisten, wenn doch jeder selbst durch das Internet zum Journalist werden kann?“.

Aber es entwickelten sich auch ganz konkrete Fragen zum Journalismus wie „Können Menschen durch Bilder und Schrift manipuliert werden?“ und „Welche Verantwortung trägt eine Journalist mit seinem Artikel?“

Als wir dann unsere Berichte fertiggestellt hatten, konnten wir am Ende des Tages unseren TV-Beitrag veröffentlichen und auch die Zeitungen in Hände von hocherfreuten  Jungjournalisten verteilen.

Es folgten Workshops zu den Themen „Business English Job applyment – Wie bewerbe ich mich international?“, „Führen und Führungskräfte – Wie wichtig sind Kommunikation, Motivation und Feedback?“, „Assessmentcenter- Was muss ich vorher wissen?“ und „Verhandlungstraining – Wie kann ich den anderen von dem überzeugen, was ich möchte?“ Alle vier Trainings haben uns alle ein großes Stück in unserer sozialen Laufbahn weitergebracht.

„Wir freuen uns, dass diese Akademie durch diese Workshops einen solch runden Abschluss finden konnte, denn was gibt es Schöneres zu sagen, als die young leaders, die Führungskräfte von morgen gut vorbereitet in ihre Zukunft starten zu lassen“, so Sigrid Dispert, Leiterin des Führungsworkshops.

Der letzte Programmpunkt der Akademie am Sonntagmorgen fand in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen statt. Die ehemalige Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR vermittelte uns auf ihre ganz eigene Art ihre leidvolle und traurige Geschichte.

Unsere Tourguides auf dem Gelände waren allesamt selbst einmal Insassen dieses Gefängnisses  und konnten uns so mit ihrer Glaubwürdigkeit und Schülernähe die Geschichte sehr deutlich vermitteln. Uns wurde bewusst, was hier vor 30 Jahren noch real geschehen ist. Nach unseren Führungen, so gegen Mittag, hieß es dann leider nur leider schon „Auf Wiedersehen“ sagen.

Auch wenn diese young leaders Akademie nur eine kurze Woche dauerte, so haben wir viele neue Kontakte und tiefe Freundschaften entwickeln können und wir verblieben alle in der Hoffnung uns bei einer nächsten Veranstaltung wiederzusehen zu können.

Jannik Dotzki, Q2