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Warum Fußball, wenn doch alles geschlossen ist?

Die Pandemie bestimmt seit mehr als einem Jahr unser Leben – Online Unterricht, getrennte Klassen, keine Treffen mit Freunden, keine Urlaubsreisen. All dies erdulden wir nun schon so lange und stellen uns eigentlich nur die eine Frage: Wann ist es endlich vorbei?

Da haben sich im letzten Jahr viele Menschen darüber gewundert, dass plötzlich wieder Fußballspiele ausgetragen wurden. Natürlich gab es daran sehr viel Kritik, aber es gibt auch einiges, was für die Öffnungen in diesem Bereich spricht.

So gehören zu  einem großen Sportverein wie etwa dem FC Bayern München oder Borussia Dortmund nicht nur die SpielerInnen, TrainerInnen und ManagerInnen, sondern auch tausende Menschen, die durch den Stillstand ihre Arbeit nicht ausüben konnten. Die Angestellten eines Vereins werden in der Regel vom Verein selber bezahlt, doch wie soll dieser das schaffen, wenn er kein Geld mehr hat?

Dafür brauchen die Vereine  zum Beispiel die Einnahmen aus den  TV-Lizenzen, die sie bekommen, wenn die Spiele im Fernsehen ausgetragen werden. Wird aber kein Fußball gespielt, so kann auch keiner Fußball schauen und es wird kein Geld eingenommen.

Natürlich konnten die Vereine nicht einfach so weitermachen wie vorher und es gibt auch nach wie vor erhebliche finanzielle Einbußen, denn immer noch fallen die Einnahmen aus den Zuschauergeldern weg, die normalerweise an einem einzelnen Spieltag um die 3.2  Millionen € ausmachen.  Ganz zu schweigen von den Betreibern der Imbissbuden beziehungsweise  der Getränkestände in den Stadien oder der Vereinskneipen, die nach wie vor auf ihr Geschäft verzichten müssen.

Erfreulicherweise gibt es einige Mannschaften, in denen die  Spieler geschlossen auf Teile ihres Gehalts verzichten, damit die MitarbeiterInnen bezahlt werden können. So bekommen die Spieler von Eintracht Frankfurt zur Zeit 20 % weniger Gehalt.

Damit überhaupt gespielt werden kann, wurden Hygienekonzepte entwickelt, die zum Beispiel vorsehen, dass die SpielerInnen und die BetreuerInnen jede Woche mindestens zweimal getestet werden. Wird jemand positiv getestet, so muss er sofort in Quarantäne und alle anderen werden noch einmal getestet, wobei die Mannschaft nur regulär weiterspielen darf, wenn alle negativ sind. Wenn nicht, so begibt sich die ganze Mannschaft umgehend in Quarantäne und die Spiele werden abgesagt.

Auch müssen alle SpielerInnen, die sich nicht auf dem Fußballfeld befinden, eine Maske tragen. Ausgenommen hiervon sind die TrainerInnen,  wenn sie an der Seitenlinie stehen – natürlich mit ausreichendem Abstand.

Natürlich wird häufig kritisiert, dass Fußball gespielt werden darf, aber ich finde es einfach wichtig, nicht nur wegen der Arbeitsplätze, sondern weil Fußball auch ein Teil unserer Kultur ist, auch wenn es natürlich viele Kritikpunkte gibt. So finde ich es absolut nicht akzeptabel, dass Länderspiele in Risikogebieten stattfinden.

Jedem begeisterten Fußballfan stellt sich jetzt natürlich die Frage, wann es für die ZuschauerInnen weitergeht. Am 20. März 2021 war es für die ersten Fans wieder so weit: In Rostock durften 777 Fans ins Stadion, da die Inzidenz sehr gering war. Die ZuschauerInnen wurden vor dem Einlass getestet und mussten alle einen gewissen Abstand halten.

Aber ich befürchte, wir müssen noch einige Zeit warten, bis es wirklich weitergeht.

Larissa Heitmann, Q2

Ein kleiner Wald mit großer Bedeutung

Ende Februar dieses Jahres besetzten UmweltaktivistInnen den Steinhausener Wald in Halle Westfalen, der sich in der Nähe des Storck-Werkes befindet. Das zu den größten Süßwarenherstellern der Welt gehörende Unternehmen August Storck KG möchte sein Werk in Halle vergrößern und dafür 22 Hektar Wald versiegeln. Als Erstes soll dafür der verrohrte Laibach über die Erde geholt und renaturiert werden.
Zu diesem Thema gab es heftige Diskussionen und auch Waldbesetzungen, weshalb wir euch in dieser Ausgabe eine Pro- und eine Contra-Argumentation präsentieren möchten.
Foto: Tobias Rüter

Wenn wir die Natur zerstören, zerstören wir uns selbst

Ein Schritt, der auf den ersten Blick positiv erscheint, für den jedoch um die 100 Bäume gefällt werden sollen, obwohl es laut BUND andere Möglichkeiten gibt. Für mich jedoch ist es ein klarer Ökozid, denn die Fällung des Waldes würde das lokale Ökosystem durcheinanderbringen. Ein gesunder Misch- und Laubwald würde zerstört werden, in dem über 200 Jahre alte gesunde Bäume stehen. Des Weiteren würde eine Vielzahl von Tieren ihren Lebensraum verlieren, darunter Vögel aus 40 verschiedenen Vogelarten, von denen sechs geschützt sind, sowie 14 Fledermaussorten und viele andere Tiergattungen. Zwei bestehende Teiche sollen zudem trockengelegt werden, was insbesondere die heimischen Amphibien treffen würde.
Für die Stadt Halle hätte dieses Vorhaben ebenfalls negative Folgen, denn der Wald speichert 13 bis 15 Tonnen CO2 im Jahr. Auch dient er als Kaltluftentstehungsfläche und schluckt großenteils die Geräuschkulisse, die Emissionen und den Staub der dahinterliegenden Autobahn.
Außerdem wird durch die Bodenversiegelung die Fläche vermindert, auf der Regenwasser in den Boden versickern kann. Dies führt dazu, dass weniger Grundwasser gebildet werden kann, denn die Bodenfunktionen werden zerstört. In Anbetracht der Wasserknappheit in der Hochsommerzeit und des massiven Wasserverbrauchs Storcks ist die Bodenversiegelung aus meiner Sicht als risikoreich zu bewerten.
Storck versprach Aufforstungen als Ausgleich, jedoch sind diese im Umkreis Halle nicht realisierbar, da schlichtweg Fläche dieser Größe fehlt. Außerdem braucht ein neu angepflanzter Wald 50 bis 60 Jahre, um die Funktionen eines intakten Waldes zu erfüllen und 2050 ist bereits das Jahr, für das WissenschaftlerInnen gravierende Umweltprobleme prophezeien, wenn die Menschheit ihr Verhalten nicht ändert.
Befürworter des Vorhabens argumentieren damit, dass es sich um vergleichsweise wenige Bäume handelt, aber ich bin der Meinung, dass in Zeiten der Klimakrise jeder Baum zählt. Auch dürfen wir nicht nur die lokalen Folgen betrachten, sondern müssen das Problem in einem größeren Zusammenhang sehen.
Seit vielen Jahren gibt es den Konkurrenzkampf zwischen der Umwelt und der Wirtschaft, für den die Situation in Halle nur ein Beispiel ist und bei dem die Umwelt immer den Kürzeren ziehen musste. Und obwohl die Warnungen der WissenschaftlerInnen zur Klimakrise in den letzten Jahren immer lauter wurden, entscheiden wir Menschen uns immer noch in den meisten Fällen für die Wirtschaft. Unser wichtigstes Ziel scheint ein Streben nach stetiger Verbesserung und Erhöhung des Profits zu sein – nach einer unendlichen Expansion in einer endlichen Welt.
Bereits 1820 beschrieb Jean-Baptiste de Lamarck das menschliche Verhalten in Bezug auf die Umwelt folgendermaßen: „Mit seinem im Hinblick auf seine eigenen Interessen wenig hellsichtigen Egoismus, mit seinem Hang, alles ihm zur Verfügung Stehende auszukosten, kurzum durch seine Sorglosigkeit gegenüber der Zukunft und seinesgleichen scheint der Mensch auf die Vernichtung seiner Mittel zur Selbsterhaltung und auf die Zerstörung seiner eigenen Art hinzuarbeiten.“
Kurz gesagt: Wir streben mit einem unendlichen Wachstum unsere eigene Zerstörung beziehungsweise die Zerstörung der eigenen Art an.
Und damit ist klar: Die Begründung, dass Storck durch den expandierenden Weltmarkt zu einer Expansion gezwungen wird, ist für mich nicht akzeptabel, sondern ein egoistisches Argument für eine Erweiterung der Firma.
Und auch das Argument, man müsse die Arbeitsplätze erhalten beziehungsweise neue schaffen, ist nicht wirklich nachvollziehbar, denn wer soll denn in dem Werk arbeiten, wenn sich die Menschheit selbst auslöscht?
Mir ist selbstverständlich klar, dass die Firma wahrscheinlich woanders expandieren wird, wenn die Erweiterung in Halle gestoppt wird. Das wussten auch alle Beteiligten der Waldbesetzung. Mir ist auch bewusst, dass eine Expansion an einem anderen Standort möglicherweise noch negativere Auswirkungen für die Umwelt mit sich bringen könnte. Dennoch geht es darum, Zeichen für die Umwelt und gegen den Klimawandel zu setzen, und das ist mit der Aktion geschehen, denn die Besetzung des Steinhausener Waldes war die erste Waldbesetzung mit Erfolg.
Ich sehe das Anliegen der Firma Storck nicht als das eigentliche Problem an, sondern verurteile das Prinzip der Wirtschaftspolitik von einem ständigen Wachstum. Wir müssen aufhören, die Natur als Objekt zu betrachten und wir müssen aufhören die Wirtschaft über unseren Lebensraum zu stellen. Wir müssen aufwachen aus dem Traum von einer unendlichen Welt mit unendlichen Ressourcen und uns den Umweltproblemen stellen, die wir Menschen selbst zu verantworten haben.
Denn wir brauchen die Natur zum Überleben, der Mensch ist Teil der Natur und wenn wir die Natur zerstören, so zerstören wir uns selbst. Und ohne menschliches Leben wird es auch keine Wirtschaft mehr geben.

Anna Kötter, Q1

Storck Abholzung – mehr Chancen als Gefahren

Zunächst einmal möchte ich klarstellen, dass ich nicht für rücksichtslose Abholzungen bin, die Fällung der Bäume aber in diesem Fall für alternativlos halte, denn das Unternehmen muss expandieren, um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben, und dafür muss nun einmal der Wald gerodet werden.
Das Unternehmens Storck ist für unsere Region von großer Bedeutung: Zurzeit arbeiten in dem Werk in Halle 3200 Mitarbeiter und nach der Expansion werden bis zu 1700 weitere Arbeitskräfte benötigt. Dies ist ein Segen für unsere recht kleine Region, denn so viele Arbeitsplätze in einem Topunternehmen versprechen für die zukünftigen Generationen die Möglichkeit, Karriere in einem Unternehmen zu machen, das zu den besten Deutschlands gehört.
Hinzu kommen noch die Arbeitsplätze bei Unternehmen, die mit Storck kooperieren wie Logistikunternehmen, Handwerks- oder Zulieferbetriebe, die durch die Erweiterung gesichert werden. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Bedeutung für die umliegenden Hotels und die Gastronomie, die von auswärtigen MitarbeiterInnen oder KundInnen profitieren, die vorübergehend in dem Werk in Halle beschäftigt oder zu Besuch sind.
Lassen wir uns doch einmal auf das Gedankenspiel ein, Storck dürfe den Wald nicht roden. Was wäre die Alternative? Man könnte das Werk dort bauen, wo es keiner Rodung bedarf, also an einem Standort, der entfernt von der Firma in Halle liegt. Das hätte zur Folge, dass etliche Produkte zwischen den Werken transportiert werden müssten.
Der dadurch entstehende Querverkehr an Lkws, die zwischen den Standorten pendeln, würde auf langer Sicht ein hohes Maß an Emissionen und Umweltverschmutzung verursachen. Das wäre meiner Meinung nach schädlicher für die Klimabilanz, als wenn man sich auf die Rodung einlassen würde.
Eine weitere Möglichkeit, nämlich die Produktion ins Ausland zu verlagern, kann ich noch weniger befürworten. Hierzu könnte ein Land gewählt werden, in dem die Arbeitsschutzrichtlinien und Umweltschutzrichtlinien weniger streng sind als bei uns. Und was das bedeutet, muss ich nicht weiter ausführen.
Hinzu kämen die steuerlichen Verluste. Nicht nur Storck zahlt Steuern, sondern auch die MitarbeiterInnen. Wird das Werk woanders errichtet, fehlen dem Staat die Steuern des Arbeitgebers und ArbeitnehmerInnen.
Storck ist eine Firma, für die der ökologische Gedanke von großer Bedeutung ist, wie schon ein Rundgang über das Gelände zeigt, denn zwischen den Hallen sind viele Grünflächen angelegt und Bäume gepflanzt.
Außerdem sehe ich die Abholzung in Deutschland nicht wirklich als großes Problem an, denn es gibt große Maßnahmen zur Aufforstung. Jährlich werden 76 Millionen Kubikmeter Holz geerntet und es wachsen 122 Millionen Kubikmeter nach. Somit wächst einiges mehr nach, als gerodet wird. Deutschlands Gesamtvorrat an Holz beträgt 3,7 Milliarden m³, was im EU-Vergleich ein Spitzenwert ist.
Natürlich ist es um die Abholzung der Bäume schade, aber diese ist sicherlich verkraftbar, wenn man zum Beispiel Storck verpflichtet, sich bei der regionalen Aufforstung zu beteiligen. Meiner Meinung nach fehlte bei den Protesten die Weitsicht der Beteiligten, denn die von mir beschriebenen Auswirkungen und Alternativen wurden nicht in den Blick genommen. Daher möchte ich abschließend feststellen:
Die Welt wird nicht unbedingt im „Steini“ gerettet, nur weil das Abholzen einiger Bäume verhindert wird!

Bennet de Boer, Q2

Die AFS soll grüner werden

Hey Leute, hier ist wieder unser SV-Update. 😊

Dieses Mal etwas ausführlicher, denn wir haben euch von einer tollen Neuigkeit zu berichten.

Als SV sehen wir schon lange die Notwendigkeit, dem Thema Umwelt mehr Aufmerksamkeit an unserer Schule zukommen zu lassen. Nur haben unsere zeitlichen Kapazitäten bis jetzt nicht ausgereicht, um dem Thema genügend Beachtung zu schenken. Uns war klar, dass für ein umfassendes Thema wie dieses eine extra Gruppe gegründet werden muss. Durch Corona ist unser Vorhaben leider etwas in den Hintergrund gerückt, was sich nun jedoch ändert.

Wir dürfen euch verkünden, dass wir zusammen mit Frau Wenzel in der Planung zu einer Umwelt-AG stehen. Mithilfe dieser AG soll es viele coole Aktionen rund um die Gestaltung einer umweltfreundlicheren Schule geben, durch die wir euch und uns alle für ein nachhaltiges Verhalten sensibilisieren wollen.

Wie ist es zu der Idee einer AG gekommen?

Angefangen hat es mit der Teilnahme am Klimagipfel in Köln 2020, zu dem vier SchülerInnen aus der Q1 mit Frau Wenzel und Frau Prüßner gefahren sind. Dort wurden unter anderem Aktionsideen zu der Gestaltung einer umweltfreundlichen Schule gesammelt. Alle Ideen wurden uns vorgestellt, was wir so interessant fanden, dass wir den Beschluss fassten, eine Klima- und Umwelt-AG ins Leben zu rufen, um einige der Ideen umzusetzen. Als Leiterin gewannen wir Frau Wenzel und so konnten wir schon im April 2021 die Planung starten.

Unser Ziel ist es, das Umweltbewusstsein an unserer Schule zu steigern und die AFS umweltfreundlicher zu gestalten. Um dies zu erreichen, möchten wir eine Arbeitsgemeinschaft aus SchülerInnen verschiedener Jahrgänge und aus Lehrkräften einrichten, in der sich alle auf Augenhöhe begegnen. Jede/r aus der Schulgemeinschaft solle sich deshalb eingeladen fühlen, an der AG teilzunehmen. Alle Interessierten können sich gerne bei Frau Wenzel über Teams melden. Wir freuen uns auf euch!

Abschließend möchten wir auch noch einmal für unsere SV-Treffen werben, zu denen alle herzlich willkommen sind. Wir treffen uns momentan immer donnerstags in der Mittagspause, meistens über Teams. Wer gerne teilnehmen möchte, melde sich bitte über unseren Instagram-Account @sv.afs.gt oder über eine Nachricht bei Teams an eine unserer SV-Lehrkräfte (Frau Görlich, Frau Beil oder Herr Acar).

Eure SV 😉

Foto: Elke Wenzel

Der ökologische Fußabdruck der AFS

Neben einer weltweiten Pandemie erwähnte er auch den Klimawandel. Während wir vorerst der Gefahr zu entgehen scheinen, durch das Coronavirus vernichtet zu werden, hat der zweite Faktor, der Klimawandel, auch zukünftig ein großes zerstörerisches Potenzial.

Der berühmte Physiker Stephen Hawking hat vor vielen Jahren mehrere Faktoren genannt, durch die die Menschheit ausgelöscht werden könnte.

Insbesondere wir Jugendlichen werden sehr darunter leiden, denn wir sind die Generation, die die Auswirkungen unseres heutigen Handelns spüren wird. Deswegen ist es Zeit, den Klimawandel aufzuhalten. Dazu kann nicht nur jede/r Einzelne beitragen, sondern auch alle Institutionen sollten den Verbrauch ihrer Ressourcen im Blick haben.

Ich möchte in meinem Text die Institution unter die Lupe zu nehmen, die einen großen Anteil an unserer persönlichen Entwicklung hat: Es ist Zeit, die Klimabilanz der AFS zu untersuchen.

Im Zusammenhang mit dem Thema spricht man oft vom ökologischen Fußabdruck, der angibt, wie sehr die Verhaltensweisen und der Ressourcenverbrauch einer Person oder einer Organisation sich auf das Klima auswirken. Dabei werden viele Kategorien berücksichtigt, von denen ich in meinem Artikel einige wie den Strom- und Papierverbrauch sowie das Abfallaufkommen beleuchten möchte.

Foto: FlöF

Die AFS bezieht ihr Papier von der Steinbeis Papier GmbH. Das deutsche Unternehmen schöpft sein Papier aus recyceltem Altpapier und spart somit viel CO2 ein, weshalb das Papier mit den Umweltlabeln EU Ecolabel und dem Blauen Engel ausgezeichnet wurde.

Insgesamt hat die AFS im Jahr 2019 1.060.00 DIN A4-Blätter sowie 20.000 DIN A3-Blätter verbraucht. Im Jahr darauf sank der Papierverbrauch von DIN A4-Papier um 31 % auf 740.000 Blätter und bei den DIN A3-Blättern sogar um die Hälfte, was hauptsächlich auf den Lockdown und das damit zusammenhängende Homeschooling zurückzuführen ist.

Der Einsatz von recyceltem Papier wirkt sich positiv auf die Umwelt aus. So verbrauchen die  1.060.000 DIN A4-Blätter insgesamt 47.071 Liter Wasser und es werden 2.998 kg CO2 produziert. Das ist deutlich weniger als bei nicht-recyceltem DIN A4 Papier, welches bei der gleichen Menge ca. 275.000 Liter Wasser verbraucht und rund 6.400 kg CO2 ausstößt.

Dafür, dass unsere Schule Recyclingpapier benutzt und für die gesunkenen Zahlen kann man die AFS beglückwünschen. Allerdings bleibt die Frage, ob es diesen Trend auch ohne Corona und das Homeschooling gegeben hätte.

Und wie sieht es mit dem Abfall aus? Der Mensa und der Schule stehen 18 Mülltonnen mit einem Fassungsvermögen von je 1000 l zur Verfügung, jeweils sechs Tonnen für jede Abfallkategorie, organische Abfälle, Papiermüll und Restmüll. Alle Tonnen sind bei der wöchentlichen Leerung durch die Abfallwirtschaft GT komplett gefüllt sind.

Man könnte denken, dass man an einer Schule mehr Papier- als Restmülltonnen brauchen würde, da aber leider viele SchülerInnen Papier in den Restmüll werfen, ist das nicht der Fall.

Ein anderer wichtiger Faktor für das Klima ist der Stromverbrauch. Normalerweise liegt er an der AFS In einem Jahr bei circa 453.000 kWh, aber auch hier hat sich der Lockdown bemerkbar gemacht, denn im Frühjahr 2020 sank der Verbrauch stärker als in anderen Jahren. Leider hat diese Entwicklung nur einen geringen Einfluss auf die Zahlen, da circa zwei Drittel des Stroms von Oktober bis April verbraucht werden.

Wichtig ist noch zu sagen, dass es auf dem Dach der AFS zwei Photovoltaikanlagen gibt, die von einem gemeinnützigen Verein kontrolliert werden und jährlich insgesamt 90.000 kWh Strom produzieren. Allerdings profitiert nicht die Schule von dieser Solarenergie, denn der erzeugte Strom wird zu den Stadtwerken geleitet und kommt somit allen Stromkunden zugute. Das führt im Umkehrschluss dazu, dass der Stromverbrauch der AFS nur zu einem winzigen Teil aus ihren eigenen Solarzellen kommt und der Rest wird auch nur teilweise mit CO2-armen Methoden produziert.

Ein weiterer Aspekt ist die Wärmeerzeugung für unsere Heizungen und das Warmwasser. Die  Heizwasserkessel werden mit Gas und Holzpellets betrieben, wobei mehr Pellets als Gas zum Einsatz kommen.  Beide Methoden sind sehr CO2-lastig und produzieren Feinstaub, wobei eine Gasheizung mehr CO2 ausstößt und eine moderne Pelletheizung mehr Feinstaub produziert. Da der Lockdown eher in den wärmeren Monaten des Jahres 2020 lag, hatte er keine merklichen Auswirkungen auf die Verbrauchszahlen.

Zuletzt soll noch der Faktor Wasser beleuchtet werden. Im Jahr 2018 lag der durchschnittliche Wasserverbrauch bei 300.000 Litern; der größte Anteil wird dabei im Winter für das Warmwasser genutzt. In kalten Wintern kann es vorkommen, dass der Verbrauch extrem ansteigt, so etwa im Winter 2019, als wir circa 500.000 Litern verbrauchten.

Ich habe viele Zahlen aufgelistet, aber was heißt das jetzt für unsere Schule und für uns? In welchem Maße wirkt sich der normale Schulbetrieb negativ auf das ökologische Gleichgewicht aus?

Unsere Schule versucht in manchen Bereichen einen grünen Weg zu gehen, zum Beispiel durch das Nutzen von recyceltem Papier und CO2-armen Heizmethoden. Auch der Solarförderverein, der mit der Schule zusammenarbeitet und in dem ehemalige und aktuelle Lehrer, SchülerInnen und Eltern vertreten sind, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Jedoch gibt es in manchen Bereichen noch deutlichen Verbesserungsbedarf. So muss die Schule die Digitalisierung weiter vorantreiben, damit der Papierverbrauch stärker reduziert wird, zum Beispiel, indem die Lehrer dazu angehalten werden, weniger Arbeitsblätter auszudrucken und digitale Endgeräte zu benutzen.

Auch könnte man das Thema Solarenergie stärker in den Unterricht einbinden, zum Beispiel in den Technik- oder Physikunterricht, um SchülerInnen zu motivieren sich damit auseinanderzusetzen.

Um den ökologischen Fußabdruck in Bezug auf das Thema Stromverbrauch zu verringern, sollte der auf dem Dach der Schule produzierte Strom weitgehend der Schule zugeführt werden. Außerdem sollte man die Anlage vergrößern und weitere Solarzellen auf die Sporthalle und die Fachräume der MINT-Fächer bauen. Mit einer großen Menge an Strom könnte die Schule dann elektrisch heizen.

Und auch in allen anderen Bereichen sollten darüber nachgedacht werden, wie man noch mehr Ressourcen schonen kann, damit die Schule in der nahen Zukunft klimaneutral wird. Das muss das Ziel von Institutionen wie Schulen sein, in denen wir für das Leben in der Zukunft vorbereitet werden.

Ich danke dem Hausmeister und dem Sekretariat der AFS für ihre Unterstützung bei meinen Recherchen.

Thore Brandau

Wenn Fakten mit Meinungen gleichgesetzt werden

Wer sich viel in den Medien, vor allem in den sozialen Medien bewegt, stellt immer häufiger fest, dass wissenschaftliche Fakten angezweifelt werden und stattdessen seltsame Fake-News verbreitet werden wie zum Beispiel, dass es den Klimawandel nicht gebe, Impfen Autismus verursache oder – ganz aktuell – Corona eine Lüge der Regierung sei.

Die Gründe dafür, dass Menschen weniger auf die Wissenschaft hören, sondern eher unseriösen Quellen Glauben schenken, sind kompliziert und vielfältig; ein Grund dafür könnte allerdings die sogenannte „falsche Gleichgewichtung“ sein.

Unter „Gleichgewichtung“ versteht man zunächst einmal, dass in den Medien, zum Beispiel in Talkshows, zwei unterschiedliche Positionen zu einem Thema den gleichen Stellenwert bekommen, dass also Experten beider Seiten zum Thema dieselbe Redezeit und dieselbe Aufmerksamkeit bekommen. Sollte dies nicht der Fall sein, spricht man von „falscher Gleichgewichtung“. Besonders problematisch ist es, wenn die eine Position mit wissenschaftlichen Fakten belegt wird, zu der anderen aber nur Meinungsvertreter eingeladen sind, denn in diesem Fall werden Fakten mit Meinungen gleichgesetzt. Trotzdem wird den Konsumenten des medialen Formats der Eindruck vermittelt, dass beide Seiten die gleiche Gewichtung haben, was aber natürlich nicht richtig ist, da eine wissenschaftlich begründete Position einen anderen Stellenwert hat als eine bloße Meinungsäußerung.

Leider ist eine echte Gleichgewichtung bei wissenschaftlichen Themen nur schwer umzusetzen, da es häufig schwierig ist, seriöse Vertreter, in diesem Fall Wissenschaftler, zu einem Thema zu finden. Und da die meisten Journalisten Wert darauf legen, auch die Gegenstimme zu Wort kommen zu lassen, wird dann häufig jemand eingeladen, der einfach nur die Meinung der Gegenseite vertritt.

Wie können wir damit umgehen? Als Konsumenten sollten wir immer im Hinterkopf behalten, dass dieses Problem existiert, und uns außerdem möglichst breit, also in vielen verschiedenen Medien, informieren. Und Medienvertretern sollten Fakten als solche darstellen und Theorien und Meinungen bei wissenschaftlichen Themen möglichst keine Bühne mehr bieten. Sonst werden Fakten irgendwann doch zu Meinungen, und das wollen wir ja alle nicht.

Linus Martinschledde, Q2 – Foto: Alexandra Wlasnew