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6. Individuelle und inklusive Lernwege: Fördern und Fordern

Um den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Lernmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler  gerecht zu werden, werden die Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 7 in einigen Fächern Kursen unterschiedlicher Niveaus zugeordnet und haben darüber hinaus im Wahlpflichtbereich die Möglichkeit unterschiedliche Schwerpunkte zu wählen. (s. Kap. 5.2.1./5.2.2.). Außerdem bereiten wir Angebote im Anforderungsniveau in Bezug auf  Lernzugänge, Lernumgebungen und Anzahl der Aufgaben unterschiedlich auf (s. bes. Schulprogramm Kap. 5.1.1).

Darüber hinaus gibt es einzelne Bereiche, die noch näher ausgeführt werden sollen.

6.1. Inklusion

Seit der Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2006 und ihrer Ratifizierung durch den deutschen Bundestag 2009 orientiert sich die Bildungspolitik des Landes NRW Schritt für Schritt an der Leitidee „Inklusion“. Auch die AFS nimmt alle damit verbundenen Herausforderungen an, orientiert sich an der Leitidee und nähert sich in ihrem Schulentwicklungsprozess langsam, aber immer weiter daran an.

Die AFS befindet sich seit 2013/14 auf dem Weg zu einer inklusiven Schule. Auch in all den Jahren davor haben wir viele Erfahrungen mit dem KOKOG im Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit erhöhtem Unterstützungsbedarf sammeln können. Sie waren schon immer Bestandteil unseres schulischen Alltags. Im Schuljahr 2012/13 richteten wir eine integrative Lerngruppe ein. Zuvor blicken wir auf über sechs  Jahre Erfahrungen mit dem KoKoG in GT zurück. Im Schuljahr 2013/14 sind wir Schule des „Gemeinsamen Lernens“ geworden. Im Schuljahr 2018/19 besuchen uns weit mehr als 50 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarfen in den Jahrgängen 5-10.

Die Anne-Frank-Schule ist Vorreiterschule im Rahmen des 2015/16 von der Bezirksregierung Detmold initiierten Aufrufs an Schulen. Damit verbunden bieten wir:

 

  • Hospitationsangebote für andere Schulen mit anschließendem Austausch im Lernzentrum AFS,
  • Angebote von Workshops und Vorträgen zum Thema Inklusive Schulentwicklung durch die didaktische Leitung der AFS wie auch Moderationen um Thema Inklusion, Binnendifferenzierung, Heterogenität, Lernen in Vielfalt in Kooperation mit dem Kompetenzteam Gütersloh oder dem Schulamt Gütersloh , Fachberatung Inklusion.

 

Unsere Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf setzen sich hauptsächlich aus den Bereichen Lernen (L), Sprache (SQ) und Emotionale und Soziale Entwicklung (ESE) zusammen.

Wichtige Voraussetzungen und zugleich Herausforderung eines erfolgreichen Umgangs mit Heterogenität in Lerngruppen sehen wir in der Kooperation und dem Vorhandensein von Teamstrukturen.  Unter Kooperation wird hier, „die bewusste, von allen Beteiligten verantwortete, zielgerichtete, gleichwertige und konkurrenzarme Zusammenarbeit in allen Bereichen der Schule“ (Wachtel/ Wittrock 1990, 264) verstanden.

Der Einsatz von Lehrkräften, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Integrationshelferinnen und -helfern und anderen pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist abhängig vom festgelegten sonderpädagogischen Förderbedarf des jeweiligen Förderschwerpunktes betreffender Schülerinnen und Schüler. Unsere sonderschulpädagogischen Lehrkräfte haben, im Gegensatz zu anderen Beteiligten, den Freiraum, sich ihre Stundenpläne selbst zu gestalten, so dass eine optimale Versorgung, Betreuung und Beratung möglich ist. Sofern es keine Einsprüche oder Änderungsvorschläge seitens der Schulleitung gibt, sind die Pläne verbindlich und können bei Bedarf innerhalb der Quartale erneut den jeweiligen Bedarfen der einzelnen sonderschulpädagogischen Lehrkraft in Bezug auf optimale Förderung zu betreuender Schülerinnen und Schüler angepasst werden.

In Absprache mit Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern der Jahrgänge regeln die Teams gemeinsam ihren Einsatz und ihre Aufgaben. Die jeweils zuständigen sonderschulpädagogischen Lehrkräfte in den Jahrgängen sorgen für die Information der Fachlehrerinnen und Fachlehrern der Klasse über z.B. Nachteilsausgleiche (von der Klassenkonferenz und den Eltern beantragt!) für das entsprechende Kind, erstellen Förderpläne und schreiben diese fort. 

Im Rahmen schulisch relevanter Gremien und Arbeitskreise sind sonderschulpädagogische Lehrkräfte sowohl in der Steuergruppe wie auch in die Schulpflegschaft und anderen Arbeitsgruppen aktiv eingebunden. Sie verfügen zudem über eine eigene Fachschaft.

Eine Zusammenarbeit zwischen den Regelschullehrerinnen und -lehrern und auch anderen Professionen (Schulsozialarbeit, Beratungslehrer, Schulleitungsmitgliedern, externen Fachkräften…) ist unabdingbar, um den vielfältigen Anforderungen gerecht werden zu können. Damit genügend Raum und Zeit für einen Austausch möglich wird, bedarf es schulorganisatorischer Strukturen. Pro Woche sind für die Klassenlehrer-Teams der GU-Klassen (GU = Gemeinsamer Unterricht) für Planung, Reflexion und Austausch möglichst eine fest im Stundenplan verankerte Teamstunde ausgewiesen. Falls im Einsatz soll daran auch die Integrationshelferin bzw. der Integrationshelfer teilnehmen.

Die regelmäßige Kommunikation zwischen allen Fachkolleginnen und -kollegen der Lerngruppe sowie anderer pädagogischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist sinnvoll und eine Gelingensbedingung für kooperatives Arbeiten. Unabhängig davon haben die sonderschulpädadgogischen Fachkräfte Beratungsstunden in ihren Plänen vorgesehen, die bei Bedarf für pädagogische Gespräche über die Klassensituation und einzelne Schülerinnen und Schüler mit einzelnen oder allen in der Lerngruppe arbeitenden Lehrerinnen und Lehrern sowie pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genutzt werden. Auf den regelmäßig stattfindenden Jahrgangsteamsitzungen sind die im Jahrgang eingesetzten sonderschulpädagogischen Lehrkräfte zugegen. Auch diese Termine werden genutzt, um mit Klassen- und Fachlehrerinnen und -lehrern  in den Austausch zu kommen. 

Die Zusammenarbeit von Regelschullehrerinnen und -lehrern und sonderschulpädagogischen Lehrkräften im Unterricht erfordert einen ständigen Prozess der Auseinandersetzung. Damit ein positives Arbeitsklima und Zufriedenheit gewahrt bleiben, ist bei uns in einem gemeinsamen Arbeitsprozess die Aufgaben- und Rollenverteilung geklärt und aufgelistet. Auf dieser Grundlage erfolgt für unsere Schule die Rollenklärung und Verteilung der Aufgaben in den jeweiligen Teams in einem kollegial abgesprochenen, aber nicht beliebigen oder zufälligen Aushandlungsprozess.

Wir sind bestrebt, unsere Unterrichtsplanung und -gestaltung an zentralen Prinzipien der Individualisierung und inneren Differenzierung auszurichten und zugleich eine bewusste Herstellung von Gemeinsamkeit im Blick zu behalten. Entdeckendes Lernen, Handlungsorientierung sowie Lebensweltbezug bilden für uns eine wichtige Orientierung unserer Unterrichtsplanung. Unterstützend wirken v.a. auch unser Methodencurriculum, die kooperativen Lernformen, Individuelle Lernzeit (ILZ), Sozialtraining und Klassenrat, Projektorientiertes Lernen u.ä.

Gemeinsame Entwicklungsaufgaben des GU-Klassenlehrerteams und der sonderschul-pädagogischen Lehrkräfte umfassen:

 

  • enge Kooperationsbereitschaft, Teamarbeit, Gleichbehandlung und Wertschätzung untereinander, Unterstützen und Zuarbeiten,
  • Erstellung und Beschaffung von Materialien (für den Unterricht/ zur Differenzierung/ zur Förderung),
  • lernbegleitende Diagnostik,
  • Erstellung von Förderplänen und Zeugnissen,
  • Planung und Durchführung von Beratungsgesprächen mit Eltern und Schüler/innen,
  • Begleitung und Ausrichtung von Elternabenden.

 

Um individuelle Lernausgangslagen der Schülerinnen und Schüler besser einschätzen und bereits im Schuleingang berücksichtigen zu können, arbeiten wir an einer verbesserten Zusammenarbeit mit Grundschulen in Bezug auf deren Übergabe von Lernentwick-lungsberichten, Förderplänen, fachliche Sprach- und Lernstandserhebungen oder Förder-prognosen. Dies würde uns als weiterführende Schule eine lernprozessbegleitende Diagnostik sehr erleichtern.

Selbstverständlich stehen alle Veranstaltungen und Aktivitäten unserer Schule auch den Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf offen. Alle Schülerinnen und Schüler nehmen auch an den verbindlich in Jahrgang 7 und 8 stattfindenden AG-Angeboten teil. Wenn es notwendig ist, wird eine Schülerbegleitung zum Mensaessen und/oder zu den Angeboten sichergestellt (Schüler-Tandem).

Neben der Teilnahme an schulinternen Lehrerfortbildungen nehmen sonderschulpädagogische Lehrkräfte wie auch interessierte Regelschullehrerinnen und –lehrern  weitere Angebote wahr. Es gibt aktive Mitarbeit in Arbeitskreisen. Beispielhaft seien genannt:

 

  • Mitglied im Arbeitskreis „Inklusion“ im Kompetenzteam GT, Fachberatung Inklusion (IFA),
  • Mitglied im „Austauschforum“ Bezirksregierung Detmold,
  • Fachtagungen von z.B. VBE u.a. Anbietern wie KT GT,
  • Dienstbesprechungen des Schulamtes,
  • Fortbildungen des Verbandes der Sonderpädagogik,
  • Angebote der Universität Bielefeld, Fakultät Erziehungswissenschaft (z.B. Schulprojekt „BiFoKi“).

 

Kooperationen und Austauschtreffen in multiprofessionellen Teams dienen der Beratung und gemeinsamen Problemlösungsfindungen. Zu den außerschulischen Partnern gehören Schulsozialarbeit wie auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Erziehungs- und Bildungsberatungsstelle des Kreises Gütersloh, aber auch ortsnah angesiedelten Jugend- und Familien-Therapeuten, Ärzten, Psychologen wie auch dem Jugendamt.

 

6.2.           Sprach- und Leseförderung

Sprachförderung geschieht an unserer Schule nicht nur im Rahmen des Deutschunterrichts, sondern sprachsensibler Unterricht ist mit Hilfe der Methoden-Werkzeuge  des Sprachprofessors Josef Leisen Bestandteil aller Fächer, insbesondere auch in Fächern des gesellschaftswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Bereichs, in denen die bestimmte Werkzeuge in die einzelnen Unterrichtsvorhaben eingebunden sind.

Ein spezielles Programm für Rechtschreibung und Leseverstehen (ReLv) gibt es in den Jahrgängen 5-7. Bei diesem Konzept, das auch in vielen Gütersloher Grundschulen umgesetzt wird, geschieht die Lese- und Rechtschreibförderung für alle Kinder durch den Einsatz der fünf Strategien „Schwingen“, „Zerlegen“, „Verlängern“, „Ableiten“,  „Merken“ sowie „Groß- und Kleinschreibung.

Um den Lernstand in diesen Bereichen zu erfassen durchlaufen alle Schülerinnen und Schüler zu Beginn der Klasse 5 einen diagnostischen Sprachstands- und Lesetest. Kinder, bei denen in diesem Verfahren eine Lese-Rechtschreib-Schwäche diagnostiziert wird, werden zusätzlich in allen Jahrgängen in den sogenannten R-Relv-Kursen durchgängig gefördert. Darüber hinaus gibt es für Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf in Deutsch oder Englisch Sprachförderkurse im Jahrgang 6.

Von großer Bedeutung für die Leseförderung ist die Mediothek unserer Schule. Hier stehen die Bereiche  „Lernen“ und „Freizeit“ gleichwertig nebeneinander. Während der  Unterrichtszeiten ist die Mediothek als Ort  für das selbstständige Lernen  geöffnet, in Pausen steht sie den Schülerinnen und Schülern mit Mediotheksausweise zum Lesen, Spielen oder Ausruhen zur Verfügung. Im Medienbestand befinden sich  Sachliteratur,  Kinder- und Jugendromane, DVDs, Hörbücher, Musik-CDs, Zeitschriften und Spiele. Außerdem stehen mehrere Leküre-Klassensätze zur Verfügung.

An den sechs Schüler-PCs kann Internet-Recherche betrieben werden. Durch die vielfältige Aktionen und Veranstaltungen wie u.a.  Autorenlesungen, Vorlesewettbewerbe, Schreibwettbewerbe wird die immer notwendiger werdende Leseförderung an der Schule unterstützt.

Schülerinnen und Schülern, die Freude am Schreiben haben, bietet sich zudem die Möglichkeit in der Redaktion der Schülerzeitung „Virus“ mitzuarbeiten, die seit 1987 regelmäßig dreimal jährlich erscheint.

 

6.3.           Sprachförderung für Neuzugewanderte

An unserer Schule haben wir drei Sprachfördergruppen für neu zugewanderte Kinder mit insgesamt 52 Schülerinnen und Schülern. Einige dieser Kinder haben geringe bzw. keine Vorkenntnisse der deutschen Sprache. Die Sprachförderung findet parallel zum Regelunterricht statt und umfasst 12 Wochenstunden.

Um diese Schülerinnen und Schüler besonders intensiv zu fördern, führen wir noch zusätzlich zwei außerunterrichtliche Maßnahmen durch.

Die erste Maßnahme findet im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen den Sprachförderlehrerinnen und der Schulmediothek statt und besteht aus einem Lesepatenprojekt, in dem die Leseförderung der Zweitsprache Deutsch im Fokus steht. Die Zielgruppe sind leseschwache Neuzugewanderte im 5., 6. und 7. Schuljahr und das Ziel der Maßnahme ist es, das Interesse der Schülerinnen und Schüler für das Lesen zu erwecken und ihre Lesekompetenz zu fördern.

Die zweite Maßnahme ist das Sprachcafé, das in Zusammenarbeit mit den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern unserer Schule in den Räumen unserer Teestube stattfindet.

Die Schülerinnen und Schüler treffen sich mit Paten an einem Nachmittag in der Woche, um Themen zu besprechen, Spiele zu spielen und Unternehmungen durchzuführen. Als ehrenamtliche Paten wirken Mitschülerinnen und Mitschüler, sowie Eltern bzw. Großeltern mit.

Das Sprachcafé hat das Ziel, Sprechhindernisse bzw. Sprechhemmungen abzubauen sowie sprachliche, soziale und persönliche Kompetenzen zu fördern. Es bietet den neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern Gelegenheit, soziale Kontakte mit anderen zu knüpfen und Freundschaften zu schließen.

Durch die Anwendung von Sprache in unterschiedlichen Situationen wie Rollenspielen, Sprachspielen und durch unterschiedliche Aktivitäten wie Basteln, Backen und Kochen wird im Sprachcafé im Unterricht Erlerntes in der praktischen Kommunikation angewendet. Zudem werden kurze Exkursionen zu Bildungs-,  Freizeit-, Kultur- und anderen Einrichtungen in der Stadt durchgeführt.

 

6.4.           Förderung im Fach Mathematik – „Mathe sicher können“ 

Mathematisch schwache Schülerinnen und Schüler werden an der AFS in besonderer Weise gefördert. Seit dem Schuljahr 2014/15 nimmt die AFS am Projekt „Mathe sicher können“ der TU Dortmund teil, eine Initiative der Deutschen Telekom Stiftung. Ziel des Projektes ist es, fehlende mathematische Basiskompetenzen aufzuarbeiten und schwächeren Schülerinnen und Schülern langfristig mathematische Einsichten zu ermöglichen, die ihnen dauerhaft Erfolge im Fach Mathematik bringen sollen. Um diese Ziele zu verfolgen, stehen geeignete Diagnose- und Fördermaterialien zur Verfügung. So helfen zum Beispiel die Diagnoseaufgaben den Lehrerinnen und Lehrern dabei, die Schwierigkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler frühzeitig zu erkennen, um diese dann in Kleingruppen gezielt zu fördern. Zudem bieten sie Hintergrundinformationen und Leitfäden zur methodischen und inhaltlichen Gestaltung der Förderung. Für die erfolgreiche Unterstützung der Schülerinnen und Schüler gibt es begleitend zu den Förderheften einen Materialkoffer. Die darin enthaltenen Materialien helfen den Schülerinnen und Schülern Mathematik anschaulich und praktisch handelnd erlebbar zu machen. In Kleingruppen werden Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 und 6 von qualifizierten Fachkolleginnen und -kollegen mit den Materialien gefördert.

 

6.5.           Stärken fördern

6.5.1.        Die Gauss-Kurse: ein Angebot für mathematisch begabte Schülerinnen und Schüler

Im Fach Mathematik gibt es ein besonderes Förderangebot für mathematisch begabte Schülerinnen und Schüler, die „Gauss-Kurse“. Ebenso wie Carl Friedrich Gauss, ein berühmter deutscher Mathematik-Professor, von seinem Lehrer besonders gefördert wurde, wollen wir an der AFS Schülerinnen und Schüler, die eine besondere Begabung und ein größeres Interesse am Fach Mathematik mitbringen, im Gauss-Unterricht fördern und ihre mathematischen Kompetenzen vertiefen. Am Ende des 5. Schuljahres werden Schülerinnen und Schüler, sofern sie gute Leistungen im Fach Mathematik, Motivation und Anstrengungs-bereitschaft zeigen und Interesse am Problemlösen haben, von der Mathematiklehrkraft in Absprache mit der Klassenleitung für die Teilnahme empfohlen. Mit Beginn der 6. Klasse erhalten die Schülerinnen und Schüler zwei zusätzliche Mathematikstunden, die bis zum Ende des 10. Schuljahres erteilt werden. Im Gauss-Unterricht lernen die Schülerinnen und Schüler in einer kleinen Gruppe viele Inhalte, die über den normalen Mathematikunterricht hinausgehen. Die Aufgaben, die in der Gauss-Gruppe gestellt werden, sind zwar häufig etwas schwieriger als normale Aufgaben, machen aber eine Menge Spaß.

Für die erfolgreiche Teilnahme am Gauss-Kurs erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Zertifikat, das sie auch bei Bewerbungen vorlegen können.

Seit dem Schuljahr 2017/18 findet in der Oberstufe der AFS für gute Mathematikschülerinnen und -schüler, die den Leistungskurs besuchen, regelmäßig ein Kurs zur Vorbereitung auf ein mathematisches oder naturwissenschaftliches Fachhochschulstudium statt.

Dieser Kurs wird in Kooperation mit dem zdi-Zentrum pro MINT GT und der Fachhochschule Bielefeld durchgeführt. Bei erfolgreicher Teilnahme wird den Schülerinnen und Schülern ein Zertifikat darüber ausgestellt.

 

6.5.2.        Das Oxford-Modell – bilinguales Angebot an der   Anne-Frank-Gesamtschule

Im bilingualen Unterricht ist die Fremdsprache nicht Unterrichtsgegenstand, sondern Mittel der Verständigung über Themen eines anderen Fachs. So wird an der Anne-Frank-Gesamtschule das Fach Gesellschaftslehre seit Jahren zusätzlich zweistündig auf Englisch unterrichtet. Dieser bilinguale Fachunterricht ergänzt den GL-Unterricht in deutscher Sprache. Die Fremdsprache Englisch dient als Arbeitssprache, in der Inhalte aus Geschichte, Geographie und Politik (hauptsächlich aus der anglo-amerikanischen Welt) thematisiert werden. Damit werden die Schülerinnen und Schüler auf zukünftige Herausforderungen und Anforderungen in unserer globalisierten Welt vorbereitet, in der die englische Sprache eine zentrale Rolle spielt.

Schülerinnen und Schüler, die ein besonderes Talent und Interesse an Sprachen mitbringen, können am bilingualen Unterricht teilnehmen und so eine höhere Sprachkompetenz erwerben. Am Ende des 5. Schuljahres werden sie, wenn sie recht gute Leistungen erbringen und Konzentrationsfähigkeit sowie Lern- und Leistungsbereitschaft zeigen, von der Englischlehrkraft in Absprache mit der Klassenleitung für die Teilnahme am bilingualen Unterricht empfohlen.

Ab Klasse 6 erhalten die Schülerinnen und Schüler zwei zusätzliche Englischstunden, d.h. den sogenannten erweiterten Englischunterricht, um sie auf den bilingualen Unterricht vorzubereiten.

Von Klasse 7 bis Klasse 10 nehmen sie an zwei Wochenstunden bilingualem Unterricht im Fach Gesellschaftslehre teil. 

Interessierte Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase der Oberstufe der AFS haben die Möglichkeit, neben dem verpflichtenden Englischunterricht an einem zweistündigen bilingualen Englischkurs teilzunehmen (Vertiefungskurs). Die Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler, die gern auf Englisch kommunizieren und sich z.B.  für andere Länder, Kulturen, Politik interessieren.

In dem Kurs, der den Namen „European Studies“ trägt, erarbeiten/ erwerben sie im projektorientierten Unterricht auf Englisch Grundkenntnisse über die Europäische Union (Mitgliedstaaten, Geographie, geschichtliche Entwicklung, Wirtschaft, Politik, Kultur, Vorurteile, Unterschiede, Gemeinsamkeiten, …). Dabei kann der Inhalt von den Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern mitbestimmt werden.

Außerschulische Lernorte bereichern das bilinguale Angebot der AFS. So besuchen bilinguale Kurse einmal im Jahr englischsprachige Theaterstücke im Theater der Stadt Gütersloh ( z.B. Henry the Fifth, The Steadfast Tin Soldier, Our House). Außerdem fanden im Rahmen der bilingualen Kurse der Jahrgänge 7 und 8 Englandfahrten  mit Unterbringung in Gastfamilien statt. Die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer des Kurses „European Studies“ machten eine Exkursion zum Europäischen Parlament in Brüssel.

Mit den Zeugnissen erhalten die Schüler und Schülerinnen des 9., 10. und 11. Jahrgangs ein Zertifikat über die Teilnahme an den bilingualen Kursen, das sie bei Bewerbungen vorlegen können.

 

6.5.3.        Telc Sprachzertifikate

Die telc GmbH bietet standardisierte Tests an, die sich nach höchsten internationalen Gütekriterien richten und auf dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER) des Europarats basieren.

Im Rahmen der Sprachförderung bzw. Aufwertung von Mehrsprachigkeit an unserer Schule und in Kooperation mit der Volkshochschule Gütersloh und der telc GmbH ermöglichen wir besonders sprachlich begabten Schülerinnen und Schüler den Erwerb eines Sprachzertifikates in Englisch, das einerseits ihre Bewerbungsunterlagen aufwertet und bessere Berufschancen bietet und anderseits Schülerinnen und Schüler in ihrer kommunikativen Kompetenz stärkt.

Die Schülerinnen und Schüler des 9. und 10. Schuljahrganges nehmen an dem Prüfungsvorbereitungskurs der telc-AG teil, als Voraussetzung für das Ablegen der Sprachprüfung in den Stufen B1- B2 des GERs.

Für die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe bieten wir im Rahmen des Projektkurses  English Current Affairs and Telc-Training das Erlangen des Sprachenzertifikates telc English B2·C1 University an.