„Auschwitz ist das Symbol für den Holocaust und die nationalsozialistische Schreckensherrschaft. Das Ausmaß der dort begangenen Verbrechen und der erlittenen Qualen scheint sich der menschlichen Vorstellungskraft zu entziehen. Doch Auschwitz wurde von Menschen gemacht und von Menschen erlitten.“
Roland Vossebrecker rückte am Montagabend im Forum der Anne-Frank-Schule die „Täter von Auschwitz“ in den Fokus seines gut besuchten Vortrags, um „Auschwitz [zu] verstehen“. Das Konzentrations- und Vernichtungslager sei für viele Täter ein Arbeitsplatz mit gewissen Vorzügen gewesen (Kulturangebote, Integration der Familien etc.), was zu einer gewissen Normalität im Arbeitsprozess geführt habe. Mit Fotos und Zitaten wurden diese für uns heute bizarren Lebensumstände und Rechtfertigungsmechanismen dieser Täter veranschaulicht.
Am Ende stellte Roland Vossebrecker die Frage: „Was hat das mit uns zu tun?“. Er wies darauf hin, dass eine Frage nach dem „Wie hätte ich damals gehandelt“ nicht zielführend sei. Viel eher müsse eine Reflexion des eigenen Verhaltens in der Gegenwart angestrebt werden, um ähnliche Rechtfertigungsmechanismen und neue rechtsextreme Tendenzen verhindern zu können. Auch eine Übertragung auf globale Probleme (schlechte Arbeitsbedingungen in Afrika, Fleischkonsum etc.) sei sinnvoll. Dabei müsse das Handeln jedes Einzelnen von uns überprüft werden, um diesen Problemen entgegentreten zu können.
Die Veranstaltung endete mit vielen Fragen an Herrn Vossebrecker und einer regen Diskussion über die „Täter von Auschwitz“.
Am Tag der offenen Tür freute sich die Anne-Frank-Gesamtschule über zahlreiche Besucher, die unter anderem die neue Lernkultur interessiert wahrnahmen.
Der SoWi-Projektkurs des 12. Jahrgangs geht dieses Jahr in die erste Runde.
Herr Rüter unterstützt unser Projekt. Hier post er mit uns am Tag der offenen Tür.
Was wir machen? Wir lernen Wirtschaft praxisorientiert kennen und wie kann man dies besser erfahren, als durch die Gründung einer Firma. Mit der Hilfe von JUNIOR, einer Organisation, welche Schülerinnen und Schülern aus allen Schulformen und Altersstufen unterstützt, eine eigene Firma zu gründen, haben wir AmazingFoodStyles, kurz AFS, gestartet.
Unser Unternehmen besteht aus 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie einer Schulpatin. Besonders wichtig bei unserer Produktentscheidung war, dass unsere Schule sich in dem Produkt widerspiegelt und es einen internationalen Charakter beinhaltet. Daher haben wir uns dafür entschieden, ein Kochbuch mit Rezepten aus der Anne-Frank-Schule zu entwerfen. Egal ob Schüler, Lehrer, Eltern, andere Familienmitglieder oder Freunde, wir nehmen alle Rezepte entgegen, um es so vielfältig wie möglich gestalten zu können.
Herr Schwartze ist auch mit Freude dabei! 😉
Wenn ihr nun auch ein Teil unseres AmazingFoodStyle-Kochbuches werden möchtet, dann schickt Euer Rezept doch bitte bis zum 20.11. an uns.
Was versteckt sich hinter den abstrakten Berufsbezeichnungen »Kaufmann im Einzelhandel« oder »Zerspanungsmechaniker«? Etwa 150 Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule haben sich diese Frage selbst beantwortet.
Am Mittwoch, den 9. Oktober 2019 hat bei uns an der Schule der Berufsparcour stattgefunden. An dieser berufsorientierenden Maßnahme nahmen alle Schülerinnen und Schüler des 8. Jahrgangs teil. In Form einer „Stationenrallye“ durchliefen jeweils 2 Klassen gleichzeitig die im Forum der Schule aufgebauten 21 Stationen. Beim Berufsparcours nahmen zum ersten Mal drei Unternehmen der Region (Miele, Teckentrup und Lidl) teil, die den Jugendlichen die Möglichkeit ermöglichten, Berufe praktisch zu testen und dadurch direkte Chancen für einen Praktikumsplatz zu bekommen.
Die Wahl und Reihenfolge der Stationen war den Schülern und Schülerinnen dabei freigestellt. Sie bekamen allerdings die Aufgabe, möglichst viele Stationen auszuprobieren und die Ergebnisse zu dokumentieren. Die Schüler und Schülerinnen können sich in ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten testen, hinterfragen oder auch positiv bestätigen (lassen).
Über das praktische Ausprobieren bietet der Berufsparcour den Schülern und Schülerinnen die einmalige Gelegenheit, in relativ kurzer Zeit einen vielschichtigen Eindruck über die unterschiedlichen Anforderungen von Berufsfeldern und konkreten Berufen zu gewinnen, und dient als ein niederschwelliger Einstieg in die Auseinandersetzung mit dem Thema „Lebensplanung und Berufsorientierung“.
Von links: Thore Brandau (Schüler), Helen Knufinke (Schülerin), Dr. Burghard Lehmann (Osthushenrich-Stiftung), Lothar Pieper (Abitur und wie weiter), Anna Kötter (Schülerin), Katrin Bokeloh (Oberstufenkoordinatorin), Jan Rüter (Schulleiter), Carola Behr (Volksbank BI-GT) und Dagmar Klein (Berufsorientierung AFS).
Immer mehr Möglichkeiten bieten sich Schülern nach dem
Abitur. Die Wahl wird dadurch oft zur Qual und die Entscheidung für einen
beruflichen Weg ins Berufsleben schieben viele vor sich her, da erst mal der
schulische Abschluss im Fokus steht.
Seit nunmehr 10 Jahren arbeiten die Anne-Frank-Schule und
dimension 21 daran, dass Schülerinnen und Schüler der Oberstufe ihre berufliche
Orientierung frühzeitig beginnen und begleiten sie auf diesem Weg.
Das Projekt „Abitur – und wie weiter?“ absolvierten auch in diesem Jahr alle 90 Schüler der Einführungsphase. In kleinen Gruppen, angeleitet durch erfahrene Trainer, arbeiteten die angehenden Abiturienten daran, ihre Ziele und Wertvorstellungen zu erkennen und daraus berufliche Interessen abzuleiten. Dabei steht die Entwicklung einer Eigenverantwortung im Zentrum der Veranstaltung.
Dr. Burghard Lehmann von der Osthushenrich-Stiftung und Schulleiter Jan Rüter
Die Schülerinnen Anna Kötter und Helen Knufinke und der Schüler Thore Brandau äußerten sich zu dem hohen Nutzen der Berufsorientierung: Anna Kötter erinnerte sich an ihren Traum, Tänzerin zu werden, den sie nun in Dänemark vor Aufnahme eines Philosophiestudiums umsetzen will. Wie ihre Mitschülerin Helen Knufinke setzte sie sich mit Berufsbildern auseinander und plante die nächsten Schritte auf dem Weg ins Berufsleben.
Anna Kötter
Helen gefiel besonders die Rückmeldung der Mitschüler, die ihr einen differenzierten Blick auf sich selbst gaben. Die Ergebnisse des Trainings bereichern ihrer Meinung nach auch die im Schulpraktikum gemachten Erfahrungen.
Helen Knufinke
Am Ende des Trainings erhielt jeder Schüler eine ausführliche individuelle Rückmeldung durch seinen Trainer. Das war für Thore Brandau besonders wichtig. „Ich konnte ganz individuell meine nächsten Schritte planen.“
Thore Brandau
Berufsorientierung genießt in der AFS hohe Priorität, fünf Mal erhielt sie das Siegel als „Berufswahlfreundliche Schule“. Das Training „Abitur- und wie weiter?“ wird durch das Engagement regionaler Sponsoren ermöglicht. „Eine sinnvolle Investition in die Zukunft“, sind sich Carola Behr von der Volksbank Bielefeld-Gütersloh und Dr. Burghard Lehmann von der Osthushenrich-Stiftung sicher, die ebenso wie die Initiative Auslandszeit und die Stadt Gütersloh das Projekt fördern.
Carola Behr (Volksbank BI-GT).
Artikel: Dagmar Klein (AFS) und Fabian Flöper (AFS). Fotos: Fabian Flöper (AFS).