Seite wählen

Wenn Fakten mit Meinungen gleichgesetzt werden

Wer sich viel in den Medien, vor allem in den sozialen Medien bewegt, stellt immer häufiger fest, dass wissenschaftliche Fakten angezweifelt werden und stattdessen seltsame Fake-News verbreitet werden wie zum Beispiel, dass es den Klimawandel nicht gebe, Impfen Autismus verursache oder – ganz aktuell – Corona eine Lüge der Regierung sei.

Die Gründe dafür, dass Menschen weniger auf die Wissenschaft hören, sondern eher unseriösen Quellen Glauben schenken, sind kompliziert und vielfältig; ein Grund dafür könnte allerdings die sogenannte „falsche Gleichgewichtung“ sein.

Unter „Gleichgewichtung“ versteht man zunächst einmal, dass in den Medien, zum Beispiel in Talkshows, zwei unterschiedliche Positionen zu einem Thema den gleichen Stellenwert bekommen, dass also Experten beider Seiten zum Thema dieselbe Redezeit und dieselbe Aufmerksamkeit bekommen. Sollte dies nicht der Fall sein, spricht man von „falscher Gleichgewichtung“. Besonders problematisch ist es, wenn die eine Position mit wissenschaftlichen Fakten belegt wird, zu der anderen aber nur Meinungsvertreter eingeladen sind, denn in diesem Fall werden Fakten mit Meinungen gleichgesetzt. Trotzdem wird den Konsumenten des medialen Formats der Eindruck vermittelt, dass beide Seiten die gleiche Gewichtung haben, was aber natürlich nicht richtig ist, da eine wissenschaftlich begründete Position einen anderen Stellenwert hat als eine bloße Meinungsäußerung.

Leider ist eine echte Gleichgewichtung bei wissenschaftlichen Themen nur schwer umzusetzen, da es häufig schwierig ist, seriöse Vertreter, in diesem Fall Wissenschaftler, zu einem Thema zu finden. Und da die meisten Journalisten Wert darauf legen, auch die Gegenstimme zu Wort kommen zu lassen, wird dann häufig jemand eingeladen, der einfach nur die Meinung der Gegenseite vertritt.

Wie können wir damit umgehen? Als Konsumenten sollten wir immer im Hinterkopf behalten, dass dieses Problem existiert, und uns außerdem möglichst breit, also in vielen verschiedenen Medien, informieren. Und Medienvertretern sollten Fakten als solche darstellen und Theorien und Meinungen bei wissenschaftlichen Themen möglichst keine Bühne mehr bieten. Sonst werden Fakten irgendwann doch zu Meinungen, und das wollen wir ja alle nicht.

Linus Martinschledde, Q2 – Foto: Alexandra Wlasnew

Buchtipp: „Mein Sommer auf dem Mond“ von Adriana Popescu

In dem Jugendroman „Mein Sommer auf dem Mond“ von Ariana Popescu, erschienen im cbt-Verlag, geht es um vier Jugendliche, die ihre Sommerferien aus ganz unterschiedlichen Gründen in einem psychiatrischen Zentrum auf Rügen verbringen.
Fritzi, Basti, Tim und Sarah lernen auf Rügen segeln und erleben außerdem gemeinsam turbulente Abenteuer. Beispielsweise fahren Basti, Tim und Sahra heimlich mit dem Auto an den Strand, um Fritzi zu helfen. Dies führt dazu, dass sie während des Aufenthalts über sich hinauswachsen und ihr wahres Selbst finden.

Der Roman zeigt, dass es in Ordnung ist, anders zu sein, und dass man sich bei Problemen Hilfe holen sollte. Außerdem vermittelt er die Erkenntnis, dass es nicht nur Menschen gibt, die dich wegen deiner Andersartigkeit ausgrenzen, sondern immer auch solche, die dich mit all deinen Ecken und Kanten mögen und dich nicht wegen deiner Vergangenheit verurteilen.

Foto und Text: Alexandra Wlasnew, Jg.10

Europäischer Wettbewerb

Auch in diesem Jahr beteiligten sich wieder einige Schülerinnen unserer Schule am 68. Europäischen Wettbewerb, der unter dem Motto „Digital EU – and YOU?!“ stand. Schülerinnen aus verschiedenen Jahrgangsstufen erarbeiteten zu den verschiedenen Unterrubriken bildliche, plastische, musikalische, textliche und mediale Gestaltungen. Die einzelnen Beiträge können mit einem „Klick“ aufgerufen werden.

Vladanlina Sirghi, Jg. 6: Münchhausens neue Kleider

Lana Poonsam, Jg. 6: Mona Lisa 2.0 trifft auf Beethoven 3.0

Vanja Natali Dimitrova, 9C – Künstliche Intelligenz

Hannah King, Jg. 10: Digital Work Life Balance

Charlotte Eggert, EF: Ökobilanz eines Klicks

Sophie Goldbecker, EF: „Was ich nicht weiß…“

Carla Fode und Katharina Wehmeyer, Q1: Kreativ in der Krise

Anna Kötter, Q1: Kreativ in der Krise

Suzan Jundi, Q2: Smart City – Smart Village

Optimale Voraussetzungen für das Distanzlernen schaffen

Am 14. Dezember 2020 haben wir unseren Schulbetrieb gemäß der Coronaschutzverordnung auf Online-Unterricht umgestellt. Um unsere Schüler*innen dabei bestmöglich zu unterstützen, wurde an der Anne-Frank-Schule einiges in Bewegung gebracht.

Wir haben dazu mehr als 200 iPads an unsere Schüler*innen verliehen, um die Chancengleichheit in der Digitalisierung zu sichern. Alle Lernenden der Anne-Frank-Schule haben die Möglichkeit, sich ein Endgerät zu leihen, um so auf unsere digitalen Formate zuzugreifen.

Unser gesamtes Kollegium hat sich Anfang Januar für das Computerprogramm „Microsoft-Teams“ schulen lassen. Dort führen wir täglich Videokonferenzen mit den Lerngruppen durch, um unseren Grundsätzen der pädagogischen und inhaltlichen Arbeit in einem digitalen Format nachzukommen. Außerdem können die Schülerinnen und Schüler diese App nutzen, um bearbeitete Aufgaben abzugeben oder die Fachlehrer*innen zu kontaktieren. In den Sekundarstufen haben wir den „Offenen-Anfang“ als tägliches Ritual eingeführt. In diesem Format starten die Lerngruppen gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer*innen in den Online-Schultag. 

Das Konzept der Lernbüros unterstützt uns dabei, unsere Lernenden im Jahrgang 5 und 6 nahezu ohne Einschränkungen mit Unterrichtsmaterial zu versorgen. Die ersten Wochen im „Lockdown“ haben uns gezeigt, dass die Durchführung der Lernpfade auch außerhalb der Klassenräume funktioniert. Zum einen sind die Schüler*innen durch den Besuch der Lernbüros darin erprobt, eigenverantwortlich zu arbeiten. Zum anderen sind einige Lernpfade bereits digitalisiert. Dieses Zusammenspiel begünstigt beste Voraussetzungen, um die Zeit der Schulschließungen ertragreich zu nutzen. Obwohl wir einen guten Weg gefunden haben, das Distanzlernen gewinnbringend zu nutzen, freuen wir uns schon sehr darauf, die Schüler*innen bald wiederzusehen.

Text und Foto: Leon Thumel (Referendar)