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1. Leitziele und Schulname

1.1.           Unsere Leitziele

Die Anne-Frank-Gesamtschule ist eine sechszügige Gesamtschule. Zusammen mit der vierzügigen gymnasialen Oberstufe führt die Anne-Frank-Gesamtschule in neun Jahren zum Abitur.

In unserer Schule tragen Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam Verantwortung für das Gelingen der Bildungs- und Erziehungsarbeit.

Alle Schülerinnen und Schüler werden als Individuum wertschätzend wahrgenommen und akzeptiert. Sie werden individuell und ganzheitlich gefordert und gefördert.

Die Anne-Frank-Gesamtschule ist eine Schule des Gemeinsamen Lernens. Das Erreichen des bestmöglichen Schulabschlusses für jede Schülerin und jeden Schüler ist unser gemeinsames Ziel.

Unsere Schule bietet auf der Basis der von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrerinnen und Lehrern gemeinsam vereinbarten Schulregeln eine wertschätzende, vertrauens- und respektvolle Lernatmosphäre.

Die Würdigung individueller Lern- und Leistungsbereitschaft nehmen wir als Herausforderung einer inklusiven Schulentwicklung an und begreifen die Verschiedenartigkeit der Menschen als Chance, Fähigkeiten und Begabungen aller Kinder zu fördern.  Ein besonderes Anliegen sehen wir als Anne-Frank-Gesamtschule hierbei in der Förderung der interkulturellen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler.

Schule ist gleichzeitig auch ein Lebensraum für viele Stunden des Tages. Gemeinsames Mittagessen und Freizeitgestaltung in den Pausen und nach dem Pflichtunterricht in AGs sind ein wichtiger Bestandteil unserer Pädagogik.

1.2.            Unser Schulname

Den Namen „Anne Frank“ bekam unsere Schule im Jahr 1988.

Mit diesem Namen verbinden wir den Grundsatz, schulische Angebote und Inhalte ins Blickfeld zu rücken, die ein weltoffenes, kulturelles, soziales und politisches Engagement auf der Grundlage demokratischer Prinzipien aller Schulbeteiligten vermitteln. Ein wichtiger mit dem Namen Anne Frank verbundener Grundsatz ist es, alle Schülerinnen und Schüler in gleicher Weise zu akzeptieren, das Fremde als Bereicherung zu verstehen und zu erleben sowie andere weltanschauliche und religiöse Haltungen zu tolerieren – so dass nie wieder irgendeinem Menschen das widerfahren wird, was Anne Frank erleben und erleiden musste.

Aktionen wie die Lebensrettungskampagne für den afrikanischen Jungen Ebong, Kleidungs- und Lebensmittelhilfen für Kinder in Not und das äußerst erfolgreiche Wirken der Anne–Frank–AG zeigten schon in den ersten Jahren, dass der Name der Schule schnell zum Programm wurde. Und  auch in den folgenden Jahren erwies sich, wie sehr dieses Denken im Schulprogramm und im schulischen Handeln verankert ist.

Hier sollen nur einige Beispiele für unterrichtliche und außerunterrichtliche Projekte genannt werden:

  • curriculare Verankerung der Auseinandersetzung mit dem Leben Anne Franks, ihrer Denkweise und ihrem Schicksal; hierbei Herstellung aktueller Bezüge,
  • vielfältige Formen der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in der Anne-Frank-AG, z.B. durch Recherchen und Fahrten der Anne-Frank-AG (u.a. nach Amsterdam, Wien, Krakau und Budapest),
  • zweiter Platz beim Schülerwettbewerb der Körber-Stiftung unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten,
  • Herstellung des Filmes „Was uns bleibt“ der Filmemacherin Barbara

Lipinski über die Projektarbeit der Schülerinnen und Schüler und den Besuch der israelischen Gäste,

  • Einladung von elf ehemaligen Zwangsarbeiterinnen nach Gütersloh
  • eine durch eine Schülerin gestaltete Bronzeskulptur zum Thema „Zwangsarbeit“, die bis heute neben der Stadtbibliothek zu sehen ist,
  • Errichtung einer Gedenktafel in Kaunitz am Orte der Befreiung der jüdischen Zwangsarbeiterinnen,
  • Studienreisen nach Israel und Palästina, aus der die Partnerschaft mit der School of Hope in Ramallah hervorgegangen ist,
  • Gründung der Stiftung „Begegnung“ am 22. Juni 2004,
  • Fotoausstellung „Jüdische Lebenswege“ der Anne-Frank-Gesamtschule in der Wandelhalle des Düsseldorfer Landtages,
  • Teilnahme einer Schulgemeindegruppe an einer bundesweiten Tagung in der Evangelischen Akademie Tutzing in Bayern zum Thema „Die mündige Schule“,
  • Verleihung des „Preises für Zivilcourage“ des Kreises Gütersloh (2001) für die Verdienste der Kolleginnen und Kollegen sowie verschiedener Arbeitsgemeinschaften,
  • ein aus den Kastanien des im Tagebuch der Anne Frank erwähnten Baumes im Schulgarten gezogener Baum als Erinnerung an den Tagebucheintrag Anne Franks,
  • ein Schilderbaum auf dem Schulhof als Wegweiser und Mahnung gegen jede Form von Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus: Entfernungsangaben zu Annes Geburtsort Frankfurt, zu ihrem Versteck in Amsterdam und zu ihrem Todesort Bergen-Belsen,
  • als Symbole das Tagebuch, der Davidstern und Stacheldraht
  • Wanderausstellungen „Das kurze Leben der Anne Frank“ (2004) und „Deine Anne – Ein Mädchen schreibt Geschichte“ (2012); Ausbildung von Schülerinnen und Schülern zu Peer Guides, die jugendliche und erwachsene Gäste über Anne-Frank und ihre Zeit informieren,
  • weitere Wanderausstellungen: „Was heißt hier Frieden?!“ (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.; 2010), „geflohen, vertrieben – angekommen!?“ (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., 2016), „Die Opfer des NSU“ (Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V., 2016); Durchführung umfangreicher Begleitprogramme mit HipHop-Konzert (Microphone Mafia), Klezmer-Musik (Shoshana), Lesungen (u.a. Kutlu Yurtseven), Podiumsgespräch (Dominic Schmitz), Theaterworkshop („Diskriminierung erkennen – Lösungen entwickeln“), Zeitzeugengesprächen, wissenschaftlichen Vorträgen (u.a. Prof. Jochen Oltmer) etc.,
  • Ernennung von 11 Schülerinnen und Schülern der Anne-Frank-Gesamtschule, der Janusz-Korczak-Gesamtschule und des Städtischen Gymnasiums vor 140 geladenen Gästen in der Berliner Botschaft des Königreichs der Niederlande als Dank für ihren Einsatz für Toleranz und gegen Fremdenhass zu „Anne-Frank-Botschaftern“,
  • Projektkurs „Erinnern für die Zukunft“; jährlich stattfindende Gedenkstättenfahrten von Schülerinnen und Schülern der Anne-Frank-Gesamtschule nach Auschwitz und Krakau, organisiert und durchgeführt von dem Bildungswerk „Stätte der Begegnung Vlotho e.V.“, 2018 erstmals auch Durchführung einer identischen Gedenkstättenfahrt für Lehrerinnen und Lehrer,
  • Uraufführung von vier Auftragskompositionen des Komponisten Helmut Bieler-Wendt durch Schülerinnen und Schüler der Big Band oder der Bläserklassen als Erinnerung an Anne Frank und Appell an ein friedfertiges Miteinander der Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen: „Das Hinterhaus – Kleine Musik für die Anne-Frank-Schule“ (1996), „Hope? – Kleine Musik über arabische und israelische Melodien“ (2005), „Musikwelten eröffnen – kulturelle Vielfalt im Musikunterricht“ (2009) und „Anne-Frank-Suite – für das Leben“ (2019).

 

Ein bedeutendes mit dem Namen der Schule verbundenes Ereignis der jüngeren Schulgeschichte  ist die Verleihung der Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ im Jahr 2017. Die durch die SV initiierte und vorbereitete Zertifizierung korrespondiert mit dem Selbstanspruch der AFS, die sich mit dem genannten Zertifikat dem Leitbild des Miteinander, der Weltoffenheit, aber auch den demokratischen Prinzipien verpflichtet. Pate der Schule ist hierbei die Gruppe Microphone Mafia, die schon des öfteren in unserer Schule aufgetreten ist.

Hervorzuheben ist auch die im Jahr 2018 erfolgte  Benennung eines Verbindungsweges zwischen der Turnhalle der Schule und dem Westring als „Miep-Gies-Weg“.

Bis zu ihrem Tod im Jahre 2010 war die Anne-Frank-Gesamtschule eng verbunden mit Miep Gies, Helferin der Familie Frank und der anderen Untergetauchten in ihrem Amsterdamer Versteck und Retterin des Tagebuchs der Anne Frank. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Jan Gies erschien sie zur Namensgebungsfeier der Anne-Frank-Gesamtschule im Jahr 1988, um über ihre Zeit mit Anne Frank zu berichten. Seitdem kam sie noch mehrfach zu Besuch und gab wiederholt ihrer Freude Ausdruck, dass die Anne-Frank-Gesamtschule Gütersloh so konsequent ihre Bildungsarbeit im Sinne Anne Franks und des Wortes „Erinnerung ist Geheimnis der Befreiung“ (Baal Schems) gestaltet. Außerdem führte sie mehrfach Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-AG durch das Anne-Frank-Haus in Amsterdam.

Der neu benannte Weg sowie eine Tafel mit wichtigen Daten und Ereignissen sollen die Erinnerung an Miep Gies lebendig halten.