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10. Schulentwicklung und Ziele der Schulentwicklung – Entwicklungsvorhaben und „Vision AFS 2025“

Neben den bereits begonnenen und/oder neu startenden zahlreichen fachbezogenen kleineren Projekten und Zielen, die weiter verfolgt werden, lassen sich drei große Entwicklungsschwerpunkte benennen, die zukünftig unsere Schulentwicklungsarbeit prägen werden.

Leitziel I

Individuelles Fördern und individualisiertes/personalisiertes Lernen als Leitbild und Entwicklungsaufgabe

Ziel individualisierten Lernens ist es, jede Schülerin und jeden Schüler intensiv mit ihren bzw. seinen Stärken und Entwicklungspotentialen in den Blick zu nehmen und im Lernprozess zu unterstützen.

Wir möchten eine Lernumgebung schaffen, die von einem individualisierten Lernbegriff geprägt ist. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen als aktiv Lernende in der Auseinandersetzung mit pädagogischen Instrumenten erwerben. Schülerinnen und Schüler, die in diesem Rahmen als lernende Subjekte agieren, müssen in weitaus stärkerem Maße Verantwortung für ihre persönlichen Lernprozesse übernehmen.

Wir sind der Meinung, dass das selbstgesteuerte, selbstständige Lernen durch die gemeinsame Festlegung individueller Lernziele und die Unterstützung der Selbststeuerung zum Beispiel durch Vereinbarungen zur Planung, Dokumentation und Reflexion individueller Lernwege gefördert wird. Findet eine entsprechende Umsetzung durch Lehrkräfte statt, tragen wir dazu bei, Lernerfolge sichtbar werden zu lassen. Dabei schließt individuelle Förderung immer auch die Entwicklung der sozialen und personalen Kompetenzen mit ein. (siehe Kapitel 5 und 6).

Individualisiertes (auch personalisiertes) Lernen bedeutet keinesfalls, dass Lernende nur in Einzelarbeit lernen. Es heißt vielmehr, Lernenden in anregenden Lernumgebungen Raum für ihre individuelle Kompetenzentwicklung zu geben, gerade auch im gegenseitigen Austausch und im Rahmen kooperativer Lehr- und Lernformen.

Wir gehen davon aus, dass individualisiertes Lernen nur gelingen kann, wenn Schülerinnen und Schüler Verständnis für ihre eigenen Lernprozesse entwickeln, wenn sie Auskunft geben können über ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten, wenn sie wissen, was sie bereits können, aber auch was sie noch lernen könnten. Ein zentrales Instrument, Lernprozesse erfolgreich zu bewerten und die Selbststeuerungsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern zu unterstützen, stellt die Arbeit mit Kompetenzrastern dar. Darüber hinaus sind Wochenpläne, Lernbegleiter, Checklisten, Selbstdiagnose, Lernpfade und Lernmaterialien wichtige Instrumente, die im Rahmen selbstgesteuerten, individualisierten Lernens helfen, Lernprozesse zu planen und Kompetenzentwicklungen sichtbar zu machen.

Die AFS hat bereits seit Jahren Erfahrungen im Bereich des Ausbaus individueller Lernzeiten, dem Einsatz von Lernbegleitern, dem Umgang mit kooperativen Lernformen, dem Methodencurriculum „KoMeT“, der inklusiven Schulkultur und entsprechenden Lernsettings. Aufbauend auf diesen Erfahrungen einschließlich evaluierter Ergebnisse und der intensiven Fortbildungskultur innerhalb des Kollegiums wurden neue Weichen auf der Zukunftswerkstatt im Schuljahr 2018/19 für die Schul- und Unterrichtsentwicklung der AFS gestellt. Die Einbeziehung aller am Schulprozess Beteiligten bildet eine gute Basis und Arbeitsgrundlage für anstehende Veränderungsprozesse der Lern- und Unterrichtskultur an der AFS.

Leitziel II

Digitalisierung des Unterrichts, digitale Kompetenzentwicklung und Medienkonzept

Eng verzahnt mit dem Leitziel des selbstgesteuerten Lernens ist das Entwicklungsvorhaben „Digitalisierung des Unterrichts, Erwerb digitaler Kompetenzen und Erstellung eines AFS-Medienkonzeptes“. Das Leitziel beruht u.a. auf der Einsicht, dass ein kompetenter Umgang mit neuen Technologien und digitalen Informationen als unumstritten gilt und als eine zentrale Aufgabe des schulischen Bildungsauftrags gesehen wird. Die Bedeutung der Fähigkeiten nimmt angesichts der rasanten technologischen Entwicklungen und der fortgeschrittenen Technisierung aller Lebens- und Arbeitsbereiche unaufhaltsam zu. Dabei geht es darum, Schülerinnen und Schüler in den Fähigkeiten zu schulen, medial vermittelte Informationen auszuwählen, zu verstehen, zu nutzen und zu kommunizieren.

Durch den künftig verstärkten Einsatz von Cloudsystemen wird es Lernenden und Lehrenden zunehmend möglich, den Lernraum virtuell zu erweitern, gemeinsam zu arbeiten und zu lernen. Um Lehrende fit für die Vermittlung zu machen, bedarf es der schulischen Organisation und Koordination von geeigneten Fortbildungsangeboten. Zudem bietet sich auch die Möglichkeit, sich im Kollegium mit- und untereinander digital zu unterstützen und intern KollegInnen einzubinden, die bereits Vorkenntnisse und Sicherheit im Umgang mit IPads, Programmen und Apps besitzen.

Erst wenn die Lehrenden selbst den Wert des Digitalen im eigenen Tun erfahren und ihre eigene Kompetenzen stärken, erfolgt digitales Unterrichten selbstverständlicher mit den Schülerinnen und Schülern. Wir haben uns diesbezüglich bereits auf den Weg gemacht, werden dieses Vorhaben aber – vorausgesetzt wir verfügen über angemessene schulische Ausstattungen – weiterhin ausbauen und intensivieren. Dabei orientieren wir uns grundsätzlich an dem SAMR-Modell (Dr. Ruben Puentedura), welches der Anregung und Orientierung dient und die Integration digitaler Medien in das Unterrichtsgeschehen unterstützt.

Mit dem Einsatz digitaler Medien in das Unterrichtsgeschehen ergibt sich folgerichtig die Forderung nach einem Medienkonzept für die AFS.

Der Einsatz von Medien soll bei uns in unterschiedlichen Formen und in verschiedenen Unterrichtssituationen stattfinden. Das Ziel eines schulumfassenden Medienkonzeptes liegt aus unserer Sicht darin, dass Schülerinnen und Schüler Kenntnisse, Einsichten, Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben, um den Herausforderungen in einer von Medien beeinflussten Welt gerecht zu werden. Das schulische Medienkonzept schafft durch einen Austausch aller in der Schule Beteiligten eine gemeinsame Basis für die aktive Gestaltung der Lernumgebung und Unterrichtsorganisation. »Die einzelne Schule soll entsprechend den pädagogischen Bedürfnissen […] ein Medienkonzept aufstellen, das sich am Schulprogramm orientiert und auch ein schulspezifisches Qualifizierungskonzept enthält.« (vgl. BASS 16-13, Nr. 4).

Ein Medienkonzept sollte die folgenden Aspekte beinhalten:

  • Informationen und Angaben zur Unterrichtsentwicklung,
  • Informationen zum Ausstattungsbedarf,
  • konkrete Angaben zur Fortbildungsplanung.

 

Wir haben mit dem Schulentwicklungsprozess bereits begonnen, indem eine schulische Arbeitsgruppe bestehend aus der Didaktischen Leitung und drei weiteren technikaffinen Kollegen an dem Projekt „Schule und digitale Bildung“ im Kreis Gütersloh teilnimmt.

Wir sehen die Ausgestaltung und Fortschreibung eines Medienkonzepts als einen längeren Prozess an, der auf mehreren Ebenen einer Schule stattfindet und immer wieder gemeinsam abgestimmt werden muss. Kooperation ist uns dabei wichtig: So sind neben der Schulleitung insbesondere die Fachkonferenzen mit ihren fachlichen Lernmittelkonzepten als Motor bei der Fortschreibung des Medienkonzepts gefragt. Grundsätzlich sind wir aber auch abhängig von der technischen Ausstattung der Schule und der Verfügbarkeit notwendiger Hard- und Software. Somit kommt als Gelingensbedingung ein externer Faktor hinzu, den wir nicht beeinflussen können.

Als Hilfestellung, Orientierung und Arbeitsgrundlage dient der Medienkompetenzrahmen NRW, denn auf seiner Basis kann jedes Fach einen Beitrag zu einer umfassenden Kompetenzvermittlung leisten. Der Medienkompetenzrahmen NRW und die damit verbundenen Umsetzungshilfen bilden das zentrale Instrument für die anstehenden Prozesse der Schul- und Unterrichtsentwicklung im Hinblick auf digitale Unterrichtsarrangements.

In diesem und im nächsten Schuljahr werden wir die Medienkompetenzvermittlung sowie eine zeitgemäße Nutzung digitaler Medien in der Schule vorantreiben. Parallel dazu wird das AFS-Medienkonzept entstehen. In Jahrgang 5 werden im Schuljahr 2019/20 alle Klassen mit IPads arbeiten und der Unterricht in den Lernbüros sowie im sonstigen Fachunterricht der Lerngruppen findet unter Einbeziehung der technischen Geräte und digital ausgerichteter Unterrichtsvorhaben statt.

 

Leitziel III

Bildung und Gesundheit – Salutogenes Schulentwicklungsvorhaben“ Gute, gesunde Schule“

Eng verknüpft mit den zuvor beschriebenen Entwicklungsvorhaben gestaltet sich das dritte Leitziel. Trotz eines hohen Bedarfs an schulischer Gesundheitsförderung ist ein entsprechendes ganzheitliches Konzept bei uns an der Schule noch nicht institutionalisiert. Bislang haben wir uns erst aus einer gewissen Notlage (z.B. hoher Krankenstand, gestörtes Schulklima) heraus mit der Thematik beschäftigt und Gesundheitsförderung mehr als „add-on“ gesehen und nicht als integrale Aufgabe. Mit Konzepten wie dem der guten gesunden Schule können wir die Voraussetzungen verbessern, um interne Prozesse so zu gestalten, dass Gesundheit und Wohlbefinden aller am Schulleben Beteiligten gefördert werden.

Die Anne-Frank-Gesamtschule nimmt am Landesprogramm Bildung und Gesundheit NRW (BuG) teil. Wir stehen im Austausch mit unserer BuG-KoordinatorIn und erhalten Ideen für die praktische Umsetzung des Konzeptes an unserer Schule. Sie bietet Hilfestellung und Beratung für anstehende interne salutogene Schulentwicklungsvorhaben an. Wir als Schule sind verpflichtet mit unserem Beitritt, unser Schulprogramm und das Leitbild unter gesundheitsförderlichen Gesichtspunkten kritisch zu prüfen und ggf. zu überarbeiten. Außerdem nehmen wir regelmäßig an der Evaluation und an Fortbildungsangeboten sowie Netzwerktreffen teil.

Neben der Beratung gibt es weitere Unterstützungsmöglichketen, die wir in den kommenden Schuljahren nutzen und ausbauen werden:

 

  • Bereitstellung von Selbstevaluationsinstrumenten z.B. BuG-Screening, Internetplattform IQES-Online (Instrumente für die Qualitätsentwicklung und Evaluation in Schule). Im Landesprogramm Bildung und Gesundheit erhalten wir als Schule durch die Teilnahme an der Evaluation eine individuelle Rückmeldung über unseren Entwicklungsstand. Die sich daraus ergebenen möglichen Handlungsfelder bilden die Grundlage für die Auswahl weiterer Schulentwicklungsschritte und passgenauer Maßnahmen,
  • Fortbildungen z.B. AGIL- Arbeit und Gesundheit im Lehrerberuf, „Classroom-Management“, salutogene Unterrichtsentwicklung, Umgang mit Vielfalt etc.,
  • Netzwerktreffen z.B. zu Themen wie: Umgang mit Unterrichtsstörungen, Lehrergesundheit, Partizipation, etc.,
  • Tagungen zum Thema Vielfalt mit den Schwerpunkten „Mentale Barrieren und Stereotype abbauen“, „Kulturelle Vielfalt“, „Salutogener Umgang mit Veränderungen aus Schulleitungssicht“, sowie diverse Workshops zur Umsetzung in der Schulpraxis.

 

Aufgabe wird es zukünftig sein, unsere bisherigen schulischen Elemente und Angebote im Bereich „Gute, gesunde Schule“ systematisch auszuweisen, bislang unzureichend abgedeckte Bereiche weiter zu entwickeln und durch passende Maßnahmen auszubauen.

 

Im Kontext unserer schulinternen Entwicklungsvorhaben halten wir uns bei unseren Mikroplanungen und damit der „Stärkung der Stärken – Schwächung der Schwächen“ bei der Problemanalyse an das GROW-Modell. Dabei gehen wir von den Problemstellungen und /oder Zielvorstellungen aus und im Anschluss folgen gemeinsame Beratungen und Festlegung von Lösungen und/oder möglicher Schritte und Vorgehensweisen.