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Tiktok – eine weitere Gefahr aus dem Netz

Die Videoapp TikTok dürfte mittlerweile jedem Jugendlichen ein Begriff sein, denn die Plattform ist der neue „Rising Star“ am Social Media Himmel. Mit über 418000 Downloads im Oktober nur in Deutschland hängt TikTok bereits lange etablierte Dienste wie Instagram, Snapchat und Co. ab.

Begonnen hat alles damit, dass Alex Zhu eine Plattform namens Musical.ly gegründet hat, auf der jeder Nutzer seine eigenen Musikvideos produzieren konnte. Man filmte sich dabei, wie man Tanz und Mundbewegungen ausführte, die im besten Fall zu der später eingefügten Musik passten. Besonders Jugendliche nutzten die App, um angesagte Videos zu drehen und diese zu veröffentlichen. Musical.ly wuchs enorm schnell und bald gab es erste Stars wie die deutschen Zwillinge Lisa und Lena.

2016 startete dann der chinesische Multimilliardär Zhang Yiming die App Douyin, die ein vergleichbares Konzept wie Musical.ly verfolgt. Da Yiming mit seiner Firma Bytedance die in China sehr schnell erfolgreiche App Douyin auch in den westlichen Staaten populär machen wollte, kaufte er Musical.ly für 800 Millionen Dollar auf und im August 2018 wurde die App außerhalb von China in TikTok umbenannt.

Im Laufe der letzten beiden Jahre wurde die App dahingehend weiterentwickelt, dass man nicht nur  Videos mit Musik unterlegen, sondern auch durch unterschiedliche Effekte und Einstellungen eigene Kurzvideos produzieren kann.

Mit dem Wechsel änderte sich jedoch auch die Firmenphilosophie – von dem recht offenem gestalteten Musical.ly, bei dem alle Nutzer die gleichen Bedingungen hatten, zu einer Plattform, die die Beiträge zensiert.

Das Unternehmen Bytedance sichtet die meisten Videos vor der Veröffentlichung, um gewalttätigen oder menschenverachtenden Filmen keine Plattform zu bieten, so wie es andere Social Media Unternehmen auch machen.

Dabei bleibt es jedoch nicht, denn jegliche politische Meinung und Kritik an staatlichen Institutionen wird zensiert. Und auch das Auftreten der  Menschen in den Filmen sowie deren Umgebung wird bewertet. So werden Nutzer, die ihr Leben in ärmlichen Verhältnissen präsentieren, also z.B. in Wellblechhütten leben, oder die ärmlich aussehen, absichtlich weniger Leuten angezeigt.

Auch das Aussehen spielt eine Rolle bei dem Vorschlagen neuer Videos. Menschen mit Übergewicht, Narben oder mit einem hässlichen Gesicht – wie es in einem Angestellten-Protokoll steht -, sollen absichtlich weniger Leuten vorgeschlagen werden.

TikTok sagte über diese Anschuldigungen, dass die Vorauswahl nur Mobbing vorbeugen soll und dass die Richtlinien neu angepasst werden. Aber ob diese Aussage stimmt, ist ungewiss.

Weitere Kritikpunkte sind Sexismus und fehlender Jugendschutz. Dem Unternehmen wurde schon mehrfach vorgeworfen zu wenig Aufklärung gegenüber Jugendlichen zu betreiben. Gerade Sexismus und Cybermobbing wurden in der Vergangenheit zu häufig nicht unterbunden. Auch sind Videos, in denen sich zum Beispiel zur Homosexualität geäußert wird, verboten und sie dürfen somit durch die Firma gelöscht werden.

Zudem weist TikTok enorme Sicherheitslücken auf, bereits mehrere Hackerangriffe gelangten durch die Sicherheitsschranken.

Da das Unternehmen seinen Firmensitz in China hat, muss es sich an die Gesetze des Landes  halten. Und die chinesischen Gesetze sagen unter anderem aus, dass ein Social Media Unternehmen alle gespeicherten Informationen auf Anfrage an die Regierung weitergeben muss.

Aus diesem Grund möchte der amerikanische „Noch-Präsident“ Donald Trump auch die Plattform verbieten, denn er befürchtet Spionage der chinesischen Regierung durch TikTok.

Auch in anderen Ländern ist TikTok gesperrt, z.B.in Indien, Indonesien und Pakistan. Die Begründung dafür ist die Verbreitung von unmoralischen und unanständigen Inhalten.

Ein großes Problem solcher Plattformen ist die Datenspeicherung, denn durch einen Algorithmus werden alle Informationen über uns gespeichert, z.B. wie lange man auf ein Video schaut oder welche Art von Video man liked.

Das Internet merkt sich alles,  um uns interessengeleitete Inhalte zu liefern, so dass man sich problemlos stundenlang von Videos berieseln lassen kann, ohne große Langeweile zu bekommen, da nur Sachen vorgeschlagen werden, die einen auch wirklich interessieren.

TikTok hat dieses System bis zur Perfektion ausgebaut. Kaum ein anderer Algorithmus schafft es so präzise, auf den Nutzer zugeschnittene Vorschläge zu machen. Das hört sich zwar erst einmal gut an, aber die damit verbundene Gefahr ist ziemlich offensichtlich. Menschen kommen in „Bubbles“, auch Filterblasen genannt, in denen ihnen nur gezeigt wird, was sie hören oder sehen sollen. Ob die Beiträge korrekt sind und der Wahrheit entsprechen, wird nicht mehr hinterfragt.

Daher ist es absolut erforderlich, solche Plattformen kritisch zu betrachten und sich die Frage zu stellen, wie das System funktioniert und was mit den persönlichen Daten passiert. In der  Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass TikTok und Co. große Mängel aufweisen. Vom Datenschutz bis zur Zensierung von Inhalten fehlt jegliche Regulierung.

Jetzt sind die Regierungen in der Pflicht, solchen Plattformen  Paroli zu bieten. Eine Regulierung muss her, denn Unternehmen dürfen nicht größer als der Staat werden und machen, was sie wollen. Mobbing, Hass und Weitergabe von illegalen Inhalten müssen staatlich geprüft und unterbunden werden. Wir, die Konsumenten, müssen auf lange Sicht davor geschützt werden, dass das Internet, besonders die sozialen Medien zu einem rechtsfreien Raum mutieren.

Bennet de Boer, Q2

Nobelpreis für Erkenntnisse über schwarze Löcher

In diesem Jahr haben die Molekularbiologen wegen der Corona-Pandemie eine besondere Aufmerksamkeit bekommen, aber auch andere Wissenschaftler haben wichtige neue Erkenntnisse gewonnen. Drei von ihnen hat das Nobelkomitee der Alfred-Nobel-Stiftung jetzt mit dem begehrten Preis gewürdigt.

Bei den Ausgezeichneten handelt es sich um Roger Penrose (Großbritannien), Reinhard Genzel (Deutschland, Garching bei München) und Andrea Ghez (USA).

Geehrt wurden sie für ihre Forschungen rund um die schwarzen Löcher. Mit ihren Teams vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching, der University of California in Berkeley und der University of California in Los Angeles forschen sie schon seit Jahren über ein schwarzes Loch im Zentrum der Milchstraße.

Aber was macht schwarze Löcher nun so besonders? Und was ist das überhaupt?

Schwarze Löcher sind riesige Phänomene im Weltall, deren Anziehungskraft überdimensional ist, obwohl viele nur einen Durchmesser von wenigen Kilometern haben.

Sie entstehen, wenn große Sterne – noch viel größer als die Sonne – explodieren. Jeder dieser Sterne wächst im Laufe seines Lebens von 35 Millionen bis zu 3,5 Billionen Jahren zu einem sogenannten roten Riesen heran, bis er explodieren kann. Und je nach Größe der Explosion entsteht ein Trümmerfeld oder  – bei großen Sternen – ein schwarzes Loch.

Durch ihr Alter und ihre Fähigkeit alles und jeden anzuziehen, förmlich alles, sogar das Licht, zu verschlingen, birgt das Gebilde immer noch viele Rätsel. Schon seit vielen Jahren versucht man Antworten auf Fragen zu den schwarzen Löchern zu finden und durch die drei mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Forscher ist die Physik wieder ein Stück weitergekommen.

Für mehr Infos fragt den Physiklehrer eures Vertrauens.

Thore Brandau, Q2

Psychotest VIRUS-Online: Bist du ein gläserner Mensch?

  1. Wie oft bist du auf Social Media aktiv?
  2. Ich bin immer up to date. (3)
  3. Eher weniger, ich habe auch andere Interessen. (2)
  4. Social Media? Was ist das? (1)
  • Wie sieht dein Profilbild auf WhatsApp aus?
  • Ein Foto von der Natur. (1)
  • Ein cooles Selfie von mir und meinen Freunden.  (3)
  • Ein Bild von meinem Hobby. (2)
  • Wie regelmäßig nutzt du Streamingdienste (Netflix, Disney+, …)? 
  • 24/7 (3)
  • Gerne mal am Wochenende. (2)
  • Ich nutze so etwas nicht. (1)
  • Wie schnell gibst du deine Mail Adresse bekannt, z.B.  für eine Mitgliedschaft oder Ähnliches?
  • Sofort,  wenn es mir ein Angebot gefällt. (3)
  • Nur, wenn es unbedingt sein muss. (2)
  • Das mache ich nie, dann verzichte ich lieber auf das Angebot. (1)
  • Wie oft kaufst du im Internet ein?
  • JEDEN TAG, ich liebe es online einzukaufen.  (3)
  • Niemals, ich unterstütze die Läden hier in Gütersloh. (1)
  • Manchmal, wenn ich das Gesuchte vor Ort nicht bekomme. (2)
  • Wie regelmäßig nutzt du YouTube?
  • Ich schaue ab und zu Informationsvideos. (2)
  • Ich war noch nie auf der Seite. (1)
  • Jeden Tag, von morgens bis abends. (3)
  • Passen die Vorschläge auf Social Media zu dir und deinen Interessen?
  • Ja, ich bekomme ständig tolle Angebote von meinen Lieblingsinfluencern. (3)
  • Manchmal schon, aber meistens nicht. (2)
  • Nein, nie. (1)
  • Ist dein Standort auf deinem Handy aktiviert?
  • Natürlich, dadurch kann ich schneller Adressen finden. (3)
  • Nein, auf gar keinen Fall. (1)
  • Nur manchmal. (2)
  •  Liest du regelmäßig die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB’s)?
  • Auf jeden Fall und immer wieder aufs Neue. (1)
  • Nur wenn ich etwas genauer herausfinden will. (2)
  • Die AGB’s interessieren mich überhaupt nicht. (3)
  1. Hältst du dich selbst für einen gläsernen Menschen?
  2. Ja, auf jeden Fall. Bei den vielen Diensten, die ich nutze. (3)
  3. Ich glaube nicht.  Ich bin nur anonym im Internet unterwegs. (2)
  4. Nein, wo sollte ich denn meine Daten preisgeben. (1)

Auswertung:

30- 25 Punkte

Du bist ein offenes Buch im Internet. Du postest regelmäßig neue Bilder von dir, schreibst viele Kommentare und deine Daten sind öffentlich für jeden sichtbar. Deine Privatsphäre scheint dir nicht wichtig zu sein oder weißt du nicht, wie du deine Daten sicherst?

24-18 Punkte

Über dich weiß man einiges im Internet, jedoch ist das Wichtigste geschützt. Du achtest zwar darauf,  was du postest, aber etwas mehr Vorsicht wäre nicht verkehrt. Du willst ja nicht zu viel von dir verraten.

17-10 Punkte

Du bist ziemlich undurchsichtig im Internet, denn du achtest sehr darauf, was du ins Netz stellst. Dir ist deine Privatsphäre sehr wichtig und daher schützt du sie. Weiter so, deine Daten sind sicher.

Alexandra Wlasnew Jg. 10, Larissa Heitmann, Q 2

SV Update – Warum die SV so wichtig ist

Hey Leute, hier ist wieder unser SV Update.

Dieses Mal geht es um die Bedeutung der SV im Schulalltag und wie immer um unsere aktuellen Neuigkeiten.

Viele von euch fragen sich sicher, warum man in der SV aktiv sein sollte, wenn das doch eigentlich nur extra Arbeit bedeutet. Daher möchten wir euch nun einmal erklären, warum die SV so wichtig ist.

Auch wenn nicht alle Mitglieder der Schulgemeinde immer gleicher Ansicht sind, bilden diese doch eine demokratische Gemeinschaft, bestehend aus den drei großen Gruppen Eltern, Lehrer und Schüler. Das heißt, dass jeder aus der Schulgemeinde ein Recht auf freie Meinungsäußerung und die Beteiligung an Entscheidungen hat.

Da die Schülerschaft jedoch ziemlich groß ist, kann nicht jedem Einzelnen zugehört werden, weshalb wir eine Schülervertretung, die SV, haben. Die Mitglieder der SV versuchen bestmöglich, die Interessen aller Schüler zu vertreten und bei verschiedenen Meinungen einen Kompromiss zu finden.

Natürlich heißt das auch, dass die Meinungen und Interessen innerhalb des Gremiums umso vielfältiger sind, je mehr Mitglieder wir haben. Und natürlich wird ein größeres Spektrum der Meinungen und Interessen der gesamten Schülerschaft vertreten, wenn es viele Aktive in der SV gibt.

Möglicherweise denkt der ein oder andere jetzt, dass uns Schülern ohnehin nicht zugehört wird, aber das ist definitiv nicht richtig. Im Gegenteil, die meisten Lehrer und auch viele Eltern sind vor allem an der Meinung der Schüler interessiert. Denn was wäre die Schule ohne Schüler?

Die Antwort darauf ist einfach: Ohne Schüler gibt es keine Schule! Die Schulgemeinde existiert nur, weil wir Schüler in die Schule gehen. Eltern sind ein Teil von ihr, weil ihre Kinder in der Schule sind, und Lehrer können ihren Job wahrnehmen, weil wir Schüler unterrichtet werden müssen.

In Schule dreht sich also alles um uns Schüler und deshalb ist es so wichtig, dass wir unsere Meinung äußern und Prozesse im Schulalltag aktiv mitbestimmen.

Wenn du also Lust auf Mitbestimmung, Gemeinschaft und Verantwortung hast, dann komm gerne zu unseren Treffen mittwochs um 13:20 Uhr am Rondell auf dem Schulhof.

Und nun zu unseren Neuigkeiten:

In diesem Schuljahr wird die Schülerschaft durch Pinar Sarilkan als Schülersprecherin Helen Knufinke als ihre Stellvertreterin vertreten. Bei Fragen, Anregungen oder Problemen könnt ihr  euch gerne an eine der beiden wenden oder aber an die SV-Lehrer. Das sind in diesem Jahr Frau Görlich, Frau Prüßner und Herr Acar. Natürlich sind auch alle anderen Mitglieder immer gerne für euch da.

Eure SV 🙂

CRISPR – die Genschere, die das Leben verändern wird

Am 10. Dezember wurden mit Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna zum ersten Mal zwei Frauen mit dem Nobelpreis ausgestattet, und zwar für ihre Forschungen an der Genschere CRISPR-Cas9.

Doch was genau ist dieses CRISPR-Cas9 eigentlich? Es scheint ja sehr wichtig zu sein, wenn man für die Forschung daran sogar eine so hohe Auszeichnung wie den Nobelpreis bekommt?

CRISPR ist die Abkürzung von „Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats“ und der Begriff Cas9 bezieht sich auf ein Protein, aber dazu später mehr.

Wie ihr bestimmt alle wisst (und wenn nicht dann fragt eure Biolehrer) dient die sogenannte Desoxyribonukleinacid, kurz DNA, als Bauplan für alle lebenden Wesen. Verändert man die DNA, dann verändert sich auch das Lebewesen.

Und um solche Veränderungen zu erzielen, gibt es Versuche von Wissenschaftlern auf der ganzen Welt. Ziel ist es, z.B. durch radioaktive Bestrahlung von Zellen Pflanzen so zu verändern, dass Schädlinge weniger anrichten können, oder auch Tiere resistenter zu machen. Solche veränderten Pflanzen und Tiere gibt es schon, insbesondere pflanzliche Produkte kann man im Supermarkt kaufen, der Einsatz wird allerdings sehr kontrovers diskutiert.

Doch was hat das alles mit CRISPR-Cas9 zu tun und wie funktioniert das Verfahren?

Um das zu verstehen, müssen wir uns zunächst einmal mit Bakterien befassen. Bakterien werden schon seit Jahrhunderten von bestimmten Viren, sogenannten Bakteriophagen, befallen, die sich im Bakterium  reproduzieren. Dieses möchte das natürlich nicht, immerhin wird es bei diesem Vorgang zerstört. Zum Bedauern des Bakteriums gewinnen die Bakteriophagen aber fast immer, und nur in ganz wenigen Ausnahmen kann ein Bakterium einen Angriff überleben.

Aber wenn ein Bakterium einen Angriff überlebt, kann es einen Teil der Phagen-DNA erkennen und speichern. Im Falle eines erneuten Phagenangriffs wird mithilfe des Proteins Cas9 die gespeicherte DNA mit dem angreifenden Bakteriophagen abgeglichen und dieser kann zerstört werden, wenn es eine 100-prozentige Übereinstimmung gibt. Und diesen Vorgang nutzt man, um mittels Cas9 das Genom einer DNA zu verändern.

Dazu muss man unter Einsatz einer Sonde zunächst die Stelle finden, bei der eine Änderung durchgeführt werden soll. Wenn dies geschehen ist, setzt die Sonde dort an und durchschneidet den  DNA-Doppelstrang genau an dieser Stelle mithilfe des Cas9-Proteins, weshalb man bei dem Verfahren auch von einer Genschere spricht. Anschließend wird der durchtrennte Strang durch die zelleigenen Reparatursysteme wieder zusammengeflickt. Wichtig ist, dass anders als zum Beispiel bei der Bestrahlung mit radioaktiven Substanzen nur exakt die Stelle verändert wird, an der die Genschere ansetzt. Das Verfahren wird also sehr gezielt eingesetzt. Außerdem ist es preiswerter und einfacher durchzuführen als andere Methoden.

Und was bringt uns das für die Zukunft?

CRISPR-Cas9 kann in der Zukunft ein sehr wichtiger Prozess im Kampf gegen verschiedene Krankheiten werden. So könnte vielleicht der Krebs besiegt werden oder man könnte durch den Einsatz angeborene Erbkrankheiten verhindern.

Allerdings muss man das Verfahren auch kritisch betrachten. Wenn es nämlich möglich wird, Krankheiten zu verhindern, und CRISPR-Cas9 eine sichere Sache geworden ist, besteht natürlich auch die Gefahr zu versuchen Kinder schon vor der Geburt zu „verbessern“, so dass sie z.B. stärker, gesünder oder intelligenter werden.

Die Züchtung solcher „Super-Menschen“ ist natürlich ethisch sehr bedenklich, weshalb CRISPR-Cas9  sicherlich auch weiterhin umstritten sein wird, auch wenn die beiden Forscherinnen jetzt den Nobelpreis bekommen haben.

Falls ihr mehr dazu wissen wollt, schaut euch Video  „CRISPR – Gentechnik wird alles für immer verändern“ des Kanals „Dinge Erklärt – Kurzgesagt“ an. Dort wird alles sehr verständlich erklärt und es wird außerdem gezeigt, was noch alles mit CRISPR möglich drin kann, aber auch welche Gefahren dieser Eingriff in die DNA mit sich bringt.

Text: Linus Martinschledde, Q2 – Illustration: Alexandra Wlasnew

Interessante Gespräche bei Kaffee und Kuchen

Am 28.8. war ich mit einigen Mitschülern im Wilhelm-Florin-Haus, um mit den Bewohnern Kuchen zu essen und einfach ein wenig zu reden.

Der Austausch mit dem Seniorenheim ist ein wichtiger Bestandteil des Projektes „Alt und Jung“ unseres Zusatzkurses Sozialwissenschaften. Schon seit mehreren Jahren besuchen die Teilnehmer des  Zusatzkurses in der Jahrgangsstufe Q2 mehrfach im Jahr die Menschen im Wilhelm-Florin-Haus, um mit ihnen zu reden, Spiele zu spielen, zu singen oder Ähnliches, denn unsere Schule hat eine Partnerschaft mit dem Seniorenheim.

Dieses Jahr jedoch war alles anders, weil unser Besuch von Corona überschattet war. Daher gab es etliche Einschränkungen. So war natürlich an Singen nicht zu denken, bei unserer Ankunft wurde zunächst einmal Fieber gemessen und natürlich mussten wir Masken tragen, wenn wir nicht auf unseren Plätzen saßen, um sowohl uns als auch die Senioren vor einer möglichen Infizierung mit dem Virus zu schützen.

Erst als wir jeweils zu zweit an unseren Plätzen saßen,  durften nach und nach die Senioren hereinkommen. Anschließend haben wir den Kuchen geholt, den wir extra für diesen Besuch gebacken hatten, und uns bei Kaffee und Kuchen mit den Bewohnern unterhalten. Natürlich war Corona das große Thema. Uns interessierte, wie die Krankheit das Leben der Senioren beeinflusst hat, und sie  wollten von uns wissen, wie sich unser Schulalltag verändert hat.

Wir erfuhren, dass die Heimbewohner wegen des Infektionsrisikos anfangs keinen Besuch empfangen durften, worunter viele gelitten haben. Hinzu kamen die Ängste um ihre Familien im Zusammenhang der Pandemie.

Erst nach und nach wurden die Bestimmungen gelockert und sie durften wieder Besuch empfangen.

Aber wir sprachen nicht nur über das Virus, sondern auch über das Leben und die Biografien der Heimbewohner und natürlich über unser Leben.

Für mich war es beeindruckend zu erfahren, welches Leben unsere Gesprächspartner geführt haben, als sie so alt waren,  wie wir jetzt sind. Eine der Seniorinnen erzählte mir, dass sie während des Krieges von Ostpreußen ins heutige Westdeutschland geflüchtet ist, was ich richtig spannend fand. Des Weiteren erfuhr ich, dass es früher viel mehr ländliche Gegenden gab und sie es genossen haben, über Wiesen zu laufen.

Manche Senioren waren richtig gut über aktuelle  Themen informiert. So fragten sie uns nach unserer Meinung zur Digitalisierung. Aber wir sprachen auch ganz einfach über so etwas wie unsere Wohnungen oder unsere Schule und natürlich waren sie daran interessiert, welchen Beruf wir später einmal ergreifen möchten.

Sie erzählten dann natürlich auch von ihrer Arbeit. Ich fand es interessant zu erfahren, welche Unterschiede es im Vergleich zu heute gibt. So wurden die meisten Frauen früher Lehrerin oder Krankenschwester, während es heute immer mehr Frauen in eigentlich typischen Männerberufen gibt.

Leider können wir in den nächsten Wochen unsere Partner im „Wilhelm-Florin-Haus“ wegen der so stark angestiegenen Infektionszahlen nicht mehr besuchen, aber wir überlegen gerade, wie wir den Kontakt trotzdem aufrechterhalten und den alten Menschen eine Freude machen können.

Text: Larissa Heitmann Q2 – Fotos: Bettina Andreas