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Der ökologische Fußabdruck der AFS

Neben einer weltweiten Pandemie erwähnte er auch den Klimawandel. Während wir vorerst der Gefahr zu entgehen scheinen, durch das Coronavirus vernichtet zu werden, hat der zweite Faktor, der Klimawandel, auch zukünftig ein großes zerstörerisches Potenzial.

Der berühmte Physiker Stephen Hawking hat vor vielen Jahren mehrere Faktoren genannt, durch die die Menschheit ausgelöscht werden könnte.

Insbesondere wir Jugendlichen werden sehr darunter leiden, denn wir sind die Generation, die die Auswirkungen unseres heutigen Handelns spüren wird. Deswegen ist es Zeit, den Klimawandel aufzuhalten. Dazu kann nicht nur jede/r Einzelne beitragen, sondern auch alle Institutionen sollten den Verbrauch ihrer Ressourcen im Blick haben.

Ich möchte in meinem Text die Institution unter die Lupe zu nehmen, die einen großen Anteil an unserer persönlichen Entwicklung hat: Es ist Zeit, die Klimabilanz der AFS zu untersuchen.

Im Zusammenhang mit dem Thema spricht man oft vom ökologischen Fußabdruck, der angibt, wie sehr die Verhaltensweisen und der Ressourcenverbrauch einer Person oder einer Organisation sich auf das Klima auswirken. Dabei werden viele Kategorien berücksichtigt, von denen ich in meinem Artikel einige wie den Strom- und Papierverbrauch sowie das Abfallaufkommen beleuchten möchte.

Foto: FlöF

Die AFS bezieht ihr Papier von der Steinbeis Papier GmbH. Das deutsche Unternehmen schöpft sein Papier aus recyceltem Altpapier und spart somit viel CO2 ein, weshalb das Papier mit den Umweltlabeln EU Ecolabel und dem Blauen Engel ausgezeichnet wurde.

Insgesamt hat die AFS im Jahr 2019 1.060.00 DIN A4-Blätter sowie 20.000 DIN A3-Blätter verbraucht. Im Jahr darauf sank der Papierverbrauch von DIN A4-Papier um 31 % auf 740.000 Blätter und bei den DIN A3-Blättern sogar um die Hälfte, was hauptsächlich auf den Lockdown und das damit zusammenhängende Homeschooling zurückzuführen ist.

Der Einsatz von recyceltem Papier wirkt sich positiv auf die Umwelt aus. So verbrauchen die  1.060.000 DIN A4-Blätter insgesamt 47.071 Liter Wasser und es werden 2.998 kg CO2 produziert. Das ist deutlich weniger als bei nicht-recyceltem DIN A4 Papier, welches bei der gleichen Menge ca. 275.000 Liter Wasser verbraucht und rund 6.400 kg CO2 ausstößt.

Dafür, dass unsere Schule Recyclingpapier benutzt und für die gesunkenen Zahlen kann man die AFS beglückwünschen. Allerdings bleibt die Frage, ob es diesen Trend auch ohne Corona und das Homeschooling gegeben hätte.

Und wie sieht es mit dem Abfall aus? Der Mensa und der Schule stehen 18 Mülltonnen mit einem Fassungsvermögen von je 1000 l zur Verfügung, jeweils sechs Tonnen für jede Abfallkategorie, organische Abfälle, Papiermüll und Restmüll. Alle Tonnen sind bei der wöchentlichen Leerung durch die Abfallwirtschaft GT komplett gefüllt sind.

Man könnte denken, dass man an einer Schule mehr Papier- als Restmülltonnen brauchen würde, da aber leider viele SchülerInnen Papier in den Restmüll werfen, ist das nicht der Fall.

Ein anderer wichtiger Faktor für das Klima ist der Stromverbrauch. Normalerweise liegt er an der AFS In einem Jahr bei circa 453.000 kWh, aber auch hier hat sich der Lockdown bemerkbar gemacht, denn im Frühjahr 2020 sank der Verbrauch stärker als in anderen Jahren. Leider hat diese Entwicklung nur einen geringen Einfluss auf die Zahlen, da circa zwei Drittel des Stroms von Oktober bis April verbraucht werden.

Wichtig ist noch zu sagen, dass es auf dem Dach der AFS zwei Photovoltaikanlagen gibt, die von einem gemeinnützigen Verein kontrolliert werden und jährlich insgesamt 90.000 kWh Strom produzieren. Allerdings profitiert nicht die Schule von dieser Solarenergie, denn der erzeugte Strom wird zu den Stadtwerken geleitet und kommt somit allen Stromkunden zugute. Das führt im Umkehrschluss dazu, dass der Stromverbrauch der AFS nur zu einem winzigen Teil aus ihren eigenen Solarzellen kommt und der Rest wird auch nur teilweise mit CO2-armen Methoden produziert.

Ein weiterer Aspekt ist die Wärmeerzeugung für unsere Heizungen und das Warmwasser. Die  Heizwasserkessel werden mit Gas und Holzpellets betrieben, wobei mehr Pellets als Gas zum Einsatz kommen.  Beide Methoden sind sehr CO2-lastig und produzieren Feinstaub, wobei eine Gasheizung mehr CO2 ausstößt und eine moderne Pelletheizung mehr Feinstaub produziert. Da der Lockdown eher in den wärmeren Monaten des Jahres 2020 lag, hatte er keine merklichen Auswirkungen auf die Verbrauchszahlen.

Zuletzt soll noch der Faktor Wasser beleuchtet werden. Im Jahr 2018 lag der durchschnittliche Wasserverbrauch bei 300.000 Litern; der größte Anteil wird dabei im Winter für das Warmwasser genutzt. In kalten Wintern kann es vorkommen, dass der Verbrauch extrem ansteigt, so etwa im Winter 2019, als wir circa 500.000 Litern verbrauchten.

Ich habe viele Zahlen aufgelistet, aber was heißt das jetzt für unsere Schule und für uns? In welchem Maße wirkt sich der normale Schulbetrieb negativ auf das ökologische Gleichgewicht aus?

Unsere Schule versucht in manchen Bereichen einen grünen Weg zu gehen, zum Beispiel durch das Nutzen von recyceltem Papier und CO2-armen Heizmethoden. Auch der Solarförderverein, der mit der Schule zusammenarbeitet und in dem ehemalige und aktuelle Lehrer, SchülerInnen und Eltern vertreten sind, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Jedoch gibt es in manchen Bereichen noch deutlichen Verbesserungsbedarf. So muss die Schule die Digitalisierung weiter vorantreiben, damit der Papierverbrauch stärker reduziert wird, zum Beispiel, indem die Lehrer dazu angehalten werden, weniger Arbeitsblätter auszudrucken und digitale Endgeräte zu benutzen.

Auch könnte man das Thema Solarenergie stärker in den Unterricht einbinden, zum Beispiel in den Technik- oder Physikunterricht, um SchülerInnen zu motivieren sich damit auseinanderzusetzen.

Um den ökologischen Fußabdruck in Bezug auf das Thema Stromverbrauch zu verringern, sollte der auf dem Dach der Schule produzierte Strom weitgehend der Schule zugeführt werden. Außerdem sollte man die Anlage vergrößern und weitere Solarzellen auf die Sporthalle und die Fachräume der MINT-Fächer bauen. Mit einer großen Menge an Strom könnte die Schule dann elektrisch heizen.

Und auch in allen anderen Bereichen sollten darüber nachgedacht werden, wie man noch mehr Ressourcen schonen kann, damit die Schule in der nahen Zukunft klimaneutral wird. Das muss das Ziel von Institutionen wie Schulen sein, in denen wir für das Leben in der Zukunft vorbereitet werden.

Ich danke dem Hausmeister und dem Sekretariat der AFS für ihre Unterstützung bei meinen Recherchen.

Thore Brandau

Gemeinsames Bürgerforum von Anne-Frank-Gesamtschule und Volkshochschule Gütersloh anlässlich des Europatages

Schüler*innen der Anne-Frank-Gesamtschule diskutieren mit Bundestagskandidat*innen digital über aktuelle Herausforderungen für Europa

Artikel von Michael Schüthuth

Was läuft gut in Europa? Was könnte besser laufen? Unter dieser Fragestellung fand in Kooperation mit der Volkshochschule bereits zum wiederholten Mal ein Europadialog in der Anne-Frank-Gesamtschule statt. Schüler*innen des 11. Jahrganges diskutierten untereinander und mit Politiker*innen verschiedener Parteien vor allem drei Fragen: Welche Rolle spielt Europa in meinem Alltag? Welche sind im europäischen Kontext zurzeit die größten Herausforderungen? Wie könnte eine Lösung dieser Probleme aussehen? Gefragt waren die persönlichen Ansichten, Wünsche, Ideen und Meinungen der Schüler*innen, aber auch ihre Bedenken und Sorgen. Das Besondere an dieser Veranstaltung: Sie musste erstmals vollständig online ablaufen.

Jan Rüter begrüßte alle Teilnehmer*innen und Henrike Dulisch organisierte den inhaltlichen Ablauf.

Die Gruppe der mitdiskutierenden Politiker*innen war dabei hochkarätig besetzt. Für Bündnis 90 / Die Grünen beteiligte sich Bundestagsdirektkandidat Sebastian Stölting an der Veranstaltung, die FDP war durch ihren Direktkandidaten Patrick Büker ebenso prominent vertreten. Direkt aus Berlin war Elvan Korkmaz zugeschaltet, die seit 2017 für die SPD einen Sitz im Bundestag hat. Wegen der parallel stattfindenden Bundestagssitzung konnte sie jedoch nicht durchgängig an der Veranstaltung teilnehmen. Sie wurde daher zeitweise von dem Juso-Kreisvorsitzenden Matthis Haverland vertreten. Birgit Ernst, die sich vor zwei Jahren für die CDU um einen Sitz im Europäischen Parlament beworben hatte, musste ihre Teilnahme kurzfristig absagen.

Dagmar Klein (Jahrgangsbetreuerin) und Michael Schüthuth (Koordinator für Gesellschaftswissenschaften).

„Wir brauchen eine der CO2-Steuer vergleichbare Abgabe für Plastikmüll. Wenn man dann noch die Menge an Plastikverpackungen, die ein Unternehmen produzieren darf, durch entsprechende Zertifikate begrenzt, dann ist ein wirksamer Schritt zur Vermeidung des Plastikmülls getan.“ Dies war nur ein Vorschlag, den Schüler*innen der Anne-Frank-Gesamtschule am vergangenen Donnerstag im Rahmen des in Kooperation mit der Volkshochschule veranstalteten Europadialogs machten, um den Klima- und Umweltschutz in Europa voranzutreiben. Derweil beschäftigten sich andere mit der wichtigen Frage, wie nach der Corona-Pandemie die Wirtschaft nachhaltig gefördert werden könne. Für sie stand völlig außer Frage, dass Unternehmen, die unter den Anti-Corona-Maßnahmen besonders gelitten haben, finanzielle Unterstützung erhalten müssten. Dies gelte auch und gerade für den Kulturbereich, dem die öffentliche Hand auch durch Initiierung und Ausrichtung eigens dazu ins Leben gerufener kultureller Veranstaltungen unter die Arme greifen solle. Im Bereich der Bildung mahnten die Jugendlichen bezahlbare Hardware für Kinder aus sozial schwächer gestellten Familien an. Es könne nicht sein, dass die individuellen Bildungschancen noch immer sehr stark davon abhängen, aus welcher gesellschaftlichen Schicht man stamme. Jeder dieser Vorschläge wurde zum Teil heftig unter den teilnehmenden Schüler*innen und auch mit den anwesenden Politiker*innen aus SPD, FDP und von Bündnis 90 / Die Grünen diskutiert.

Dr. Mariella Gronenthal moderierte die Konferenz.

Die Themen hatten die Jugendlichen dabei selbst gesetzt. Gespannt verfolgten die Schüler*innen, was die Teilnehmenden aus der Politik dazu zu sagen hatten. Dabei mussten sie feststellen, dass beispielsweise die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens von den Anwesenden zwar als interessant angesehen wurde, doch müsse es eher darum gehen, Arbeit so zu gestalten, dass man von ihr leben könne. „Es war sehr interessant und hat richtig Spaß gemacht, mit den Politikern zu diskutieren“ war das Fazit von Johanna Löhr zu der Diskussion.

Politiker*innen und Schüler*innen in der Online-Diskussion.

Viel Lob kam von den Politprofis für die engagierte Mitarbeit der Schüler*innen in den Diskussionsrunden. Diese wussten umgekehrt sehr zu schätzen, dass sie mit den prominenten Gästen auf Augenhöhe sprechen konnten. Manche hätten sich sogar noch mehr Zeit mit den Politiker*innen gewünscht. „Ich habe heute sehr viel über Politik gelernt“, so Linus Fortenbacher nach der Veranstaltung. „Vor allem aber hat mir gefallen, dass die Politiker*innen unsere Meinung sehr ernst genommen haben und sich ganz offensichtlich sehr für die Belange von uns Schüler*innen interessieren.“ Und Fawaz Othman sekundierte: „Ich fand sehr spannend, zu sehen, wie die Politiker*innen trotz Meinungsverschiedenheit in der Sache sehr wertschätzend miteinander umgegangen sind. Andererseits haben sie sich immer wieder auch gegenseitig Recht gegeben.“ Viele Schüler*innen gaben später an, nun viel besser zu wissen, wofür die einzelnen Parteien eigentlich einstünden.

Fabian Flöper, Dagmar Klein, Henrike Dulisch, Dr. Mariella Gronenthal und Michael Schüthuth organisierten das gemeinsame Bürgerforum anlässlich des Europatages.

Sicherlich nicht ungehört blieb das einmütige Plädoyer von Patrick Büker, Sebastian Stölting und Matthis Haverland ganz am Schluss: „Wahrscheinlich geht bei der kommenden Bundestagswahl noch niemand von euch wählen. Aber macht von dieser Chance Gebrauch, sobald ihr die Gelegenheit dazu habt. Dabei ist nicht wichtig, ob ihr eure Stimme nun der CDU oder der SPD, der FDP oder den Grünen gebt. Wichtig ist nur, dass ihr eine demokratische Partei wählt.“ Der Europadialog wurde im Rahmen einer sehr erfolgreichen Kooperation durchgeführt, die die Anne-Frank-Gesamtschule vor bereits vor drei Jahren Volkshochschule Gütersloh eingegangen ist. Moderiert und geleitet wurde die Veranstaltung ebenso kompetent wie engagiert von der stellvertretenden Leiterin der Volkshochschule, Dr. Mariella Gronenthal. Schon einmal vor zwei Jahren war ein ähnliches Bürgerforum durchgeführt worden. Neu aber war diesmal, dass wegen der Corona-Pandemie die komplette Veranstaltung online als Videokonferenz durchgeführt wurde. Auch die Politiker*innen waren per Videostream zugeschaltet. Die einzelnen Diskussionsrunden wurden in sogenannten Breakout Rooms durchgeführt. Alle Beteiligten waren gespannt, ob das wirklich funktionieren würde. Am Ende aber waren sie sich einig: Der technische Aufwand hatte sich gelohnt. Schon jetzt steht fest, dass es im nächsten Jahr wieder ein Europaforum geben soll, dann aber hoffentlich wieder in Präsenz.

Fotos: Fabian Flöper

Anne-Frank-Schule erhält Zertifikat

Die Anne-Frank-Gesamtschule ist neuerdings Europaschule. Daran mitgewirkt haben Beate Hinrichs, Schulleiter Jan Rüter (links) und Fabian Flöper, Arbeitskreismitglied und Lehrer. Foto: Grund

Gütersloh (gg). Die Anne-Frank-Gesamtschule in Gütersloh ist jüngst als Europaschule ausgezeichnet worden. Seit 2015 hat sich ein Arbeitskreis aus Lehrern, einer Schülerin und einer Mutter darum bemüht, die Auszeichnung zu erlangen. Damit ist die Bildungseinrichtung nach der Geschwister-Scholl-Realschule, der Grundschule Nordhorn und dem Städtischen Gymnasium die vierte Europaschule in Gütersloh. Weiter lesen…
Aktuell besuchen 1150 Schüler die Anne-Frank-Schule (AFS). Treibende Kraft für die Zertifizierung war Sprachenkoordinatorin Beate Hinrichs. Nach einer Schulung zum Thema Europaschulen und den damit verbundenen Kriterien stellte die Pädagogin fest, dass die AFS bereits die meisten Anforderungen für eine Europaschule erfüllt: ein erweitertes Fremdsprachenangebot und Projekte, Austauschprogramme sowie Wettbewerbe mit Partnerschulen in Europa. Gemeinsam mit dem aus zwölf Mitgliedern bestehenden Arbeitskreis habe sie ausgelotet, welche Standards im Bereich der interkulturellen Zusammenarbeit erfüllt werden müssen, um das Gütesiegel Europaschule zu erhalten.
So wurden die bestehenden Schulpartnerschaften mit Grudziadz (Polen) und Ramallah (Palästina) vor zwei Jahren in Kooperation mit dem Verler Droste-Haus um eine Partnerschaft im katalanischen Sant Celoni (Barcelona) erweitert. Dazu kamen vermehrt europäische Schulprojekte, Austauschreisen und Auslandspraktika, Teilnahmen am Europatag der Stadt Gütersloh sowie Exkursionen ins europäische Ausland.
Große Anerkennung zollen Beate Hinrichs und Schulleiter Jan Rüter all jenen Lehrerkollegen, die sich in der Vergangenheit gegenseitig in ihren Heimatländern besucht haben. „Zudem haben ein Deutschlehrer aus Spanien sowie eine Kollegin aus Kirgisen bei der AFS hospitiert“, so Beate Hinrichs. Durch einen mehrsprachigen und interkulturellen Schulalltag und die Förderung von interkulturellen Kompetenzen lebe man die Anforderungen einer Europaschule schon deutlich länger.

Im nächsten Schritt soll das Europa-Curriculum, in dem Konzepte über Lehrziele, Unterrichtsinhalte und Lernprozesse zur Vertiefung von europaorientiertem Wissen verankert sind, in allen regulären Fächern Anwendung finden. In der weiteren Planung findet sich zudem eine Beteiligung am „E-Twinning“-Programm der Europäischen Kommission. Das Portal fördert und begleitet europäische Schulpartnerschaften, Weiterbildungsmöglichkeiten für Pädagogen sowie schulische Online-Vernetzungen und Kooperationen. Gern würde man auch mal einen EU-Politiker für eine Diskussion in der Anne-Frank-Schule begrüßen, so Beate Hinrichs.

Die Glocke vom 19. März 2021

Weitere Informationen zur Europaschule: KLICK!

Statement der SV zur aktuellen Situation

Liebe Schüler*innen, liebe Lehrkräfte, liebe Eltern,

im März des letzten Jahres, an einem Freitag, den 13., erhielten wir die Nachricht über die Schulschließung bis zum Ende der Osterferien. Kaum jemand hatte mit einer Situation wie dieser gerechnet und noch weniger damit, dass sich die Ausnahmesituation bis heute hinziehen würde.

Seit über einem Jahr schwanken wir zwischen Distanz-, Wechsel-, Hybrid- und Präsenzunterricht hin und her, ohne jegliche Gewissheit darüber zu haben, wie es am nächsten Tag, in der nächsten Woche oder gar im nächsten Monat weitergehen würde. Dennoch haben wir bis jetzt alle herausfordernden Situationen gemeinsam gemeistert und wir sind sicher, dass wir auch noch die kommende Zeit meistern werden.

Wir alle wissen, dass dies eine überaus schwierige Situation ist. Deswegen möchten wir auch nicht auf blinden Optimismus plädieren. Die immer wieder wechselnden Richtlinien, Gesetze und Anweisungen sind verwirrend und verursachen sicherlich häufig Frustration. Nichtsdestotrotz möchten wir versuchen, diese Zeit gemeinsam durchzustehen.

Bei aller Frustration über die Situation ist es wichtig, nicht zu vergessen, warum wir diese Gesetze haben und warum es wichtig ist, sich weiterhin an sie zu halten. Es geht um nichts Geringeres als das Leben unserer Mitmenschen, unserer Freund*innen, Familienmitglieder und Bekannten zu schützen. Deswegen versuchen wir, in dieser Zeit nicht die Hoffnung auf Besserung zu verlieren.

Wir wissen, dass diese Verbesserung vermutlich noch dauern wird, aber wir alle können unseren Beitrag leisten. Wenn wir uns weiterhin an Kontaktbeschränkungen halten, uns testen lassen und vorsichtig bleiben, können wir auch hoffnungsvoll in eine Zukunft ohne Pandemiebeschränkungen blicken, in der wir alle wieder zusammen sein können.

Die SV bedankt sich bei allen Lehrkräften und Eltern für die aufgebrachte Mühe und Unterstützung, außerdem möchten wir allen Schüler*innen Mut zusprechen, nicht die Motivation zu verlieren.

Als SV sind wir weiterhin über unseren Instagram-Account @afs.gt.sv erreichbar. Dort erhalten Sie/ erhaltet ihr auch immer einen Einblick in unsere SV-Arbeit.

Unser SV-Treffen findet jeden Donnerstag in der Mittagspause statt und jede*r ist willkommen!

Wer Interesse hat, kann uns gern über Instagram anschreiben oder unsere SV-Lehrkräfte kontaktieren (Frau Görlich, Frau Beil, Herr Acar).

Wir freuen uns!

Wenn Fakten mit Meinungen gleichgesetzt werden

Wer sich viel in den Medien, vor allem in den sozialen Medien bewegt, stellt immer häufiger fest, dass wissenschaftliche Fakten angezweifelt werden und stattdessen seltsame Fake-News verbreitet werden wie zum Beispiel, dass es den Klimawandel nicht gebe, Impfen Autismus verursache oder – ganz aktuell – Corona eine Lüge der Regierung sei.

Die Gründe dafür, dass Menschen weniger auf die Wissenschaft hören, sondern eher unseriösen Quellen Glauben schenken, sind kompliziert und vielfältig; ein Grund dafür könnte allerdings die sogenannte „falsche Gleichgewichtung“ sein.

Unter „Gleichgewichtung“ versteht man zunächst einmal, dass in den Medien, zum Beispiel in Talkshows, zwei unterschiedliche Positionen zu einem Thema den gleichen Stellenwert bekommen, dass also Experten beider Seiten zum Thema dieselbe Redezeit und dieselbe Aufmerksamkeit bekommen. Sollte dies nicht der Fall sein, spricht man von „falscher Gleichgewichtung“. Besonders problematisch ist es, wenn die eine Position mit wissenschaftlichen Fakten belegt wird, zu der anderen aber nur Meinungsvertreter eingeladen sind, denn in diesem Fall werden Fakten mit Meinungen gleichgesetzt. Trotzdem wird den Konsumenten des medialen Formats der Eindruck vermittelt, dass beide Seiten die gleiche Gewichtung haben, was aber natürlich nicht richtig ist, da eine wissenschaftlich begründete Position einen anderen Stellenwert hat als eine bloße Meinungsäußerung.

Leider ist eine echte Gleichgewichtung bei wissenschaftlichen Themen nur schwer umzusetzen, da es häufig schwierig ist, seriöse Vertreter, in diesem Fall Wissenschaftler, zu einem Thema zu finden. Und da die meisten Journalisten Wert darauf legen, auch die Gegenstimme zu Wort kommen zu lassen, wird dann häufig jemand eingeladen, der einfach nur die Meinung der Gegenseite vertritt.

Wie können wir damit umgehen? Als Konsumenten sollten wir immer im Hinterkopf behalten, dass dieses Problem existiert, und uns außerdem möglichst breit, also in vielen verschiedenen Medien, informieren. Und Medienvertretern sollten Fakten als solche darstellen und Theorien und Meinungen bei wissenschaftlichen Themen möglichst keine Bühne mehr bieten. Sonst werden Fakten irgendwann doch zu Meinungen, und das wollen wir ja alle nicht.

Linus Martinschledde, Q2 – Foto: Alexandra Wlasnew

Buchtipp: „Mein Sommer auf dem Mond“ von Adriana Popescu

In dem Jugendroman „Mein Sommer auf dem Mond“ von Ariana Popescu, erschienen im cbt-Verlag, geht es um vier Jugendliche, die ihre Sommerferien aus ganz unterschiedlichen Gründen in einem psychiatrischen Zentrum auf Rügen verbringen.
Fritzi, Basti, Tim und Sarah lernen auf Rügen segeln und erleben außerdem gemeinsam turbulente Abenteuer. Beispielsweise fahren Basti, Tim und Sahra heimlich mit dem Auto an den Strand, um Fritzi zu helfen. Dies führt dazu, dass sie während des Aufenthalts über sich hinauswachsen und ihr wahres Selbst finden.

Der Roman zeigt, dass es in Ordnung ist, anders zu sein, und dass man sich bei Problemen Hilfe holen sollte. Außerdem vermittelt er die Erkenntnis, dass es nicht nur Menschen gibt, die dich wegen deiner Andersartigkeit ausgrenzen, sondern immer auch solche, die dich mit all deinen Ecken und Kanten mögen und dich nicht wegen deiner Vergangenheit verurteilen.

Foto und Text: Alexandra Wlasnew, Jg.10