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Lehrerinterview mit Frau Meste

Name: Larissa Meste

Fächer: Deutsch und Gesellschaftslehre

Lieblingsfächer als Schülerin: Deutsch und Pädagogik

Beschreiben Sie sich in drei Worten: Das ist unmöglich.

Foto: Larissa Meste

Womit beschäftigen Sie sich in Ihrer Freizeit? Mit der Parkplatzsuche in der Bielefelder Innenstadt – anschließend verbringe ich meine Freizeit gerne mit meiner Familie und meinen Freunden, lese und zeichne gerne und gehe manchmal auch zum Fitness.

Warum wollten Sie unbedingt Lehrerin werden? Ich glaube, als ich Weihnachten 1998 eine kleine aufstellbare Tafel geschenkt bekommen habe, war es um mich geschehen. Während anfangs meine jüngere Schwester (zwangsweise) dafür herhalten musste, von mir „unterrichtet“ zu werden, habe ich später in der weiterführenden Schule „Nachhilfe geben“ als Wahlpflichtfach belegt. Mir hat es einfach schon immer Spaß gemacht, Wissen zu vermitteln und Kontakt zu jungen Menschen zu haben.

Was wäre Ihre berufliche Alternative? Bestseller-Autorin

Haben Sie besondere Merkmale, wenn ja, welche? Gelten kleine Ohren als besonderes Merkmal?

Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie und warum? Ein Adler – dann würde ich alles, auch in der hintersten Reihe, sehen… Und fliegen könnte ich auch.

Wenn Sie eine Zeitreise machen könnten (sowohl in die Zukunft als auch in die Vergangenheit), in welche Zeit würden Sie dann reisen und warum? Ich würde mit meinem Wissen von heute zurück in meine Kindheit reisen, in der ich nichts lieber als erwachsen sein wollte.

Welche Gedanken hatten Sie einen Tag vor Ihrem ersten Arbeitstag an der AFS? „Hoffentlich werde ich mich an der AFS wohlfühlen…“ – ich bin nämlich ein Bauchmensch. Mein Bauchgefühl ist ausschlaggebend dafür, wie meine Zukunft an einem Ort oder mit anderen Menschen aussieht. Zum Glück hatte ich ein gutes Bauchgefühl und daran hat sich bis heute auch nichts geändert.

Wie waren Ihre ersten Eindrücke von der Schule und den Menschen dort? Herzlich und aufgeschlossen! Außerdem habe ich schnell erkannt, dass die Menschen an der AFS keine Angst davor haben, neue Wege zu gehen.

Wie haben Sie den Lockdown erlebt? Beruflich als stressig und belastend. Mir haben vor allem die direkten sozialen Kontakte mit meinen SuS und meinen Kollegen gefehlt. Im privaten Bereich habe ich diese Zeit aber auch als angenehm „entschleunigend“ empfunden. So konnte ich einfach mal zu Hause bleiben, puzzeln und Hörbücher hören – ohne das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen.

Was würden Sie gerne an unserer Schule verändern? Da sich an der AFS gerade sehr viel verändert, ist diese Frage schwer zu beantworten. Ich schaue gespannt in die Zukunft! 

Alexandra Wlasnew   Jg.10

Fotos: Larissa Meste

Bonbons für Bäume

Lachgummis, Dickmann’s und Werthers Originale – wer kennt die beliebten Süßigkeiten von Storck nicht?
Das zu den größten Süßwarenherstellern weltweit gehörende Unternehmen hat sein Hauptwerk in Halle (Westf.). Die Firma wurde 1903 in Werther gegründet und zog nach dem Zweiten Weltkrieg nach Halle. Aufgrund eigenständiger Aufforstungen in der Umgebung des Unternehmens galt Storck immer als „Industrieanlage im Grünen“ und so bezeichnet sich die Firma auch heute selbst noch gerne. Aber wird das in Zukunft auch noch so sein?
Seit über 110 Jahren kann das Unternehmen ein kontinuierliches Wachstum vorweisen, was dazu geführt hat, dass eine Expansion in Halle geplant ist. Da dafür aber etliche Bäume gefällt werden müssen, stößt das Unternehmen mit seinen Planungen auf großen Widerstand bei vielen BürgerInnen in Halle sowie bei der örtlichen Fridays for Future Gruppe des Altkreises Halle.

Aber warum sollten auch Menschen aus Gütersloh und alle, die im Umkreis wohnen, sich für die Erweiterung des Storck-Werkes interessieren? Und ist der massive Protest wirklich gerechtfertigt?

Die Erweiterung lässt sich von zwei Seiten betrachten – wirtschaftliche Interessen wie Steuern für die Kommune und Arbeitsplätze stehen dem Umweltschutz gegenüber. Diese beiden Aspekte sind immer wieder Gegenstand strittiger Auseinandersetzungen und seit Beginn der Industrialisierung hat in der Regel immer die Wirtschaft gewonnen.
Einerseits beschäftigt Storck aktuell rund 3.200 MitarbeiterInnen und würde durch die Erweiterung noch weitere Arbeitsplätze schaffen, die natürlich gerade jetzt, da bedingt durch Corona viele Menschen um ihren Arbeitsplatz bangen, sehr wichtig ist. Die Erweiterung könnte daher für viele Familien und auch für uns junge Leute perspektivisch von existenzieller Bedeutung sein.
Andererseits hätte die Erweiterung aber negative Auswirkungen auf das Grundwasser und den Wald. Der Grundwasserverbrauch würde stark ansteigen, was bei Trockenheit verheerende Folgen haben kann. Zudem sollen sieben Hektar Wald gerodet, das Biotop Laibach verlegt und zwei Teiche trockengelegt und überbaut werden.
Selbstverständlich würde Storck für Ausgleichsflächen sorgen, da dies gesetzlich vorgeschrieben ist; ein Wald wächst jedoch nicht so schnell, sodass es viele Jahre dauern würde, bis der durch die Rodung verlorene Baumbestand ersetzt würde.
Auf regionaler Ebene sprachen sich die meisten PolitikerInnen für das Vorhaben der Firma Storck aus – trotz unzähliger Bedenken und Einwände. Allerdings ist noch nicht endgültig entschieden, ob den Plänen des Unternehmens zugestimmt wird, aber ich befürchte, die Wirtschaft wird wieder einmal gewinnen.
Und dann wird Storck seine Süßwarenproduktion natürlich erheblich steigern. Aber sollte der zugegebenermaßen leckere Geschmack von Bonbons wirklich wichtiger sein als der Erhalt der Bäume, die durch ihre Fotosynthese für uns lebensnotwendig sind.

Anna Kötter

VIRUS-Online: Psycho-Test – Bist du fürs Homeschooling geeignet?

  1. Wie schwer war für dich die Umstellung von der Arbeit in der Schule auf das Homeschooling?
    1. Es lief super, ich hatte null Probleme. (3)
    1. Es hat ein paar Tage gebraucht, bis ich angefangen habe zu arbeiten. (2)
    1. Ich konnte nicht arbeiten, da ich das Gefühl hatte, es seien Ferien. (1)
  2. Wie gut war deine Arbeitsorganisation während des Lockdowns?
    • Welche Arbeit? Hatten wir Aufgaben? (1).
    • Ich habe mich jeden Morgen sofort an die Aufgaben gesetzt und sie zügig erledigt (3).
    • Irgendwie habe ich es geschafft, die Aufgaben zu machen, auch wenn es verdammt schwer war. (2)
  3. Hast du die Deadlines für die Abgabe eingehalten?
    • Ich habe die Ergebnisse immer mehrere Tage vor der Frist abgegeben. (3)
    • Ich habe sie meistens kurzfristig geschickt, aber manchmal auch zu spät. (2)
    • Deadline? Was ist das? (1)
  4. Wie sind für dich die Videokonferenzen verlaufen?
    • Videokonferenzen? Habe ich irgendetwas verpasst? (1)
    • Es lief ganz gut. (2)
    • Ich habe mich immer gefreut, bekannte Menschen zu sehen, und war immer voll dabei. (3)
  5. Fiel es dir leicht, ein neues Thema ohne die Hilfe der Lehrer zu verstehen?
    • Natürlich, das war kein Problem für mich. (3)
    • Es ging so, Gott sei Dank gibt es YouTube. (2)
    • Ich hatte sowieso keine Lust, mich damit zu befassen. (1)
  6. Hast du dich während der Arbeit zu Hause gerne ablenken lassen?
    • Die Verlockung war groß, aber irgendwie ist es mir gelungen zu arbeiten. (2)
    • Ich habe mich nie ablenken lassen. (3)
    • Alles andere war einfach spannender als die Aufgaben. (1)
  7. Wie hast du die lern- und aufgabenfreie Zeit verbracht?
    • Ich bin jeden Tag einen Marathon vom Bett zum Kühlschrank und wieder zurückgerannt. (1)
    • Ich war manchmal draußen, aber nicht wirklich oft. (2)
    • Ich war täglich draußen und bin Fahrrad gefahren, gelaufen etc. (3).
  8. Wie oft warst du zu Hause in Streit verwickelt?
    • Streit kenne ich gar nicht. Bei uns lief alles super. (3)
    • Das kam schon vor, aber nur wegen wichtiger Dinge. (2)
    • Es gab jeden Tag Streit, auch wegen der kleinsten Kleinigkeiten. (1)
  9. Konntest du dich nach dem Lockdown wieder in den normalen Unterricht integrieren?
    • Die ersten Tage fielen mir schwer, danach ging es aber, weil die Lehrer sehr auf uns eingegangen sind. (2)
    • Ich will weiter Coronaferien haben. (1)
    • Damit hatte ich kein Problem. (3)
  10. Wie gut findest du den jetzigen Mix aus Präsenzunterricht und Distanzlernen?
    1. Es ist furchtbar! Ich komme völlig durcheinander und kann mich weder zu Hause noch in der Schule konzentrieren. (1)
    1. Das läuft super, ich kann mich auf jede Art von Unterricht einstellen. (3)
    1. Na ja geht so. Es hätte schlimmer kommen können. (2)

Auswertung

10-16 Punkte: Du brauchst den normalen Alltag und die Kontrolle, um eine tägliche Routine beizubehalten. Sonst nimmst du das Leben auf die leichte Schulter. Denke einfach mal über diese Einstellung nach und versuche dich mehr anzustrengen, denn davon wirst du spätestens im neuen Schuljahr profitieren.

17-23 Punkte: Du kannst sowohl in der Schule als auch zu Hause arbeiten, scheinst aber dennoch Fan eines geregelten Alltags zu sein. Du bist flexibel und belastbar, jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt. Versuche diese goldene Mitte zwischen Arbeit und Leben beizubehalten, dann wirst du den Schulalltag in der Regel gut bewältigen.

24-30 Punkte: Du glänzt sowohl zu Hause als auch in der Schule mit deinen Fähigkeiten und deinem Wissen und kannst dich schnell auf neue Situationen einlassen. Dennoch solltest du dir mehr Freizeit gönnen und dich nicht zu sehr unter Druck setzen.

Text und Foto: Thore Brandau, Q1

VIRUS Online: Interview mit der stellvertretenden Schulleiterin Frau Hönemann

Foto: Jule Hönemann

Name: Gudrun Hönemann

Fächer: Mathematik/ Sozialwissenschaften

Lieblingssportart: walken, Yoga

Lieblingsfach als Schülerin: Mathematik

Waren Sie eine gute Schülerin? Ja, ich hatte das große Glück, dass ich nicht viel dafür tun musste.

Haben Sie eine verrückte Eigenschaft oder ein besonderes Merkmal?

Ich habe ein besonderes Merkmal, das teile ich aber nur mit meinen engsten Freunden.

Wenn Sie ein Tier wären – welches wären Sie?

Eine Giraffe, weil es mir in vielen Situationen gelingt, den Überblick zu behalten.

Wollten Sie schon immer Lehrerin werden und seit wann üben Sie diesen Beruf aus?

Der Wunsch Lehrerin zu werden ist entstanden, nachdem ich 2 Semester Mathematik auf Diplom studiert hatte und mich mit den späteren Jobperspektiven auseinandergesetzt habe. Da ich schon immer gern mit Menschen zusammengearbeitet habe, ist der Entschluss gereift, Lehrerin zu werden und diesen Entschluss habe ich bis heute nicht bereut. Inzwischen bin ich seit über 20 Jahren Lehrerin.

Wie fit sind Sie im digitalen Unterricht?

Ich nutze für meinen Mathematikunterricht regelmäßig das i-Pad und die digitale Tafel zur Präsentation. Darüber hinaus haben wir leider noch nicht die technische Ausstattung, um wirklich digitalen Unterricht zu machen. Ich stehe diesem Prozess offen gegenüber und werde auch mit Unterstützung jüngerer Kolleginnen und Kollegen sicherlich in der Lage sein, dies zu bewerkstelligen.

Foto: Jan Rüter

Warum haben Sie sich auf die Stelle als stellvertretende Schulleiterin beworben?

Ich war in den letzten Jahren an der AFS für den MINT-Bereich koordinierend tätig. Irgendwann hat mich Herr Rüter gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, mich auf die Stelle der stellvertretenden Schulleitung zu bewerben. Ursprünglich war dies nie mein Plan, aber nach Rücksprache mit meinen Freundinnen und meiner Familie und vielen positiven Reaktionen, habe ich den Schritt gewagt und ihn bisher auch nicht bereut, was besonders daran liegt, dass Herr Rüter und ich ein sehr vertrauensvolles Verhältnis haben und wir insgesamt ein tolles Schulleitungsteam sind.

Wie hat sich ihr Alltag seit Ihrem Amtsantritt verändert?

Die Schultage sind länger geworden, es gibt mehr Zusatztermine und somit weniger Freizeit. Ich bin aber gerne in der Schule und freue mich über die vielen neuen Aufgaben. Die Schultage gehen schnell vorüber.

Wie viel Freizeit haben Sie jetzt noch und was machen Sie in der Zeit?

Meine Freizeit ist schon eingeschränkt, aber ich nehme mir bewusst Zeit zum Entspannen. Ich gehe zum Yoga, walke mit meinen Freundinnen und kümmere mich um unseren Garten. Außerdem nutzen mein Mann und ich regelmäßig unsere eigene Sauna. Ab und an finde ich auch die Zeit ein Buch zu lesen.

Wie ist Ihre Einschätzung bezüglich der Coronakrise? Inwiefern hat sich Ihr Alltag verändert?

Die Coronakrise stellt für viele Familien eine sehr herausfordernde Situation dar. In vielen Gesprächen mit Eltern und Kindern wird deutlich, dass die Belastungsgrenzen erreicht sind. Durch die Öffnung der Schule konnten wir wieder ein kleines Stück Normalität schaffen, auch wenn der Unterricht nur temporär stattfinden kann. Die Krise hat aber sicherlich auch positive Effekte. Alles wird deutlich entschleunigt. Für mich selbst sind die Auswirkungen nicht so groß, da ich weiterhin regelmäßig in der Schule bin. Allerdings fehlen mir soziale Kontakte, Konzertbesuche, das Treffen mit Freundinnen…

Hat die AFS aus Ihrer Sicht die Krise bisher gut gemanagt? Würden Sie im Nachhinein etwas anders machen?

Tatsächlich finde ich, dass wir die Krise bisher gut gemeistert haben. Auch der Schulstart im rollierenden System ist aus meiner Sicht gut gelungen. Sicherlich hätten wir für das Lernen auf Distanz noch einiges anders machen können, da erst durch persönliche Gespräche deutlich geworden ist, wo die Schwierigkeiten liegen. Hier haben wir aber inzwischen nachgesteuert, so dass vieles besser klappt. Uns ist bewusst, dass die häuslichen Rahmenbedingungen sehr unterschiedlich sind und wir versuchen deshalb durch den Verleih von iPads oder andere Unterstützungsangebote den Schülerinnen und Schülern möglichst individuell zu helfen.

Thore Brandau, Q1

VIRUS-Online: Corona – und plötzlich steht die Welt still

Während wir noch friedlich und ausgelassen Weihnachten und Silvester feierten, entstand in China ein neues Virus, von dem wir nicht ahnten, dass es schon wenige Wochen später unser Leben lahm legen würde.

 Covid-19, im Volksmund auch Corona genannt, verbreitete sich zunächst langsam, aber sicher in Wuhan. Der Ursprung des Virus ist nicht wirklich bekannt, aber er wird im Tierreich vermutet. Am wahrscheinlichsten ist die Theorie, dass es von Fledermäuse oder Schuppentieren übertragen wird.

Was im weit entfernten China anfing, übertrug sich bald auf die ganze Welt. Schon bald gab es sehr viele Coronakranke in Italien und die Zahl der Toten stieg täglich in einem beängstigenden Ausmaß. Daher war Italien auch eines der ersten Länder, die einen generellen Lockdown durchsetzten, was bedeutet, dass das öffentliche Leben praktisch zum Stillstand kam.

Am 27.1.2020 wurde in Deutschland der erste Fall von Corona bestätigt und auch bei uns stieg die Zahl sehr schnell an. Bis zum heutigen Tag wurden über 180000 Fälle von Covid-19 in Deutschland registriert, von denen inzwischen mehr als 165000 Patienten wieder genesen sind. Allerdings sind auch ungefähr 8600 Erkrankte in Deutschland verstorben, eine Zahl, die im internationalen Vergleich eher gering ist. So gibt es in Italien zum Beispiel mehr als 33000 Verstorbene und in den USA sogar über 100000.

Der Beginn des Lockdown in Deutschland, der massive Einschränkungen im öffentlichen Leben zur Folge hatte, kam für uns alle sehr plötzlich (s. auch den Text von Anna über Homeschooling) und obwohl die Geschäfte weiter regelmäßig geöffnet waren, entstand in der Bevölkerung eine Massenhysterie, die in massiven Hamsterkäufen mündete. Konserven, Nudeln und besonders Toilettenpapier waren in  Supermärkten plötzlich vergriffen, so dass die Geschäfte zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen mussten und bestimmte Waren nur noch in begrenzter Menge pro Kunde verkauft wurden.

Gleichzeitig entstanden im Internet immer neue Fake News zur Entstehung von Corona sowie die wildesten Verschwörungstheorien. Eine der bekanntesten ist, dass Bill Gates das Virus auf die Welt losgelassen hat, um den Impfstoff teuer zu verkaufen und eine weltweite Gesundheitsdiktatur einzuführen, eine andere Theorie besagt,  dass  5G an dem Virus schuld sei.

Während in der ersten Zeit die Maßnahmen relativ gelassen hingenommen wurden, gab es im Laufe der Zeit immer mehr Kritik dagegen. Der Regierung wurde zum Beispiel vorgeworfen, dass die Maßnahmen ein Eingriff in die Grundrechte seien und der Staat nur die Gelegenheit nutze, um das Volk stärker zu kontrollieren.

Nach einigen Wochen wurden die strengen Regeln etwas gelockert, aber gleichzeitig eine Maskenpflicht und strenge Hygienevorschriften eingeführt, was wiederum zu Unmut bei etlichen Menschen führte.

Und da die Lockerungen manchen Menschen nicht weit genug gingen, kam es sogar zu Demonstrationen, bei denen einige der Protestler verhaftet wurden – vor allem, wenn sie sich nicht an die Abstandsregeln oder Ähnliches hielten.

Doch die Corona-Pandemie hat nicht nur große Auswirkungen auf die Gesundheit und die Freiheit der Menschen, sie hat auch immense wirtschaftliche Folgen. Kleinen Unternehmen droht das finanzielle Aus und große verlieren Millionen. Der Staat verspricht zwar ein großzügiges Hilfspaket und hat auch schon manche Selbstständige unterstützt, aber dennoch gibt es für viele Menschen Kurzarbeit und es droht der Verlust von Arbeitsplätzen.

Erschwerend kam hinzu, dass Schulen und Kitas geschlossen hatten, so dass  viele Eltern neben ihrem eigenen Job nun auch als LehrerInnen für ihre Kinder fungieren mussten. Mittlerweile öffnen die Schulen und Kitas nach und nach wieder, jedoch ist der Unterricht nur eingeschränkt möglich, weshalb die Kinder immer noch sehr viel zu Hause sind.

Das größte Problem dieser Pandemie ist die Ungewissheit, mit der wir alle leben, da es eine ähnliche medizinische, wirtschaftliche und soziale Situation noch nie gab, was dazu führte, dass das Volk, die Politiker, aber auch die Wissenschaftler überfordert waren und immer noch sind.

Maßnahmen wurden eingeführt, verschärft oder doch nicht umgesetzt. Die Betroffenen wurden häufig allein gelassen und wussten nicht, wie es weitergehen sollte.

Da die Zahlen der Infizierten erfolgreich eingedämmt wurden, werden langsam, aber sicher die Einschränkungen immer weiter gelockert. Allerdings steht die Gefahr einer zweiten großen Ansteckungswelle dem Drang gegenüber wieder zur Normalität zurückzukehren und dieses Risiko schwebt wie ein Damoklesschwert über allen Entscheidungen zur Öffnung des Lebens.

Normalität ist noch lange nicht erreicht und es steht im Moment noch in den Sternen, wann sie erreicht werden kann, da völlig unklar ist, wann es ein geeignetes Medikament oder einen Impfstoff gibt. Die große Unsicherheit, die diese Pandemie ausgelöst hat, wird uns wohl noch lange begleiten.

Emily Niehaus, Q1