Radioprojekt „Erinnern für die Zukunft“

„Schülerinnen oder Schüler der Anne-Frank-Schule in Gütersloh haben an dem Projektkurs „Erinnern für die Zukunft“ teilgenommen. Dazu gehörte auch ein Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz. Ihre Erlebnisse fassen sie in einer Radiosendung zusammen. Dabei geben sie auch geschichtliche Hintergrundinformationen zum Nationalsozialismus und seinen Folgen für die jüdische Bevölkerung. Auch Zeitzeugen-Berichte von ehemaligen Auschwitz-Häftlingen sind Teil der Sendung.“ (NRWision)

Die Sendung kann unter folgendem Link abgerufen werden: https://www.nrwision.de/mediathek/erinnern-fuer-die-zukunft-begegnung-mit-auschwitz-191121/

Zeitungsartikel vom Januar:

AFS und VHS Gütersloh machen gemeinsam Radio

AFS und VHS Gütersloh machen gemeinsam Radio
Machen gemeinsam Radio (v.l.): Dr. Elmar Schnücker, stellvertretender Leiter VHS Gütersloh, Julia Kroneberger, Dr. Birgit Osterwald, Leiterin VHS Gütersloh, Usman Yattara, Jörg Witteborg, Leiter Anne-Frank-Gesamtschule, Michael Schüthuth, Projektlehrer und Karina Stepurko.

Moderationen, Interviews, Musik – aus diesen Einzelteilen formen Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule eine Radiosendung. Das Ziel der Sendung: Die Studienfahrt in das Konzentrationslager Auschwitz dokumentieren und die Erfahrungen der Schüler wiedergeben.
Einmal die Woche, jeden Donnerstagnachmittag, treffen sich 26 Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule, um an dem Projekt „Erinnern für die Zukunft“ zu arbeiten. Gut zwei Stunden Sendung wollen sie produzieren. „Zu Beginn steht aber erstmal ganz viel Recherchearbeit an“, erklärt Michael Schüthuth, Koordinator für Gesellschaftswissenschaften und Projektleiter. Über Expertengruppen zu Unterthemen wie dem Mädchenorchester, den Sonderkommandos oder den noch lebenden Zeitzeugen, nähern sich die Schüler inhaltlich dem nur kaum zu fassenden Thema Auschwitz. 

„Wir werden einen Laptop samt Schnittprogramm und natürlich einige Aufnahmegeräte mit nach Polen nehmen“, sagt Usman Yattara. Nicht nur während der Fahrt, sondern auch jeden Donnerstag kümmert sich Usman mit seiner Expertengruppe um die technischen Abläufe. Die Mikrofone müssen angeschlossen werden, die Aufnahmegeräte einwandfrei laufen und die Pegler hochgefahren sein. Die Technik für das Projekt stellt die Volkshochschule Gütersloh. Anne-Frank-Gesamtschule und Volkshochschule haben im Sommer diesen Jahres eine Bildungspartnerschaft gestartet und seitdem bereits zahlreiche und ganz vielfältige Projekte gemeinsam durchgeführt. Für das gemeinsame Radioprojekt hat die Volkshochschule nicht nur neueste Aufnahme- und Wiedergabetechnik beigesteuert. Manfred Nöger, Medientrainer an der Volkshochschule, unterstützt die Schüler zudem bei ihrem Projekt. „Es geht natürlich zum einen darum, die Geräte technisch nutzen zu können, aber eben auch darum zu wissen, wie man ein Interview führt und wie man es in eine Sendung einbaut. Manfred Nöger bringt uns bei beiden Aspekten richtig voran“, sagt Schüthuth. 

Einen genauen Plan für die Sendung gibt es noch nicht. „Wir glauben, dass der Besuch in Auschwitz den roten Faden vorgeben wird. Wir wollen nicht im Vorfeld zu viel festlegen, sondern die Stimmung vor Ort auf die Schüler wirken lassen und sie entscheiden dann, was in die Sendung soll“, sagt Schüthuth. Ende Januar steht die Fahrt nach Polen an. Im Gepäck sind dann nicht nur Aufnahmegeräte und Schnittprogramme, sondern auch Gesprächs- und Interviewtechniken. Fertig sein soll die Radiosendung dann Ende Mai. Genau genommen werden es sogar zwei Sendungen. „Wir werden mit zwei Sendungen á 52 Minuten im Bürgerfunk auf Sendung gehen“, sagt Projektleiter Schüthuth. Für die Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs ist die Arbeit mit dem Mikrofon und der Tonschere neu und spannend. „Es macht total Spaß, weil es für uns natürlich mal etwas anderes ist. Das motiviert uns. Wir wollen eine richtig gute Sendung machen“, sagt Schülerin Julia Kroneberger. 
Dr. Birgit Osterwald, Leiterin der Volkshochschule Gütersloh, zeigt sich begeistert von dem Engagement der Schüler: „Ich finde es klasse, dass ihr euch diesem schwierigen und wichtigen Thema mit diesem Projekt widmet – und das in den Stunden nach der Schule.“ Die Begeisterung der Schüler für das Projekt zeige, dass die Bildungspartnerschaft „eine sehr gute und erfolgreiche Sache“ sei, so Osterwald. 
Der Radiobeitrag aus Auschwitz wird nicht nur ‚live‘ im Bürgerfunk zu hören sein. Er soll zudem als Podcast online und auf Abruf verfügbar sein.

„Ohne Moos nix los!“ und „Ohne Fleiß kein Preis!“

Gute Teilnahme am Schülerwettbewerb bio-logisch!

Heute waren wir auf Einladung der Bezirksregierung Detmold in dem Biologiezentrum Gut Bustedt im Kreis Herford. Dort durften wir an einem Workshop zu Höhlenbrütern teilnehmen und haben anschließend einen Nistkasten gebaut.

Wir gehören zu den 25 besten Schülern von insgesamt 3700, die am Wettbewerb bio logisch! „Ohne Moos nix los“ teilgenommen haben. Die Aufgaben des Wettbewerbs haben wir in unserem MINT-Unterricht in Klasse 6 bearbeitet. Herr Lange und Frau Hönemann haben uns dabei unterstützt.

Henri, Amin und Inansch aus der 7a

Das Thema des Wettbewerbs war Moss. Wir haben z.B. die Wasserhaltefähigkeit des Mooses untersucht und geschaut, welche Lebewesen im Moos ihren Lebensraum finden.

Die Burg Gut Bustedt ist 600 Jahre alt und stammt aus dem Mittelalter. Das Gut liegt direkt am Wald und nach dem Nistkastenbau konnten wir viele Vögel mit dem Fernrohr beobachten, wie man auf dem Foto sehen kann.

Text: Henri, Amin und Inansch aus der 7a

Fotos: GörP

Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase absolvieren zweitägigen Workshop zum Thema „Kommunikation und Rhetorik“

Am 14.11. brachen 82 Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase mit ihren Jahrgangsbetreuern Ina Janßen-Müller und Erhan Toksözlü nach Bielefeld auf, wo sie in der Tagungsstätte Haus Neuland verschiedene Workshops absolvieren konnten.

So konnten sie in einem Seminar politische Reden analysieren, sich in einem anderen mit der Kommunikation verschiedener Kulturen befassen oder selbst in politischen Debatten aktiv werden.
Dabei lernten sie viel über die Kommunikation mit anderen Menschen, konnten aber auch interessante Erkenntnisse über sich selbst und ihre Außenwahrnehmung erwerben.
Die beiden Tage waren geprägt von einem intensiven Austausch und einer kreativen Arbeitsatmosphäre.
Eine bereichernde Erfahrung lautete das Fazit.

Text und Bild: JanI

Auswertung: Lehrerumfrage zum Thema „Europäische Werte“

Traditionell beziehen wir in jede Ausgabe der Virus auch unsere Lehrerinnen und Lehrer mit ein, z.B. durch ein Lehrerinterview. Für unsere Sonderausgabe haben wir uns jedoch etwas Besonderes ausgedacht, und zwar wollten wir die Meinung möglichst vieler unserer Lehrerinnen und Lehrer einholen und haben daher eine Umfrage zum Thema „Europäische Werte“ erstellt, deren Ergebnisse ihr in diesem Artikel lesen könnt.Untere Reihe von links nach rechts: Gülsen Şen (Türkei), Donjeta Fetahaj (Kosovo), Carla Weitkamp (Portugal). Obere Reihe von links nach rechts: Stefania Salamon (Italien), Anastasia Peters (Russland), Erhan Toksözlü (Türkei), Sebastian Schmeding (Deutschland), Michael Jendrzey (Polen). Foto: FlöF

Dies war besonders deshalb interessant, weil wir nicht nur im Hinblick auf unsere Schülerschaft eine „Multikulti-Schule“ sind, sondern auch viele unserer Lehrerinnen/Lehrer internationale Wurzeln haben; einige von ihnen haben sich bereit erklärt, für unser Foto (s.u.) zur Verfügung zu stellen.

Die Redaktion freut sich darüber, dass wir sehr viele, nämlich über 60 Fragebögen zurückbekommen haben und bedankt sich noch einmal bei allen Teilnehmenden.

Unsere erste Frage lautete, ob unseren Lehrerinnen/Lehrern die Europäische Union wichtig sei, was einstimmig mit „ja“ beantwortet wurde.

Außerdem wollten wir von ihnen wissen, welche Werte sie mit der EU verbinden. Dabei sind 55 verschiedene Werte genannt worden, die wir hier natürlich nicht alle nennen können. Am häufigsten jedoch wurden die Werte Freiheit, Frieden, Toleranz, Demokratie und Vielfältigkeit aufgezählt, dicht gefolgt von den Begriffen Zusammenarbeit/-halt, Gemeinschaft, Menschenrechte und -würde, Sicherheit, Solidarität, Offenheit und Respekt.

Eng verbunden mit dieser Frage war die nächste, in der es darum ging, welche dieser Werte unseren Lehrerinnen/Lehrern am wichtigsten sind. Am häufigsten wurde die Freiheit genannt und mit einer Stimme weniger folgten Demokratie und Frieden sowie kurz dahinter die Toleranz.

Auf die folgende Frage, ob die notierten  Werte an der AFS vermittelt werden, antwortete eine große Mehrheit mit „ja“, aber ungefähr 13 Prozent haben „nein“ angekreuzt und für ca. 10 Prozent der
Lehrerinnen/Lehrer werden sie nur teilweise übermittelt.

Bei der nächsten Frage ging es darum, für welche der aufgezählten Werte sich Deutschland während seiner EU-Ratspräsidentschaft einsetzen sollte. Diesmal stand Demokratie an erster Stelle, dicht gefolgt von Frieden, Zusammenhalt bzw. Gemeinschaft, Toleranz, Vielfalt und Menschenrechte.

Auf die anschließende Frage, was unsere Lehrerinnen/Lehrer vermissen würden, wenn Deutschland nicht mehr in der EU wäre, wurde, wie fast zu erwarten war, am häufigsten die Offenheit der Grenzen und somit die Reisefreiheit angesprochen. Auch würden viele den Euro vermissen sowie die Tatsache, dass wir nicht mehr Teil eines großen Ganzen wären und somit der Austausch und die Gemeinschaft verloren gingen.

Abschließend war es uns noch wichtig zu wissen, ob die Befragten uns sonst noch etwas zu dem Thema mitteilen wollten. Häufig wurde genannt, dass die EU mehr Verantwortung in den Bereichen Flüchtlingspolitik und Umweltschutz übernehmen sollte, und es wurde gefordert, dass Deutschland sich dafür auch deutlich einsetzen sollte. Außerdem gab es den Wunsch nach einer Ausweitung der Möglichkeiten einer Kontaktaufnahme zwischen Jugendlichen in Europa, z.B. durch Schulpartnerschaften, was damit begründet wurde, dass diese zum Wachstum der europäischen Identität beitragen würden.

Auch wurde gesagt, die EU müsse von allen gelebt werden, um sie zu erhalten und Problemen, die nur gemeinschaftlich lösbar seien, entgegentreten zu können. Eine weitere Forderung war, sich verstärkt gegen nationale Züge in der Politik einzusetzen und sich dabei nicht nur auf Europa zu beschränken, sondern die gesamte Welt im Blick zu haben.

Da alle die Freiheit hatten, ihre eigene Meinung zum Thema kundzutun, waren die Antworten so vielfältig, dass wir sie nicht alle nennen können. Auffällig war aber die häufige Nennung zentraler Werte wie z.B. Demokratie, Frieden, Gemeinschaft, Freiheit und Toleranz, was zeigt, dass viele mit dem Begriff Europa die gleichen Werte in Verbindung bringen.

Abschließend möchte ich noch einen Satz zitieren, der Europas Eigenschaften besonders gut beschreibt: „Heimat sollte nicht als Land, sondern als Gefühl identifiziert werden“.

Anna Kötter, Q1

„Die Täter von Auschwitz“ – Veranstaltung am 11.11.2019

„Auschwitz ist das Symbol für den Holocaust und die nationalsozialistische Schreckensherrschaft. Das Ausmaß der dort begangenen Verbrechen und der erlittenen Qualen scheint sich der menschlichen Vorstellungskraft zu entziehen. Doch Auschwitz wurde von Menschen gemacht und von Menschen erlitten.“

Roland Vossebrecker rückte am Montagabend im Forum der Anne-Frank-Schule die „Täter von Auschwitz“ in den Fokus seines gut besuchten Vortrags, um „Auschwitz [zu] verstehen“. Das Konzentrations- und Vernichtungslager sei für viele Täter ein Arbeitsplatz mit gewissen Vorzügen gewesen (Kulturangebote, Integration der Familien etc.), was zu einer gewissen Normalität im Arbeitsprozess geführt habe. Mit Fotos und Zitaten wurden diese für uns heute bizarren Lebensumstände und Rechtfertigungsmechanismen dieser Täter veranschaulicht.

Am Ende stellte Roland Vossebrecker die Frage: „Was hat das mit uns zu tun?“. Er wies darauf hin, dass eine Frage nach dem „Wie hätte ich damals gehandelt“ nicht zielführend sei. Viel eher müsse eine Reflexion des eigenen Verhaltens in der Gegenwart angestrebt werden, um ähnliche Rechtfertigungsmechanismen und neue rechtsextreme Tendenzen verhindern zu können. Auch eine Übertragung auf globale Probleme (schlechte Arbeitsbedingungen in Afrika, Fleischkonsum etc.) sei sinnvoll. Dabei müsse das Handeln jedes Einzelnen von uns überprüft werden, um diesen Problemen entgegentreten zu können.

Die Veranstaltung endete mit vielen Fragen an Herrn Vossebrecker und einer regen Diskussion über die „Täter von Auschwitz“. 

Text und Bilder: FlöF

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