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Was ist ein Mann? Was ist eine Frau?

Mittwoch, 11.03.2020, 19:00 – 20:30 Uhr
Volkshochschule, Hohenzollernstraße 43, 33330 Gütersloh

Dozent: Dr. Björn Vedder

Was ist ein Mann? Was ist eine Frau? Wir wissen, dass unser Geschlecht nicht nur eine Frage der Biologie ist, also der körperlichen Fakten, sondern auch der Kultur, die festlegt, was als männlich und was als weiblich gilt und damit bestimmte Werte, Vorurteile und Funktionen verbindet. Diese kulturellen Zuschreibungen des Geschlechts wollen wir uns anschauen? Wie verhalten sie sich zu den biologischen? Ist nicht alles Kulturelle nur eine Sache der Vereinbarung? Ist die Unterscheidung zwischen Mann und Frau mithin beliebig? Welche Formen des Zusammenlebens und der Politik sind mit den geschlechtlichen Stereotypen verbunden? Gibt es, um nur ein Beispiel zu nennen, neben der viel beschworenen Brüderlichkeit aller Menschen nicht auch eine Schwesterlichkeit?

Philosophinnen

Datum wird noch bekannt gegeben, Forum der Anne-Frank-Gesamtschule

Der Eintritt beträgt 2,- € / Person.

Dozentin: Dr. Andrea Reichenberger

Es gibt sie durchaus: Bücher von und Bücher über Philosophinnen. So schrieb 1740 Émilie Du Châtelet ein Buch über die Grundlagen der Naturphilosophie oder Christine Ladd-Franklin 1883 eine  Algebra der Logik. Im Jahre 1775 erschien von Adem Friedrich Böhmen eine
Geschichte berühmter Frauenzimmer. Fast hundert Jahre zuvor, 1690, hatte Gilles Ménage seine Historia mulierum philosopharum veröffentlicht, ein historisches Lexikon zu 65 Philosophinnen aus beinahe über 2500 Jahre (2019 bei Meiner in lat.-dt. neu aufgelegt). Der Pariser Intellektuelle Ménage sprach sich für die Berufung von Frauen in die Académie française aus und begründete dies mit dem
Argument, dass Frauen durch ihre Beiträge die Wissenschaft und Philosophie enorm bereichert hätten. Wiewohl inzwischen zahlreiche Studien zu Werk und Wirken von Philosophinnen vorliegen, von Überblicksdarstellungen bis hin zu Einzelanalysen, bleiben ihre Namen bis heute in Lexika und Einführungen unerwähnt. Kein Wort von ihnen im Philosophieunterricht an Schulen, keine Beachtung in universitärer Forschung und Lehre – von wenigen Ausnahmen abgesehen. Als hätte es Philosophinnen nie gegeben.

In der Veranstaltung geht es darum, auf dieses vergessene Kulturerbe aufmerksam zu machen. Dabei geht es um mehr und um anderes als darum, eine Namensliste vorzustellen. Anhand ausgewählter Beispiele soll die Bedeutung dieser Denkerinnen herausgestellt werden. Von Elisabeth von Böhmens messerscharfer Kritik am Cartesischen Leib-Seele-Problem und Émilie Du Châtelets Kritik an Newton und Leibniz über Ilse Rosenthal-Schneiders neokantianischer Interpretation der Einstein‘schen Relativitätstheorie und Agnes Maxseins Deutung des Apriori bis hin zu Bertha von Suttners Friedensphilosophie. Wer waren diese Frauen? Und warum sind sie nicht in gleicher Weise wie Descartes, Leibniz, Newton oder Kant in die Geschichte eingegangen, obwohl sie Geschichte schrieben? 

Link zur VHS:

https://www.vhs-gt.de/index.php?id=92&kathaupt=1&katid=11&katvaterid=1&katname=VHS+fuer+Jugendliche