(FahB) Seit 2009 findet im Rahmen der Latein-Ausbildung alle zwei Jahre für die Kurse 11/12 eine Exkursion nach Rom statt: Antikes, mittelalterliches, v.a. barockes, heutiges Rom werden in ihren Problemen und den dahinter stehenden historischen Fragestellungen vermittelt, – und akatholici erleben vertieftes Eindringen in die römisch-katholische Welt. Diesjährig war sogar der Papst in persona ipsa zu sehen. Die Begegnung mit der modernen italienischen Sprache macht jedem klar, dass diese Sprache eigentlich nur ein weiterentwickelter lateinischer Dialekt ist, indem Sprachentwicklungsgesetze aufgezeigt werden. Tief taucht der Schüler ein in die Grundlagen des heutigen Europa, nicht nur prägen unsere Lebensverhältnis aus römischer Zeit stammende Rechtsvorschriften, noch viel mehr prägt unsere Vergangenheit die Funktion des Papsttums, die aus Italien, sich in Rom bündelnden, stammenden kulturellen Impulse der Renaissance und des Barock, – und diese Prägungen sind bis heute in ihrer Wirkung nicht verebbt.

25 Schüler (bewacht, betreut, instruiert von Dr. Bernward Fahlbusch und Steffi Ehemann) nahmen dieses Mal die Chance wahr, in Rom tagtäglich zu erfahren, warum es auch einen tiefen Bildungssinn hat, Latein zu belegen. Wenn Eichendorff in der Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von der goldenen, ewigen, himmelsnahen Stadt schwärmen lässt, so konnten die Schüler dies nachempfinden: In den Basiliken San Giovanni, Santa Maria Maggiore, San Pietro, im Collosseum, in den (vollständig ruinösen) Kaiserforen, auf der Piazza Navona, der Piazza del Popolo, auf der Spanischen Treppe usw., und das Angebot der Museen (musei vaticani, Konservatorenpalast, palazzo Althemps) bedarf dringend unterrichtlicher Nacharbeit. Auch das Wetter spielte (nun, nicht so ganz) mit. Die häßliche Monumentalität des Denkmals der italienischen Einheit (monumente nazionale) vor der piazza Venezia schuf direkt die Verbindung zum abituraktuellen Thema der Nationalstaatsidee im 19. Jahrhundert. Michelangelos Moseskomposition, Berninis Vier-Ströme-Brunnen und andere Exponate des Weltkulturerbes rundeten die Instruktionen ab.
Und: Die Exkursion hatte auch eine soziale Seite: Man wuchs zusammen, man erlebte gemeinsam (v.a. jenseits des „Programms“), es gab keine Zwischenfälle und keinen Ärger. Die Lerngruppe war uneingeschränkt exkursionstauglich, – und behält die hoffentlich in guter Erinnerung – man sieht sich wieder: Rom und ich. (Schülerbericht folgt.).
Dr. Bernward Fahlbusch
(Das Bild zeigt die Kurse Latein 11 und 12 auf dem Kapitolshügel (Rom-Exkursion 7.-12. Mai 2018).