Die VHS Gütersloh und die Anne-Frank-Gesamtschule kooperieren

Wissenschaft trifft Schule – Die Wissenschaftsakademie von VHS und AFS

In einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe bieten die VHS Gütersloh und die Anne-Frank-Gesamtschule sechs Vorträge mit renommierten Wissenschaftlern zu aktuellen naturwissenschaftlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Themen an.

Die Vorträge finden sowohl im Forum der AFS als auch in der Aula der VHS Gütersloh statt.

„Einstein und die Expansion von Raum und Zeit“

Prof. Dr. Winnenburg (Uni Siegen): Astrophysik, MINT
01.10.2018, 19.00 Uhr, AFS Forum

Eine Folgerung aus Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie lautet: Das Universum dehnt sich aus. Trotz mathematischer Beweise wollte Einstein an die Expansion des Alls lange Zeit nicht glauben. Bis der Astronom Edwin Hubble einen tiefen Blick ins rote Licht der Galaxien warf und damit die zuvor theoretisch entwickelten Modelle einer nichtstatischen, evolutionären Welt bekräftigte.

Die Aussage „Das Universum expandiert!“ klingt einfach. Aber schon die Fragen „In Bezug auf welches System und wie können wir überhaupt die Expansion messen?“ oder „Wohin expandiert es und braucht der Raum dazu eine weitere Dimension?“ sind nicht einfach zu beantworten. Prof. Dr. Wolfram Winnenburg versucht es dennoch, und er tut dies in einer für Jugendliche und sonstige Laien angemessenen und anschaulichen Sprache.

„Klimaethik – Eine philosophische Auseinandersetzung mit dem Klimawandel“

Anja Westermann, (Uni Paderborn): Geschichte, Philosophie
12.11.2018, 19.00 Uhr, VHS Aula

Kaum eine Woche vergeht, ohne dass der von Menschen gemachte Klimawandel in den Medien thematisiert wird. Sei es im konkret politischen Rahmen – wie bei dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika und Klimawandelskeptiker Donald Trump – oder im Zusammenhang mit dem Konsumverhalten der Verbraucher. Die Referentin will einen Einblick in die philosophische Auseinandersetzung mit diesem für die Zukunft der Menschheit so wichtigen Thema geben.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema wirft insbesondere Fragen nach Gerechtigkeit, Verantwortung und Pflichten auf. Soziale und globale Gerechtigkeit sind Schlüsselthemen der so genannten Klimaethik. Wer ist verantwortlich für den Klimawandel? Wer trägt die Kosten? Und welche Verpflichtungen erwachsen daraus gerade für uns Menschen der industrialisierten Welt? Hinzu kommen Fragen nach Gerechtigkeit zwischen Generationen. Folgen für zukünftige Generationen geraten hierbei in den Blickwinkel.

„Außen bunt und innen braun! Musik, Mode und Markenzeichen in der rechtsextremen Szene“

Norbert Ellermann (KZ-Gedenkstätte Wewelsburg): Geschichte, Sozialwissenschaften
03.12.2018, 19.00 Uhr, AFS Forum

„Wie sehen Rechtsextreme aus? Klar doch, weiß ich! Was, so auch? Das hätte ich jetzt nicht gedacht! Wie, es gibt auch linke und unpolitische Skinheads? Sind die nicht alle rechts? Nein!“ In einer scheinbar unübersichtlich gewordenen Welt mit einer Flut an Informationen ist es wichtig zu wissen, wie Leute denken, reden und handeln, die nichts Gutes im Sinne haben. Die für komplizierte Fragen einfache und schnelle Antworten liefern. In diesem Fall geht es um die extreme Rechte, die gerade auch Jugendliche und verstärkt Frauen anspricht und gewinnt. Der mit zahlreichen Beispielen versehene Vortrag über Musik, Mode und Markenzeichen in der extrem rechten Szene gibt einen Überblick über die gängigen aber auch aktuellen Kennzeichen dieser Gesinnung bei Jugendlichen und Erwachsenen.

„Künstliche Intelligenzen als verantwortliche Akteure?“

Johanna Wagner (Uni Bielefeld): Philosophie, Digitalisierung
11.02.2019, 19.00 Uhr, AFS Forum

„Die Roboter kommen“ titelte der Spiegel im Dezember 2017 und verkündete damit eine Halbwahrheit. Denn die Roboter kommen nicht nur, sie sind bereits da. In unterschiedlichen Bereichen durchdringen künstliche Intelligenzen zunehmend unsere Lebenswelt. Angefangen bei Rasenmäher- und Industrierobotern bis hin zu intelligenten Kühlschränken, Suchmaschinen, Börsencomputern, Pflegerobotern, Kampfdrohnen und selbstfahrenden Autos ist vieles bereits im Einsatz oder in der Entwicklung.

Wie jede neue Technologie wirft auch die fortschreitende Entwicklung künstlicher Intelligenzen gesamtgesellschaftliche, juristische und ethische Frage auf. Von besonderer Relevanz ist dabei die Frage, wer für das Verhalten der Systeme und die daraus entstehenden Folgen verantwortlich ist. Plötzlich steht sogar die Frage im Raum, ob man nicht die Systeme selbst zur Verantwortung ziehen kann oder vielleicht sogar sollte. Um tatsächlich ein moralisch verantwortlicher Akteur zu sein, müssten die Systeme allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Aus Sicht der Philosophie sind potentielle Antworten auf diese Fragen äußerst spannend, da sie nicht nur Lösungen für aktuelle gesellschaftliche Probleme liefern können, sondern auch Aufschluss darüber geben, was uns eigentlich zu verantwortlichen Akteuren macht und wie unsere Praxis der Verantwortungszuschreibung funktioniert.

„Utopie – Wo und wie könnte alles anders sein?“

Dr. Björn Vedder (Uni München): Literatur, Philosophie, Soziologie
13.03.2019, 19.00 Uhr, VHS Aula

Wie wäre es, wenn die Welt so wäre, wie wir sie uns wünschen? Wenn nicht nur eine Kleinigkeit anders wäre, sondern alles genau so, wie wir es uns vorstellen? Dann müssten wir an einem ganz anderen Ort leben, einem Ort, der so ist, wie wir ihn uns ausdenken. Die Philosophie nennt solche Orte Utopien. Was sie damit genau meint und was wir aus diesen Utopie für unser Leben hier in unserer Welt lernen können, beschreiben zahlreiche Philosophen und Literaten.

„Was ist eigentlich Digitalisierung? – Die Macht der Computer und Algorithmen“

Mike Karst (Uni Witten-Herdecke): Digitalisierung, Kulturwissenschaft
08.04.2019, 19.00 Uhr, AFS Forum

Die Macht der Computer scheint unbegrenzt. Ihre Algorithmen erfassen und bewerten unsere gesamte Lebenswelt und scheinen jeden einzelnen von uns berechenbar zu machen. Egal ob es um unsere Konsumentscheidungen, unsere politischen Überzeugungen oder unsere sexuelle Orientierung geht – es heißt, der Computer wüsste mehr darüber als unsere Freunde und Familie. Und sogar als wir selbst?

Gerne werden von Politik und Wirtschaft Computer und elektronische Handlungsanweisungen genutzt, um eine Vielzahl von Problemen zu lösen und Prognosen zu erstellen. Doch wie weit reichen die Möglichkeiten von Computern? Was kann ein Algorithmus erfassten – und was klammert er dabei aus? Und die wichtigste Frage: Was macht das mit dem Menschen und der Gesellschaft? Abseits von endlosen Aufzählungen über die Größe aktueller Datensammlungen oder den Lobbyversuchen großer Internetkonzerne soll diese Veranstaltung ein Gespür für die technischen Möglichkeiten und die gesellschaftlichen Folgewirkungen der Digitalisierung geben.