Im Rahmen unseres Vertiefungskurses „European Studies“ machten wir uns kurz vor den Sommerferien auf den Weg nach Brüssel, um die Arbeit des Europaparlaments kennenzulernen…

Tag 1

An unserem ersten Tag in Brüssel machten wir einen Stadtrundgang, bei dem uns der Stadtführer auf eine lustige und spannende Art viel zu den einzelnen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten erzählte – natürlich auf Englisch, wie es sich für die Kursteilnehmer eines  „European Studies“ Kurses gehört!

Zuerst bewunderten wir die prächtig verzierten barocken Fassaden und Giebel der Grand Place. Diese war früher ein Handelsmarkt und in den Fassaden und Giebeln der Zunfthäuser kann man auch heute noch sehen, welche Leute dort lebten und welche Berufe sie hatten.

Anschließend gingen wir in die Galéries Royales Saint-Hubert, eine Ladenpassage, die erste ihrer Art, und bekannt vor allem für das riesige Glasdach und die Länge der Passage, die scheinbar unendlich ist. Dies ist durch die besondere Konstruktion erreicht worden.

Außerdem besichtigten wir noch die St. Michaels Kathedrale, die beeindruckende Hauptkirche Brüssels, und den Warandepark, auch Königlicher Park genannt, welcher für seinen großen Springbrunnen und endlosen, gerade konstruierten Alleen bekannt ist. Um den Park sind wichtige Gebäude wie das Parlamentsgebäude und der Königliche Palast.

Der letzte Besichtigungspunkt war das Manneken Pis, eine 61 cm große Statue eines kleinen Jungen, der in einen Brunnen pinkelt. Dieses Monument ist sehr berühmt, hat uns allerdings ein bisschen enttäuscht, weil wir es uns viel größer vorgestellt haben.

Tag 2

Am zweiten Tag ging es mit der Metro zu dem Hauptziel unserer Reise, dem Europäischen Parlament, zu dessen Besichtigung wir durch Europa Parlamentarier für Ostwestfalen-Lippe, Elmar Brok, eingeladen waren.

Auf dem Weg dorthin sahen wir moderne, architektonisch beeindruckende Hochhäuser und durchquerten den Leopoldpark mit seinem schönen See und einigen alten, aber pompösen Villen.

Auf dem Weg durch den Park trafen wir bereits die ersten Soldaten, denn Sicherheit spielt rund um das Parlament eine große Rolle.

Zunächst schauten wir uns das Parlamentsgebäude von außen an und lasen einige der Informationstafeln zur Geschichte Europas und zur Historie des EU–Parlaments auf dem Vorplatz des Parlaments.

Am Eingang des EU Parlaments wurden wir dann von zwei Assistenten Elmar Broks empfangen, die uns durch Teile des Parlaments führten.

Für diejenigen, die es nicht wissen: Elmar Brok ist Mitglied des Europäischen Parlaments und stammt aus Schloß Holte–Stukenbrock. Er sitzt im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten, ebenso wie im Ausschuss für Konstitutionelle Fragen und ist Mitglied der Delegation für die Beziehungen zu Indien. Des Weiteren ist Herr Brok Stellvertreter im Ausschuss für Beschäftigung und Soziale Angelegenheiten sowie in der Delegation für Beziehungen zu den Vereinigten Staaten.

Bevor wir jedoch in das Parlament hineindurften, mussten wir zunächst durch eine Sicherheitskontrolle, was uns ohne Komplikationen gelang, da keine auffälligen Gegenstände bei uns gefunden wurden. 🙂

Danach führten uns die beiden Assistenten durch einen Teil des Parlaments bis hin zum Ausschusssitzungssaal, wobei wir mitten in einem öffentlichen Gang ein Fernsehstudio entdeckten, in dem normalerweise Abgeordnete von etlichen Fernsehsendern interviewt werden.  Auch begegneten wir einigen Abgeordneten, die der Presse gerade Interviews geben.

Im Sitzungssaal nahmen wir an einer Ausschusssitzung teil, in der es um Auswärtige Angelegenheiten ging, was super interessant war und so ablief, wie man es eigentlich nur aus dem Fernsehen kennt!

Nach einer Stärkung durch das Mittagessen in der Kantine des Parlaments trafen wir uns mit einem anderen Assistenten, der uns den Plenarsaal zeigte und uns Daten, Fakten und Neuigkeiten aus dem EU–Parlament näher brachte:

„Das Europäische Parlament wurde am 10. September 1952 gegründet. Es besteht aus 766 Abgeordneten. Zurzeit ist Antonio Tajani der Präsident des Europäischen Parlaments“.  Des Weiteren wurden wir über die acht Fraktionen, die im EU–Parlament vertreten sind, informiert.

Den Plenarsaal von innen zu sehen und zu wissen, dass hier wichtigste Entscheidungen getroffen werden, die uns alle betreffen, war echt erstaunlich. Ebenso beeindruckend war es zu erfahren, dass alle Plenarsitzungen sofort in die 24 Amtssprachen, die es in Europa gibt, übersetzt werden. Dafür gibt es in den Sitzungssälen 24 Kabinen, in denen die Übersetzer arbeiten. Faszinierend ist, dass diese Übersetzer drei bis sieben Sprachen flüssig beherrschen.

Nach der Besichtigung des Plenarsaals führte man uns in einen separaten Raum, wo wir nach einiger Wartezeit unserem Gastgeber, Elmar Brok, unsere vorbereiteten Fragen zu ihm als Person sowie zur Politik stellen konnten, z.B. die Frage: „Was halten Sie von der Debatte um die Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen?“ Seine Antwort war, dass er diese Methode unterstütze, z.B. zum Finden von Straftätern.

Dann musste Elmar Brok auch schon wieder weiter, was uns zeigte, wie stressig ein Arbeitstag eines Abgeordneten im Europäischen Parlament sein kann, denn hier jagt ein Termin den nächsten.

Tag 3

An unserem dritten und letzten Tag in Brüssel besichtigten wir das Atomium, ein aus neun Atomen bestehendes stark vergrößertes Eisenmolekül, das als Symbol für das Atomzeitalter und für die friedliche Nutzung der Kernenergie für eine Weltausstellung in Brüssel entworfen wurde. Obwohl das Atomium schon im Jahr 1958 eröffnet wurde, ist es immer noch sehr beliebt und wird von vielen Menschen besucht.

Mit dem schnellsten Lift Europas fuhren wir zum ersten Stock, in dem sich das erste Atom befindet, genossen die schöne Aussicht, unter anderem auf das Gelände von Mini-Europa und erkundeten anschließend in Kleingruppen das Atomium.

Nach diesem beeindruckenden Erlebnis gingen wir ein letztes Mal zusammen in die Stadt, um gemeinsam die berühmten Brüsseler Waffeln zu essen! Einen besseren Abschluss konnten wir uns nicht vorstellen…

Fazit: Wir können euch eine Kursfahrt nach Brüssel, insbesondere den Besuch des Europäischen Parlaments, sehr empfehlen! Wenn wir jetzt in der Schule etwas über das EU-Parlament hören, erinnert uns das an die schöne Zeit, die wir dort verbrachten.

Dalida Ayinto, Lotta Bollmann, Bastian Hermbecker, Max Rokitensky, Beyze Sezer, Q1