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Viele Menschen behaupten, Frauen und Männer seien schon vollständig gleichberechtigt, aber leider ist Sexismus immer noch etwas, das den Menschen täglich begegnet.  Männer und Frauen mögen zwar vor dem Gesetz gleichberechtigt sein, aber für den alltäglichen Umgang miteinander gilt das in unserer Gesellschaft leider noch nicht. Immer noch werden zu oft Männer und Frauen unterschiedlich behandelt oder sogar diskriminiert, selbst von Menschen des eigenen Geschlechts.

Dabei gehen die Diskriminierungen in beide Richtungen. Schuld sind die Rollenbilder, die sich seit Jahrhunderten in den Köpfen der Menschen festgesetzt haben. Der Mann gilt als starker Anführer, der das Geld nach Hause bringt und nie Gefühle zeigt, geschweige denn seine Schwächen offenbart. Im Gegensatz dazu steht die emotionale Frau, die zur Unterstützung des Mannes zu Hause bleibt und sich um die Kinder kümmert.

Auch wenn heute die Rollenklischees vielleicht nicht mehr so extrem sind, lassen sich Reste davon noch deutlich in der Gesellschaft finden. Frauen werden häufig oder auf ihr Aussehen reduziert oder in Bezug auf bestimmte Sportarten belächelt, wohingegen Männer immer noch für viele als Memmen gelten, wenn sie weinen oder vor etwas Angst haben.

Eine besonders unrühmliche Rolle bei der Verbreitung dieser Gedanken spielt das Internet. Wie in so vielen anderen Bereichen auch nutzen viele Menschen diesen Ort der Anonymität, um ihre Einstellung offen zu zelebrieren. Aus diesen Gruppen entwickeln sich teilweise ganze Bewegungen, in deren Posts mit veralteten Rollenbildern und Vorurteilen nur um sich geworfen wird. Und häufig kommt in diesen Äußerungen ein regelrechter Hass auf das jeweilige andere Geschlecht zum Ausdruck.

Da fragt man sich doch, woher ein solcher Hass kommen kann. Darüber lässt sich nur mutmaßen. Oft hört man den Spruch „Dort wo zu viel Hass ist, befindet sich zu wenig Liebe.“  Es könnte also sein, dass die Menschen, die so etwas schreiben Personen sind, die selbst zu wenig geliebt werden. Häufig sind es auch Außenseiter der Gesellschaft oder Menschen mit großen Minderwertigkeitskomplexen.

Manche suchen sich ein Feindbild, um sich nicht mit den eigenen Problemen auseinandersetzen zu müssen. Im Internet finden sie dann Gleichgesinnte, bekommen ein für sie seltenes Gefühl von Zugehörigkeit und werden in ihrem Denken bestätigt.

Ein großes Problem ist, dass im Netz der extreme Sexismus häufig gepaart ist mit Homophobie und Rassismus. So ist man nicht selbst in der Außenseiterrolle, sondern kann diese anderen zuweisen.

Solche Formen von Sexismus, Homophobie und Rassismus lehne ich aufs Schärfste ab, frage mich aber, was zu tun ist, wenn sie mir begegnen, sei es im Alltag oder im Netz. Die widerlichen Kommentare Im Internet sollte man einfach ignorieren, da viele nur darauf warten, dass man ihnen seine Aufmerksamkeit schenkt und sie die Reaktionen einfach nicht wert sind.

Im Alltag sieht es allerdings etwas anders aus. Man sollte solchen Äußerungen entgegentreten, jedoch sollte man darauf achten, dass man nicht versucht Hass mit Hass zu bekämpfen. Am besten weist man sein Gegenüber freundlich darauf hin, dass das, was  er oder sie gesagt hat, sexistisch ist und erklärt ihm oder ihr, warum man das so empfindet, denn leider ist Sexismus trotz aller gesetzlichen Regelungen in unserer Gesellschaft weiterhin ein massives Problem und es bedarf noch  einer intensiven Aufklärung, um die verkrusteten Vorurteile zu überwinden.

Emily Niehaus, Q1