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Dass es im Profifußball mittlerweile um mehrere Milliarden geht, ist wahrscheinlich jedem bekannt. Und dass bei Transfers etliche Millionen bezahlt werden, ist auch nichts Besonderes. So betrug die Ablösesumme für Mbappé 180 Millionen und für Neymar sogar 220 Millionen. Aber wie kann so etwas möglich sein und wie werden diese Beträge bezahlt?

Genutzt wird für solche Transfers einerseits das Kapital, das ein Verein sich selbst erwirtschaftet hat. So bekommt man zum Beispiel für die Teilnahme an Pokalwettbewerben und vor allem für das Weiterkommen Geld. Andererseits hat aber auch jeder Verein Investoren und Sponsoren, die solche Transfers finanzieren.

Nun denkt ihr vielleicht, dass es durch die Folgen der Pandemie nicht mehr möglich war, solche horrenden Summen zu bezahlen, doch das stimmt nicht. So konnte zum Beispiel Chelsea alleine im letzten Sommer 243 Millionen für Spieler ausgeben.

Hier stellt sich jedoch die Frage,  woher das Geld kommt. In England gehören alle Vereine Privatpersonen, die sehr viel Geld in den Fußball investieren, und jeder Verein kann so viel Geld ausgeben, wie der Clubbesitzer bereitstellt.

Außerdem machen viele Clubs Schulden. Spitzenreiter ist Manchester United mit ca. 459 Millionen und der meist verschuldete Verein Deutschlands ist Schalke mit 158 Millionen Euro. Wenn man so etwas liest, fragt man sich natürlich, warum Vereine, die so hohe Schulden haben, überhaupt noch Transfers tätigen dürfen oder warum sie noch an den europäischen Wettbewerben teilnehmen dürfen.

Ich frage mich, warum Schalke mit 160 Millionen Euro Schulden nach dem Abstieg aus der 1. Liga eine Lizenz für die 2. Liga erhält, 1860 München dagegen vor einigen Jahren nach dem Abstieg aus der 2. Liga keine Lizenz für die dritte Liga bekam und daher in die Regionalliga absteigen musste.

Neben diesen Ungerechtigkeiten gibt es im Zusammenhang mit dem Fußball ein weiteres heiß diskutiertes Thema, und zwar die WM in Katar im nächsten Jahr. Viele Menschen fragen sich, wie es sein kann, dass ein Land, das nicht einmal ein ordentliches Stadion für ein Spiel hat, eine WM ausrichten darf.

Da es bislang kein vernünftiges Stadion gibt,  müssen nun Arbeiter, die aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen Tag für Tag ihr Leben riskieren, für einen Hungerlohn Stadien bauen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die WM aufgrund der hohen Temperaturen in Katar erst im Winter stattfinden kann, was dazu führt, dass die meisten Ligen weltweit ihren kompletten Spielplan ändern müssen.

Und wieder geht es um Geld, denn einer der Hauptgründe dafür, dass eine WM in Katar stattfinden kann, ist, dass die Fifa Geld damit macht, dass eine WM in einem Dritte-Welt-Land stattfindet.

Es gibt einige Fußballnationen, die die WM boykottieren wollen wie z.B. Norwegen; andere Nationen wiederum machen darauf aufmerksam, dass es schon mehrere tausend Tote gegeben hat. Ich frage mich allerdings, warum man sich jetzt erst darum kümmert.  Es steht doch schon seit mehreren Jahren fest, dass Katar die WM ausrichtet. Und warum bitte nehmen Nationen, die zum Boykott aufrufen, noch an der Qualifikation teil?

Ich denke, dass die Millionen, die im „Geschäft Fußball“ fließen, absolut nicht akzeptabel sind. Aus dem Sport, der so viele Fans über Generationen hinweg begeistert hat und nach wie vor begeistert, ist ein übles Geschäft mit dem Geld geworden.

Larissa Heitmann, Q2