Seite wählen

Bücherwagen

Wenn die Schüler nicht in die Mediothek kommen können, kommt Frau Witte einfach mit ihrem Bücherwagen zu ihnen in die Klasse. Heute rollte Frau Witte mit ihrem Bücherwagen in die Klasse 6d von Frau Weitkamp, die als erste Lehrerin das Angebot nutzte. Viele Fragen, die sich in der Corona-Zeit stellten, konnten endlich geklärt werden: Ausweisverlust, Bücherverlängerung, Ausweisanmeldung und natürlich die Buchausleihe wurden durchgeführt.

Der Bücherwagen kann per Mail unter: Britta.Witte@afs-gt.de gebucht werden.

Einfach Wunschtermin, für welche Klasse und die Wunschmedien mitteilen. Dann ist der Bücherwagen auch ganz schnell in anderen Klassen anzutreffen.

Was macht eigentlich eine Kommunalpolitikerin? Fragen an Marion Weike, Bürgermeisterin von Werther

Am 13. September sind Kommunalwahlen in NRW. Aber was macht eigentlich eine Kommunalpolitikerin? Marion Weike, Bürgermeisterin von Werther und Kandidatin für das Amt der Landrätin, sprach mit den Schülern und Schülerinnen der Jahrgänge 11 – 13 über ihre Aufgaben und Ziele. 

Politikverdrossenheit war bei den SchülerInnen nicht zu spüren, als Marion Weike von ihrem Arbeitsalltag berichtet, über Begegnung mit Jugendlichen im Park, mit Grundschülern und Unternehmern. Die Arbeit im Bundestag interessiere sie nicht: „Ich brauche viel Kontakt zu den Menschen.“ Als Arbeitertochter sei es ihr nur durch BAföG möglich gewesen, ein Studium aufzunehmen, erklärte sie auf die Frage, warum sie sich in der SPD engagierte. Sie verschwieg aber auch nicht, was sie an ihrer Partei ärgert. Als Frau habe sie keine Probleme in der Politik erlebt, auch von Hass und Drohungen sei sie bislang weitgehend verschont geblieben.

Foto: FlöF

Das Themenspektrum, das die Schülerinnen interessierte, war breit gestreut. Regionale Probleme, wie die Nutzung des Flughafengeländes, wurden ebenso diskutiert wie bundespolitische. Die Bekämpfung der Armut und die Reichensteuer („Sollte es geben“) kamen zur Sprache.

Foto: FlöF

Kritische Fragen stellten die Schüler und Schülerinnen zur Klimapolitik in Gütersloh wie auch zur Freigabe von Cannabis, zur Verkehrspolitik und den Partizipationsmöglichkeiten von Jugendlichen. 

Besonders am mangelhaften Stand der Digitalisierung von Schulen wurde seitens der SchülerInnen heftige Kritik geäußert. 

Am Schluss appellierte Marion Weike eindringlich an die SchülerInnen zur Wahl zu gehen. In anderen Ländern würden Menschen für diese Rechte demonstrieren. Und wenn sie ihre Meinungen und Forderungen geltend machen wollen, sollten sie sich nicht scheuen, die Kommunalpolitiker anzusprechen. 

Einhellige Meinung von Politikerin und SchülerInnen: Es lohnt sich miteinander ins Gespräch zu kommen.

Text: KleD

Foto: FlöF

Schule und Museum verlängern Kooperation, in: “Die Glocke”, 25.08.2020

Freuen sich über die Fortsetzung der Bildungspartnerschaft zwischen Stadtmuseum und Anne-Frank-Gesamtschule in Gütersloh: (v. l.) Michael Schüthuth, Dr. Franz Jungbluth, Jan Rüter, VHS-Leiter Dr. Elmar Schnücker und Gudrun Hönemann. 

Fotos und Text: Dominik Lange (Die Glocke)

Gütersloh (dl) – Dass sich Geschichte in der eigenen Stadt erleben lässt, das haben Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule in den vergangenen zwei Jahren erfahren. Hintergrund ist die Bildungspartnerschaft mit dem Stadtmuseum Gütersloh gewesen. Die ist jetzt um zwei weitere Jahre verlängert worden.

Die Vertragsunterzeichner Jan Rüter (Schulleiter) und Dr. Franz Jungbluth (Museumsleiter) spendeten sich gegenseitig viel Lob. „Hier steckt viel Herzblut drin“, sagte Rüter und sprach von einem Netzwerk, da auch die Volkshochschule (VHS) und das Stadtarchiv die Projekte unterstützt hatten. 

NS-Zeit steht im Vordergrund

Zwei Formate entstanden in den vergangenen zwei Jahren. Zum einen nahmen laut Jungbluth die Museumspädagogen und Neuntklässler die NS-Zeit in den Blick. Daran gekoppelt waren Führungen durch das Museum, aber auch durch die Stadt, wo Stolpersteine an die von den Nazi-Schergen ermordeten Opfer erinnern. „Das Format hat sich bewährt“, bilanzierte Jungbluth. 

Michael Schüthuth, Koordinator für Gesellschaftswissenschaften an der Schule, ergänzte: „Viele Schüler meinten nach der Führung, gar nicht gewusst zu haben, was sich in Gütersloh abgespielt hat. Sie gehen nun mit einem anderen Blick durch die Stadt.“ Die NS-Geschichte habe nicht nur in großen Städten wie Berlin oder Nürnberg, sondern auch im eigenen Ort Spuren hinterlassen. 

Schüler schmieden eigene Nägel

Das andere Projekt stellte die Handwerksgeschichte in den Fokus. Schüler des Jahrgangs sechs durchliefen im Stadtmuseum verschiedene Stationen, schmiedeten Nägel, bauten einen Holzrahmen und druckten ein Bild mit dem Logo der kulturellen Einrichtung. Das fertige Produkt nahmen sie mit nach Hause. 

Corona-Pandemie bremst Arbeitsgruppe aus

Mehr als zwei Termine seien wegen der Corona-Pandemie nicht zustande gekommen, sagte Jungbluth. Ähnlich gehemmt wirkte auch die schuleigene Stadtentdecker-Arbeitsgruppe: Mit Unterstützung von Stadtmuseum, VHS und Archiv erarbeiteten die Kinder und Jugendlichen ihre eigene Führung durch die Dalkestadt. „Arbeitsgruppen finden wegen der Corona-Pandemie nicht statt“, sagte Schüthuth. „Langfristig wollen wir das Thema wieder aufgreifen.“ Ziel sei, die Jahrgangsstufen sechs, sieben, acht und neun von diesem Teil der Bildungspartnerschaft profitieren zu lassen.

Förderer sind willkommen

Die Beziehung zur Anne-Frank-Gesamtschule ist die einzige Bildungspartnerschaft, die das Stadtmuseum unterhält. Obwohl die Kooperation vertraglich geregelt ist, gibt es keine finanzielle Unterstützung vom Land NRW.

Unterzeichnen die Verlängerung der Bildungspartnerschaft zwischen Anne-Frank-Gesamtschule und Stadtmuseum Gütersloh: Schulleiter Jan Rüter (links) und Museumsleiter Dr. Franz Jungbluth.

Laut Museumsleiter Jungbluth müsse man nach Förderern Ausschau halten. So sei die Bürgerstiftung in der Vergangenheit als Spender aufgetreten. Zudem sei der Eintritt ins Stadtmuseum aus der Klassenkasse gezahlt worden (Jungbluth: „Dabei geht es auch um Wertschätzung.“). 

Lob für Nachhaltigkeit des Lernens

Alle Beteiligten lobten die Nachhaltigkeit des Lernens. So sagte Vize-Schulleiterin Gudrun Hönemann: „Sollte ein Lehrer, der ein Projekt betreut, ausfallen, ist die Kontinuität trotzdem durch die verbindliche Kooperationsvereinbarung gesichert.“ Auch die Schüler seien begeistert: „Sie nehmen eine komplett andere Rolle ein, haben das Museum ganz für sich allein“, sagte Koordinator Michael Schüthuth. Solch eine Chance habe man selten. 

Reformation ist neues Thema

Schulleiter Jan Rüter sieht das im Vertrag formulierte Ziel erreicht: die Entwicklung und Förderung der Informations- und Kulturkompetenz von Schülern mit dem Schwerpunkt in der historisch-politischen Bildung. Die kommende Zeit steht unter dem Eindruck der Corona-Krise. Dennoch gibt es Pläne, etwa zum Thema Reformation in Gütersloh. Und im Februar/März 2021 soll eine Ausstellung des Anne-Frank-Zentrums in der Schule gezeigt werden.

https://www.die-glocke.de/lokalnachrichten/kreisguetersloh/guetersloh/Schule-und-Museum-verlaengern-Kooperation-933bd882-e0e7-45d6-8717-ec6b9b09404e-ds