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Die Pandemie bestimmt seit mehr als einem Jahr unser Leben – Online Unterricht, getrennte Klassen, keine Treffen mit Freunden, keine Urlaubsreisen. All dies erdulden wir nun schon so lange und stellen uns eigentlich nur die eine Frage: Wann ist es endlich vorbei?

Da haben sich im letzten Jahr viele Menschen darüber gewundert, dass plötzlich wieder Fußballspiele ausgetragen wurden. Natürlich gab es daran sehr viel Kritik, aber es gibt auch einiges, was für die Öffnungen in diesem Bereich spricht.

So gehören zu  einem großen Sportverein wie etwa dem FC Bayern München oder Borussia Dortmund nicht nur die SpielerInnen, TrainerInnen und ManagerInnen, sondern auch tausende Menschen, die durch den Stillstand ihre Arbeit nicht ausüben konnten. Die Angestellten eines Vereins werden in der Regel vom Verein selber bezahlt, doch wie soll dieser das schaffen, wenn er kein Geld mehr hat?

Dafür brauchen die Vereine  zum Beispiel die Einnahmen aus den  TV-Lizenzen, die sie bekommen, wenn die Spiele im Fernsehen ausgetragen werden. Wird aber kein Fußball gespielt, so kann auch keiner Fußball schauen und es wird kein Geld eingenommen.

Natürlich konnten die Vereine nicht einfach so weitermachen wie vorher und es gibt auch nach wie vor erhebliche finanzielle Einbußen, denn immer noch fallen die Einnahmen aus den Zuschauergeldern weg, die normalerweise an einem einzelnen Spieltag um die 3.2  Millionen € ausmachen.  Ganz zu schweigen von den Betreibern der Imbissbuden beziehungsweise  der Getränkestände in den Stadien oder der Vereinskneipen, die nach wie vor auf ihr Geschäft verzichten müssen.

Erfreulicherweise gibt es einige Mannschaften, in denen die  Spieler geschlossen auf Teile ihres Gehalts verzichten, damit die MitarbeiterInnen bezahlt werden können. So bekommen die Spieler von Eintracht Frankfurt zur Zeit 20 % weniger Gehalt.

Damit überhaupt gespielt werden kann, wurden Hygienekonzepte entwickelt, die zum Beispiel vorsehen, dass die SpielerInnen und die BetreuerInnen jede Woche mindestens zweimal getestet werden. Wird jemand positiv getestet, so muss er sofort in Quarantäne und alle anderen werden noch einmal getestet, wobei die Mannschaft nur regulär weiterspielen darf, wenn alle negativ sind. Wenn nicht, so begibt sich die ganze Mannschaft umgehend in Quarantäne und die Spiele werden abgesagt.

Auch müssen alle SpielerInnen, die sich nicht auf dem Fußballfeld befinden, eine Maske tragen. Ausgenommen hiervon sind die TrainerInnen,  wenn sie an der Seitenlinie stehen – natürlich mit ausreichendem Abstand.

Natürlich wird häufig kritisiert, dass Fußball gespielt werden darf, aber ich finde es einfach wichtig, nicht nur wegen der Arbeitsplätze, sondern weil Fußball auch ein Teil unserer Kultur ist, auch wenn es natürlich viele Kritikpunkte gibt. So finde ich es absolut nicht akzeptabel, dass Länderspiele in Risikogebieten stattfinden.

Jedem begeisterten Fußballfan stellt sich jetzt natürlich die Frage, wann es für die ZuschauerInnen weitergeht. Am 20. März 2021 war es für die ersten Fans wieder so weit: In Rostock durften 777 Fans ins Stadion, da die Inzidenz sehr gering war. Die ZuschauerInnen wurden vor dem Einlass getestet und mussten alle einen gewissen Abstand halten.

Aber ich befürchte, wir müssen noch einige Zeit warten, bis es wirklich weitergeht.

Larissa Heitmann, Q2