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Die sogenannten Nürnberger Rassegesetze von 1935 bildeten nicht nur die Grundlage von rassistischer Diskriminierung und Verfolgung im Nationalsozialismus. Auch Menschen mit Behinderung, chronischen oder psychischen Erkrankungen wurden ab diesem Zeitpunkt als „erbkrank“ entrechtet, erfasst, teilweise zwangssterilisiert und in den 1940er Jahren schließlich ermordet. Mindestens 120.000 Menschen fielen diesen Verbrechen zum Opfer – darunter auch mehr als 1.000 Patient*innen der Gütersloher psychiatrischen Heilanstalt. Wie in den meisten deutschen Kliniken fanden keine Morde vor Ort statt, das Gütersloher Klinikpersonal lieferte jedoch Material für die Verhandlungen der „Erbgesundheitsgerichte“ und ordnete die Verlegung von Schutzbefohlenen in die Tötungsanstalten der „Euthanasie“-Aktionen an. Der Vortrag ordnet die Verbrechen von 1935 bis 1945 in die Geschichte der Gütersloher Klinik ein und thematisiert Folgewirkungen und Gedenken.