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Neben einer weltweiten Pandemie erwähnte er auch den Klimawandel. Während wir vorerst der Gefahr zu entgehen scheinen, durch das Coronavirus vernichtet zu werden, hat der zweite Faktor, der Klimawandel, auch zukünftig ein großes zerstörerisches Potenzial.

Der berühmte Physiker Stephen Hawking hat vor vielen Jahren mehrere Faktoren genannt, durch die die Menschheit ausgelöscht werden könnte.

Insbesondere wir Jugendlichen werden sehr darunter leiden, denn wir sind die Generation, die die Auswirkungen unseres heutigen Handelns spüren wird. Deswegen ist es Zeit, den Klimawandel aufzuhalten. Dazu kann nicht nur jede/r Einzelne beitragen, sondern auch alle Institutionen sollten den Verbrauch ihrer Ressourcen im Blick haben.

Ich möchte in meinem Text die Institution unter die Lupe zu nehmen, die einen großen Anteil an unserer persönlichen Entwicklung hat: Es ist Zeit, die Klimabilanz der AFS zu untersuchen.

Im Zusammenhang mit dem Thema spricht man oft vom ökologischen Fußabdruck, der angibt, wie sehr die Verhaltensweisen und der Ressourcenverbrauch einer Person oder einer Organisation sich auf das Klima auswirken. Dabei werden viele Kategorien berücksichtigt, von denen ich in meinem Artikel einige wie den Strom- und Papierverbrauch sowie das Abfallaufkommen beleuchten möchte.

Foto: FlöF

Die AFS bezieht ihr Papier von der Steinbeis Papier GmbH. Das deutsche Unternehmen schöpft sein Papier aus recyceltem Altpapier und spart somit viel CO2 ein, weshalb das Papier mit den Umweltlabeln EU Ecolabel und dem Blauen Engel ausgezeichnet wurde.

Insgesamt hat die AFS im Jahr 2019 1.060.00 DIN A4-Blätter sowie 20.000 DIN A3-Blätter verbraucht. Im Jahr darauf sank der Papierverbrauch von DIN A4-Papier um 31 % auf 740.000 Blätter und bei den DIN A3-Blättern sogar um die Hälfte, was hauptsächlich auf den Lockdown und das damit zusammenhängende Homeschooling zurückzuführen ist.

Der Einsatz von recyceltem Papier wirkt sich positiv auf die Umwelt aus. So verbrauchen die  1.060.000 DIN A4-Blätter insgesamt 47.071 Liter Wasser und es werden 2.998 kg CO2 produziert. Das ist deutlich weniger als bei nicht-recyceltem DIN A4 Papier, welches bei der gleichen Menge ca. 275.000 Liter Wasser verbraucht und rund 6.400 kg CO2 ausstößt.

Dafür, dass unsere Schule Recyclingpapier benutzt und für die gesunkenen Zahlen kann man die AFS beglückwünschen. Allerdings bleibt die Frage, ob es diesen Trend auch ohne Corona und das Homeschooling gegeben hätte.

Und wie sieht es mit dem Abfall aus? Der Mensa und der Schule stehen 18 Mülltonnen mit einem Fassungsvermögen von je 1000 l zur Verfügung, jeweils sechs Tonnen für jede Abfallkategorie, organische Abfälle, Papiermüll und Restmüll. Alle Tonnen sind bei der wöchentlichen Leerung durch die Abfallwirtschaft GT komplett gefüllt sind.

Man könnte denken, dass man an einer Schule mehr Papier- als Restmülltonnen brauchen würde, da aber leider viele SchülerInnen Papier in den Restmüll werfen, ist das nicht der Fall.

Ein anderer wichtiger Faktor für das Klima ist der Stromverbrauch. Normalerweise liegt er an der AFS In einem Jahr bei circa 453.000 kWh, aber auch hier hat sich der Lockdown bemerkbar gemacht, denn im Frühjahr 2020 sank der Verbrauch stärker als in anderen Jahren. Leider hat diese Entwicklung nur einen geringen Einfluss auf die Zahlen, da circa zwei Drittel des Stroms von Oktober bis April verbraucht werden.

Wichtig ist noch zu sagen, dass es auf dem Dach der AFS zwei Photovoltaikanlagen gibt, die von einem gemeinnützigen Verein kontrolliert werden und jährlich insgesamt 90.000 kWh Strom produzieren. Allerdings profitiert nicht die Schule von dieser Solarenergie, denn der erzeugte Strom wird zu den Stadtwerken geleitet und kommt somit allen Stromkunden zugute. Das führt im Umkehrschluss dazu, dass der Stromverbrauch der AFS nur zu einem winzigen Teil aus ihren eigenen Solarzellen kommt und der Rest wird auch nur teilweise mit CO2-armen Methoden produziert.

Ein weiterer Aspekt ist die Wärmeerzeugung für unsere Heizungen und das Warmwasser. Die  Heizwasserkessel werden mit Gas und Holzpellets betrieben, wobei mehr Pellets als Gas zum Einsatz kommen.  Beide Methoden sind sehr CO2-lastig und produzieren Feinstaub, wobei eine Gasheizung mehr CO2 ausstößt und eine moderne Pelletheizung mehr Feinstaub produziert. Da der Lockdown eher in den wärmeren Monaten des Jahres 2020 lag, hatte er keine merklichen Auswirkungen auf die Verbrauchszahlen.

Zuletzt soll noch der Faktor Wasser beleuchtet werden. Im Jahr 2018 lag der durchschnittliche Wasserverbrauch bei 300.000 Litern; der größte Anteil wird dabei im Winter für das Warmwasser genutzt. In kalten Wintern kann es vorkommen, dass der Verbrauch extrem ansteigt, so etwa im Winter 2019, als wir circa 500.000 Litern verbrauchten.

Ich habe viele Zahlen aufgelistet, aber was heißt das jetzt für unsere Schule und für uns? In welchem Maße wirkt sich der normale Schulbetrieb negativ auf das ökologische Gleichgewicht aus?

Unsere Schule versucht in manchen Bereichen einen grünen Weg zu gehen, zum Beispiel durch das Nutzen von recyceltem Papier und CO2-armen Heizmethoden. Auch der Solarförderverein, der mit der Schule zusammenarbeitet und in dem ehemalige und aktuelle Lehrer, SchülerInnen und Eltern vertreten sind, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Jedoch gibt es in manchen Bereichen noch deutlichen Verbesserungsbedarf. So muss die Schule die Digitalisierung weiter vorantreiben, damit der Papierverbrauch stärker reduziert wird, zum Beispiel, indem die Lehrer dazu angehalten werden, weniger Arbeitsblätter auszudrucken und digitale Endgeräte zu benutzen.

Auch könnte man das Thema Solarenergie stärker in den Unterricht einbinden, zum Beispiel in den Technik- oder Physikunterricht, um SchülerInnen zu motivieren sich damit auseinanderzusetzen.

Um den ökologischen Fußabdruck in Bezug auf das Thema Stromverbrauch zu verringern, sollte der auf dem Dach der Schule produzierte Strom weitgehend der Schule zugeführt werden. Außerdem sollte man die Anlage vergrößern und weitere Solarzellen auf die Sporthalle und die Fachräume der MINT-Fächer bauen. Mit einer großen Menge an Strom könnte die Schule dann elektrisch heizen.

Und auch in allen anderen Bereichen sollten darüber nachgedacht werden, wie man noch mehr Ressourcen schonen kann, damit die Schule in der nahen Zukunft klimaneutral wird. Das muss das Ziel von Institutionen wie Schulen sein, in denen wir für das Leben in der Zukunft vorbereitet werden.

Ich danke dem Hausmeister und dem Sekretariat der AFS für ihre Unterstützung bei meinen Recherchen.

Thore Brandau