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Am 28.8. war ich mit einigen Mitschülern im Wilhelm-Florin-Haus, um mit den Bewohnern Kuchen zu essen und einfach ein wenig zu reden.

Der Austausch mit dem Seniorenheim ist ein wichtiger Bestandteil des Projektes „Alt und Jung“ unseres Zusatzkurses Sozialwissenschaften. Schon seit mehreren Jahren besuchen die Teilnehmer des  Zusatzkurses in der Jahrgangsstufe Q2 mehrfach im Jahr die Menschen im Wilhelm-Florin-Haus, um mit ihnen zu reden, Spiele zu spielen, zu singen oder Ähnliches, denn unsere Schule hat eine Partnerschaft mit dem Seniorenheim.

Dieses Jahr jedoch war alles anders, weil unser Besuch von Corona überschattet war. Daher gab es etliche Einschränkungen. So war natürlich an Singen nicht zu denken, bei unserer Ankunft wurde zunächst einmal Fieber gemessen und natürlich mussten wir Masken tragen, wenn wir nicht auf unseren Plätzen saßen, um sowohl uns als auch die Senioren vor einer möglichen Infizierung mit dem Virus zu schützen.

Erst als wir jeweils zu zweit an unseren Plätzen saßen,  durften nach und nach die Senioren hereinkommen. Anschließend haben wir den Kuchen geholt, den wir extra für diesen Besuch gebacken hatten, und uns bei Kaffee und Kuchen mit den Bewohnern unterhalten. Natürlich war Corona das große Thema. Uns interessierte, wie die Krankheit das Leben der Senioren beeinflusst hat, und sie  wollten von uns wissen, wie sich unser Schulalltag verändert hat.

Wir erfuhren, dass die Heimbewohner wegen des Infektionsrisikos anfangs keinen Besuch empfangen durften, worunter viele gelitten haben. Hinzu kamen die Ängste um ihre Familien im Zusammenhang der Pandemie.

Erst nach und nach wurden die Bestimmungen gelockert und sie durften wieder Besuch empfangen.

Aber wir sprachen nicht nur über das Virus, sondern auch über das Leben und die Biografien der Heimbewohner und natürlich über unser Leben.

Für mich war es beeindruckend zu erfahren, welches Leben unsere Gesprächspartner geführt haben, als sie so alt waren,  wie wir jetzt sind. Eine der Seniorinnen erzählte mir, dass sie während des Krieges von Ostpreußen ins heutige Westdeutschland geflüchtet ist, was ich richtig spannend fand. Des Weiteren erfuhr ich, dass es früher viel mehr ländliche Gegenden gab und sie es genossen haben, über Wiesen zu laufen.

Manche Senioren waren richtig gut über aktuelle  Themen informiert. So fragten sie uns nach unserer Meinung zur Digitalisierung. Aber wir sprachen auch ganz einfach über so etwas wie unsere Wohnungen oder unsere Schule und natürlich waren sie daran interessiert, welchen Beruf wir später einmal ergreifen möchten.

Sie erzählten dann natürlich auch von ihrer Arbeit. Ich fand es interessant zu erfahren, welche Unterschiede es im Vergleich zu heute gibt. So wurden die meisten Frauen früher Lehrerin oder Krankenschwester, während es heute immer mehr Frauen in eigentlich typischen Männerberufen gibt.

Leider können wir in den nächsten Wochen unsere Partner im „Wilhelm-Florin-Haus“ wegen der so stark angestiegenen Infektionszahlen nicht mehr besuchen, aber wir überlegen gerade, wie wir den Kontakt trotzdem aufrechterhalten und den alten Menschen eine Freude machen können.

Text: Larissa Heitmann Q2 – Fotos: Bettina Andreas