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Buchtipp: Cornelia Funke: Das Labyrinth des Fauns

Stell dir vor, du musst mit deiner Mutter zu einem für dich fremden Mann in einen fremden Ort ziehen.  Dein neues Zuhause liegt irgendwo am Wald, aber du weißt nicht so wirklich, wo du bist.

So beginnt die Geschichte der 13-jährigen Ofelia aus dem Roman „Das Labyrinth des Fauns“  von Cornelia Funke, die mit ihrer hochschwangeren Mutter zu ihrem Stiefvater zieht und nur etwas Kleidung und einige ihrer  Lieblingsbücher mitnimmt.  Der Ort, an dem sie jetzt wohnt, ist etwas Besonderes.

Foto: Alexandra Wlasnew

Denn seit mehreren Jahrhunderten suchen die Königin und der König eines unterirdischen Reiches vergebens nach ihrer Tochter. Niemand weiß davon bis auf einige Wesen aus dem unterirdischen Reich, die bei der Suche helfen. Hierbei stoßen sie auf Ofelia und haben große Hoffnung, dass das Mädchen die verlorene Prinzessin ist.

Daher muss Ofelia drei Aufgaben bestehen, um zu beweisen, dass sie die verlorene Tochter des Königspaares ist.

Wird sie es schaffen? Das findest du heraus, wenn du das Buch liest.

Das Buch basiert auf dem Film „Pans Labyrinth“ und ist geeignet für Fans eher düsterer Fantasybücher.

Ich würde dieses Buch allerdings nicht für jüngere Leser empfehlen, da es in manchen Passagen recht brutal ist.

Alexandra Wlasnew, Jg. 10

Lehrerinterview mit Frau Meste

Name: Larissa Meste

Fächer: Deutsch und Gesellschaftslehre

Lieblingsfächer als Schülerin: Deutsch und Pädagogik

Beschreiben Sie sich in drei Worten: Das ist unmöglich.

Womit beschäftigen Sie sich in Ihrer Freizeit? Mit der Parkplatzsuche in der Bielefelder Innenstadt – anschließend verbringe ich meine Freizeit gerne mit meiner Familie und meinen Freunden, lese und zeichne gerne und gehe manchmal auch zum Fitness.

Warum wollten Sie unbedingt Lehrerin werden? Ich glaube, als ich Weihnachten 1998 eine kleine aufstellbare Tafel geschenkt bekommen habe, war es um mich geschehen. Während anfangs meine jüngere Schwester (zwangsweise) dafür herhalten musste, von mir „unterrichtet“ zu werden, habe ich später in der weiterführenden Schule „Nachhilfe geben“ als Wahlpflichtfach belegt. Mir hat es einfach schon immer Spaß gemacht, Wissen zu vermitteln und Kontakt zu jungen Menschen zu haben.

Was wäre Ihre berufliche Alternative? Bestseller-Autorin

Haben Sie besondere Merkmale, wenn ja, welche? Gelten kleine Ohren als besonderes Merkmal?

Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie und warum? Ein Adler – dann würde ich alles, auch in der hintersten Reihe, sehen… Und fliegen könnte ich auch.

Wenn Sie eine Zeitreise machen könnten (sowohl in die Zukunft als auch in die Vergangenheit), in welche Zeit würden Sie dann reisen und warum? Ich würde mit meinem Wissen von heute zurück in meine Kindheit reisen, in der ich nichts lieber als erwachsen sein wollte.

Welche Gedanken hatten Sie einen Tag vor Ihrem ersten Arbeitstag an der AFS? „Hoffentlich werde ich mich an der AFS wohlfühlen…“ – ich bin nämlich ein Bauchmensch. Mein Bauchgefühl ist ausschlaggebend dafür, wie meine Zukunft an einem Ort oder mit anderen Menschen aussieht. Zum Glück hatte ich ein gutes Bauchgefühl und daran hat sich bis heute auch nichts geändert.

Wie waren Ihre ersten Eindrücke von der Schule und den Menschen dort? Herzlich und aufgeschlossen! Außerdem habe ich schnell erkannt, dass die Menschen an der AFS keine Angst davor haben, neue Wege zu gehen.

Wie haben Sie den Lockdown erlebt? Beruflich als stressig und belastend. Mir haben vor allem die direkten sozialen Kontakte mit meinen SuS und meinen Kollegen gefehlt. Im privaten Bereich habe ich diese Zeit aber auch als angenehm „entschleunigend“ empfunden. So konnte ich einfach mal zu Hause bleiben, puzzeln und Hörbücher hören – ohne das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen.

Was würden Sie gerne an unserer Schule verändern? Da sich an der AFS gerade sehr viel verändert, ist diese Frage schwer zu beantworten. Ich schaue gespannt in die Zukunft! 

Alexandra Wlasnew   Jg.10

Bonbons für Bäume

Foto: Anna Kötter

Lachgummis, Dickmann’s und Werthers Originale – wer kennt die beliebten Süßigkeiten von Storck nicht?
Das zu den größten Süßwarenherstellern weltweit gehörende Unternehmen hat sein Hauptwerk in Halle (Westf.). Die Firma wurde 1903 in Werther gegründet und zog nach dem Zweiten Weltkrieg nach Halle. Aufgrund eigenständiger Aufforstungen in der Umgebung des Unternehmens galt Storck immer als „Industrieanlage im Grünen“ und so bezeichnet sich die Firma auch heute selbst noch gerne. Aber wird das in Zukunft auch noch so sein?
Seit über 110 Jahren kann das Unternehmen ein kontinuierliches Wachstum vorweisen, was dazu geführt hat, dass eine Expansion in Halle geplant ist. Da dafür aber etliche Bäume gefällt werden müssen, stößt das Unternehmen mit seinen Planungen auf großen Widerstand bei vielen BürgerInnen in Halle sowie bei der örtlichen Fridays for Future Gruppe des Altkreises Halle.

Foto: Bennet de Boer

Aber warum sollten auch Menschen aus Gütersloh und alle, die im Umkreis wohnen, sich für die Erweiterung des Storck-Werkes interessieren? Und ist der massive Protest wirklich gerechtfertigt?

Die Erweiterung lässt sich von zwei Seiten betrachten – wirtschaftliche Interessen wie Steuern für die Kommune und Arbeitsplätze stehen dem Umweltschutz gegenüber. Diese beiden Aspekte sind immer wieder Gegenstand strittiger Auseinandersetzungen und seit Beginn der Industrialisierung hat in der Regel immer die Wirtschaft gewonnen.
Einerseits beschäftigt Storck aktuell rund 3.200 MitarbeiterInnen und würde durch die Erweiterung noch weitere Arbeitsplätze schaffen, die natürlich gerade jetzt, da bedingt durch Corona viele Menschen um ihren Arbeitsplatz bangen, sehr wichtig ist. Die Erweiterung könnte daher für viele Familien und auch für uns junge Leute perspektivisch von existenzieller Bedeutung sein.
Andererseits hätte die Erweiterung aber negative Auswirkungen auf das Grundwasser und den Wald. Der Grundwasserverbrauch würde stark ansteigen, was bei Trockenheit verheerende Folgen haben kann. Zudem sollen sieben Hektar Wald gerodet, das Biotop Laibach verlegt und zwei Teiche trockengelegt und überbaut werden.
Selbstverständlich würde Storck für Ausgleichsflächen sorgen, da dies gesetzlich vorgeschrieben ist; ein Wald wächst jedoch nicht so schnell, sodass es viele Jahre dauern würde, bis der durch die Rodung verlorene Baumbestand ersetzt würde.
Auf regionaler Ebene sprachen sich die meisten PolitikerInnen für das Vorhaben der Firma Storck aus – trotz unzähliger Bedenken und Einwände. Allerdings ist noch nicht endgültig entschieden, ob den Plänen des Unternehmens zugestimmt wird, aber ich befürchte, die Wirtschaft wird wieder einmal gewinnen.
Und dann wird Storck seine Süßwarenproduktion natürlich erheblich steigern. Aber sollte der zugegebenermaßen leckere Geschmack von Bonbons wirklich wichtiger sein als der Erhalt der Bäume, die durch ihre Fotosynthese für uns lebensnotwendig sind.

Anna Kötter

Wenn die Endstation doch nur ein Zwischenstopp ist

Dies ist die Zusammenfassung der Antwort auf die Frage, was ein Kinder- und Jugendhospiz von einem Erwachsenenhospiz unterscheidet. Mit dieser Frage wurden die Schülerinnen und Schüler des Kurses Praktische Philosophie aus dem Jahrgang 10 von Herrn Graff konfrontiert, als sie durch den Leiter Rene Meistrell des Kinder- und Jugendhospizes Bethel  am 01. Oktober begrüßt wurden.

Mit dem Besuch von Herrn Meistrell erhielten die Schülerinnen und Schüler einen detaillierten Einblick in die Welt, die uns allen doch so fern ist. Keiner möchte sich gerne mit dem Thema Tod und Sterben auseinandersetzen. Bei den Menschen, die in Hospizen arbeiten, ist dies jedoch ein Teil ihres Alltages. Und dieser Alltag unterscheidet sich gerade bei Hospizen für Kinder und Jugendlichen von denen für Erwachsene. So erfuhren wir, dass Patienten, die ein Erwachsenenhospiz aufsuchen, in diesem auch sterben werden. Umso überraschender war es zu erfahren, dass dies bei den Kinder- und Jugendhospizen nicht der Fall ist. In der Tat werden Kinder und Jugendliche mit ihren Familien dort auf dem „letzten Weg“ begleitet, aber dies ist nicht das primäre Ziel und Aufgabenfeld in den Kinder- und Jugendhospizen. Vielmehr geht es um eine Verbesserung der Lebensqualität für alle Familienmitglieder auf dem Weg mit einer lebensverkürzenden Krankheitsdiagnose. Auch die Vermutung, dass das häufigste Krankheitsbild Krebserkrankungen seien, wurde seitens Herrn Meistrell widerlegt. Die häufigsten Krankheitsbilder bilden Stoffwechselkrankheiten, die sich vor allem auf das Gehirn und die Muskeln auswirken, und die Kinder zu Pflegefällen werden. Und an dieser Stelle möchte das Kinder- und Jugendhospiz die Familien unterstützen. In vielen Fällen dienen die Besuche auch als „Urlaubsersatz“ für betroffene Familien. Denn es erscheint logisch, dass man nicht so einfach mit einem schwer pflegebedürftigen Kind in den Urlaub fliegen kann, wenn es einen Rollstuhl hat und ggf. mit Sauerstoff versorgt werden muss. Um den Schülerinnen und Schülern ein besseres Bild der Institution vermitteln zu können, zeigte Herr Meistrell viele Bilder seines Hauses und erläuterte alle Besonderheiten, die einen bis zu vierwöchigen Aufenthalt pro Jahr zu einem unvergesslichen Erlebnis für die Familien machen können. Es gibt sogar einen Whirlpool und auch die Frage nach Spielekonsolen konnte positiv beantwortet werden. Da das Leben jedoch nicht nur positive Seiten hat, nahmen die Jugendlichen mit Erstaunen zur Kenntnis, dass es in Bethel auch einen Aufbahrungsraum gibt, sodass die Familien sich angemessen von ihrem verstorbenen Familienmitglied verabschieden können.

Herr Meistrell betonte den Jugendlichen gegenüber, wie wichtig die Einstellung zur Arbeit in einem Kinder- und Jugendhospiz ist. All die verschiedenen Berufsgruppen, die dort arbeiten, haben sich bewusst für diese Arbeit entschieden. Und in Bethel sind dies einige: Verwaltungsangestellte, Krankenschwestern, Pfleger, Ärzte, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Hauswirtschaftspersonal und weitere Helfer. All diese sehen es als eine Berufung, sich um diese besonderen Kinder zu kümmern. Finanziert werden Aufenthalte im Hospiz durch die Krankenkasse und durch Spenden. Und vor allem Spenden sind notwendig, um den kleinen und großen Patienten oder Gästen, wie Herr Meistrell sie gerne bezeichnet, auch den ein oder anderen kleinen Herzenswunsch zu erfüllen.

Dass sich diese Veranstaltung für alle Seiten als sehr informativ und lehrreich präsentiert hat, lässt sich nicht bestreiten. Und es hat allen verdeutlicht, wie sehr auch das Thema Tod eine Rolle in unserem alltäglichen Leben spielen sollte. Allen muss bewusst sein, dass keiner vor diesem Teil des Lebens davonlaufen kann.

Wer sich einen genaueren Eindruck zum Kinder- und Jugendhospiz Bethel machen möchte, sollte sich die Homepage des Hauses anschauen: https://www.kinderhospiz-bethel.de/start.html

Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals recht herzlich bei Rene Meistrell, dass er sich die Zeit genommen hat und uns so einen Einblick in seine Arbeit geben konnte. Auch freuen wir uns über die Zusage, ihn bei Gelegenheit wieder einladen zu dürfen oder auch sein Haus zu besuchen.

Text und Foto: GraM